Was vom Tage übrig blieb

Sucht, Stalker und Senatoren

Eine US-Behörde verbietet einem Hersteller, Stalkerware zu verkaufen. Ein Hirnforscher erklärt, wie die digitale Welt unsere Psychen verändert. Eine Drogen- und Waffen-Gang stellt Smartphones her und der US-Senat beginnt, über Interoperabilität von sozialen Netzwerken nachzudenken. Die besten Reste des Tages.

Ganz sicher sind wir uns nicht, ob unsere alte Handykamera oder etwa ein Sandsturm den Ausblick ein wenig trüb erscheinen lassen. An der (schon schwindenden) Abendröte haben wir jedenfalls nichts auszusetzen.

In a First, FTC Bans Company From Selling ‘Stalkerware’ (Motherboard)
Die US-Handelsbehörde FTC hat laut Bericht des Vice-Magazins Motherboard in einem Fall erstmals den Verkauf von Stalkerware-Software verboten, die häufig für die Partner:innenüberwachung genutzt wird. Stalkerware wird auch in Deutschland verbreitet, allerdings ist es rechtlich schwierig, dagegen vorzugehen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich auch unseren „Off the record“-Podcast dazu anhören.

Online-Sucht: „Gelegenheit macht Abhängigkeit“ (Heise)
Der Hirnforscher Christian Montag erklärt im Heise-Interview, wie sich Digitalisierung, soziale Medien und die ständige Verfügbarkeit des Internets (außer in Brandenburg) auf unsere Psyche und unser Verhalten auswirken.

Inside the Phone Company Secretly Run By Drug Traffickers (Motherboard)
2016 wollte ein recht unscheinbar klingender Handy-Hersteller den Journalisten Joseph Cox dazu bewegen, über sein neues Gerät zu berichten – eine angeblich sehr sichere Android-Variante, die mit dem Gesicht des Whistleblowers Edward Snowden beworben wurde. Ein paar Jahre später stellt sich nun heraus, dass „die Handy-Firma geheim von einer der weltweit technisch führenden Drogen- und Waffen-Gang betrieben wird“, wie es Cox auf Twitter beschrieb. Eine ganz schön verrückte Geschichte.

How would opening up Facebook change the internet? (The Verge)
Drei US-Senatoren haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Internetplattformen mit mehr als 100 Millionen monatlichen Nutzer:innen zur Interoperabilität verpflichten würde. Damit könnten Nutzer:innen über Plattformen hinweg kommunizieren, beispielsweise von Facebook zu Twitter. Auch im Bundestag und auf europäischer Ebene wird über eine solche Initiative nachgedacht, wobei selbst der deutlich simplere dienstübergreifende Austausch von Messenger-Nachrichten seine noch ungelösten Probleme hat. Der Erklärtext von Verge beschreibt den Gesetzesentwurf, was Interoperabilität bedeuten könnte und auch mögliche Sicherheitsprobleme.

 

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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