Kultur

Patch gehabt: Die Datenspuren-Konferenz sucht Ideen, um Gesellschaft und Technik zu patchen

Die Datenspuren in Dresden bieten jedes Jahr Vorträge und Workshops zu Themen rund um Technik und Gesellschaft. Auch in diesem Jahr suchen die Dresdner wieder Beiträge und verraten, was es mit dem aktuellen Motto auf sich hat.

Schild des C3D2
Der C3D2 in Dresden organisiert jährlich die Datenspuren. Hier das Logo des Dresdner CCC – spiegelverkehrt. CC-BY 2.0 Astro

Kostenlos und nicht nur für Nerds: Schon seit 15 Jahren gibt es die Datenspuren in Dresden, eine Konferenz des lokalen Chaos Computer Clubs C3D2. In diesem Jahr findet die Hackerkonferenz am 21. und 22. September 2019 im Dresdner Zentralwerk statt. Bei den Datenspuren geht es nicht nur um Spaß mit Lötkolben, sondern genausoviel um gesellschaftliche Fragen nach Privatsphäre und dem Umgang mit Technik. Das diesjährige Motto „Patch gehabt“ ist mehr als eine Anspielung auf oft dringend nötige Software-Verbesserungen. Es geht auch darum, „wo die Gesellschaft einen Patch benötigt“.

Norbert ist einer der Freiwilligen, die an der Organisation beteiligt sind. Er schreibt netzpolitik.org: „Auf den Datenspuren will sich die Hackergemeinschaft mit allen (offenen) Menschen austauschen.“ Dadurch könnten technische Probleme in ihren politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen diskutiert oder technische Lösungen für politische und gesellschaftliche Probleme gefunden werden. „Es geht auch darum, ein tieferes Verständnis für die Technik zu vermitteln, die uns alle täglich umgibt“, schreibt er weiter.

Die Datenspuren stemmen Dresdner Nerds in ihrer Freizeit. Etwa sechs bis acht Leute seien regelmäßig dabei, sagt Norbert. Weitere Helfer kommen zur Veranstaltung und kurz davor dazu und helfen dabei, Vortragende zu betreuen, die Videotechnik am Laufen zu halten oder nach der Veranstaltung wieder aufzuräumen.

Was Norberts Meinung nach am Dringendsten gepatcht werden muss, sind Umsetzung und Wahrnehmung des Internets. „Es dient unter anderem als Kriegsschauplatz, Millionen von ‚Dingen‘ werden als digitale Zombies zu Angriffen genutzt.“ Auch daran, wie Leute das Internet wahrnehmen, sieht er Verbesserungsbedarf: „Sowohl das Problem der Hasstiraden als auch die freizügige Mitteilung privater Lebensumstände im Internet zeigt, dass das Internet von vielen Menschen nicht als öffentlicher Raum wahrgenommen wird.“

Wer eine Idee hat, wo es einen Patch braucht und vielleicht sogar, wie der aussehen könnte, ist eingeladen, seine Ideen beim Call for Participation einreichen. Egal ob Vortrag oder Workshop, egal ob zu Polizeigesetzen oder IoT-Geräten mit Sicherheitslücken breit wie Scheunentore.

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