Was vom Tage übrig blieb

Deep Fakes und russische Smartphones

Eine kleine Schneise in die Diskussion um Deep Fakes kommt von Golem, Geräte ohne russische Software kommen nicht mehr auf den russischen Markt und Facebook interessiert sich nicht für seine Rechtsextremisten. Die besten Reste des Tages.

Bei der Überprüfung des Bildes wurde festgestellt, dass wir die nur selten im Bild erscheinenden großen Fenster unten rechts nicht aus Datenschutzgründen verpixeln müssen. CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Deep Fakes: Hello, Adele – bist du’s wirklich? (Golem)
Seit sich die Beispiele zu Deep Fakes mehren, steigt auch die Angst vor der Technologie: Kann man demnächst keinem Video mehr trauen? Meike Laaff gibt bei Golem eine Einführung in den aktuellen Stand der Technologie, beschreibt damit verbundene Ängste, warum viele davon überzogen sind und das Katz-und-Maus-Spiel von Fakern und Checkern. Außerdem identifiziert sie eine unterbelichtete Frage: Was soll eigentlich passieren, wenn ein Video als Fake enttarnt wurde?

Google Tied an Arm Behind Political Campaigns’ Backs (Slate)
Der Sachverständigenrat informierte bereits gestern über Googles Schritt, Werbung von politischen Akteuren künftig einzuschränken. Welche Auswirkungen dieser Schritt auf die US-Politik und den Wahlkampf 2020 haben könnte, hat Slate jeweils einen politische Strategen von Demokraten und Republikanern gefragt. Die sagen, dass man trotzdem nicht auf Werbung auf Portalen wie YouTube verzichten könne, weil die Wählenden dort einfach zu viel Zeit verbringen. Sie erzählen auch etwas über die potenziellen Nachteile und welche spezifischen Werbeformen sie nun nicht mehr anwenden können. Dabei vergießen sie auch ein paar Krokodilstränen, weil vor allem Kampagnen, die sich als Graswurzel-Bewegungen verstehen und auf kleine Spenden angewiesen sind, unter den geänderten Bestimmungen leiden würden. Ob diese Sorge von den Strategen der großen Parteien echt ist, oder ob sie nicht vielmehr das Ziel hat, die jüngsten Beschränkungen politischer Werbung in Misskredit zu bringen, bleibt offen.

Facebook: White nationalists are openly operating on Facebook. The company won’t act (The Guardian)
Im März dieses Jahres hat Facebook im Zuge der Terroranschläge von Christchurch versprochen, Rechtsextreme von der Plattform zu verbannen. Der US-Konzern hat sich damit von der langjährigen Politik der Toleranz verabschiedet. Eine Recherche des Guardian zeigt nun aber, dass Facebook solche rechtsextremen Inhalte doch relativ egal sind. Viele britische Seiten sind nach wie vor online. Zudem würden Holocaust-Leugner:innen sowieso nicht gelöscht, sondern nur im Algorithmus benachteiligt, teilte der Konzern dem Guardian mit.

Russia bans sale of gadgets without Russian-made software (BBC)
Russland treibt momentan einige Pläne voran, sich technologisch vom Rest der Welt zu lösen. Diese Woche haben wir über die Schritte des Kreml berichtet, mit denen das Land bei vom Internet abgeschottet werden soll. Jetzt hat das russische Parlament ein Gesetz abgenickt, dass den Verkauf von Computern, Smartphones oder Fernsehern verbietet – sofern diese keine russische Software vorinstalliert haben. Das Gesetz tritt im Juli 2020 in Kraft.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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