Öffentlichkeit

Netzpolitik-Podcast 158: Die Chemtrails GmbH – Verschwörungsmythen für Einsteiger und Fortgeschrittene

Warum gibt es Verschwörungsmythen und wo kommen Reichsbürger her? Wieso glauben Menschen an Chemtrails und was hat das mit Akte-X zu tun? Im Netzpolitik-Podcast Folge 158 haben wir den Journalisten Christian Schiffer zu Gast, der Co-Autor des empfehlenswerten Buches „Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien“ ist.

Wer profitiert von Chemtrails? CC-BY-ND 2.0 SoulRider.222

Der Netzpolitik-Podcast Folge 158 ist ein rund 53 Minuten langes Gespräch mit Christian Schiffer. Er ist Autor des Buches „Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien“, das ich vor zwei Monaten hier rezensiert hatte.


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Damals schrieb ich unter anderem:

Bücher über diese Phänomene gibt es bereits genug. Aber mit dem Buch „Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien“ ist es den beiden Autoren Christian Alt und Christian Schiffer gelungen, eine aktuelle und unterhaltsame Zusammenstellung der gängigsten Mythen, ihrer Geschichte und ihres gesellschaftlichen Kontexts zu beschreiben. Die beiden Radiojournalisten Alt und Schiffer gehen dabei auf einen Roadtrip durchs Netz und zu analogen Schauplätzen. Sie besuchen Orte, wo Reichsbürger wohn(t)en, sie erklären Chemtrails und nehmen in den Niederlanden an einer zwölf Stunden dauernden Verschwörungsschau teil, an deren Ende die Komplexität der Welt auf das Wirken von Echsenmenschen reduziert wird.

Cui Bono – Wer profitiert von Verschwörungsmythen?

Wir unterhalten uns im Netzpolitik-Podcast über gängige Verschwörungsmythen und diskutieren darüber, was die Gründe sind, dass Menschen manchmal an Dinge glauben, die nicht ganz so rational sind. Dabei geht es um Chemtrails, Akte-X, Youtube und diverse Reichsbürger-Spezies. Wir sprechen auch darüber, wie man damit umgeht, wenn Freunde, Bekannte oder Verwandte in Verschwörungs-Kaninchenbauten reingezogen werden.


Neben der MP3-Version bieten wir auch eine OGG-Variante zum Download an.

Unser Netzpolitik-Podcast findet sich in den gängigen Podcast-Stores und kann hier abonniert werden.

13 Kommentare
  1. Kleine Anmerkung: das Manhattan Projekt blieb selbstverständlich nicht vollkommen geheim, der sowjetische Spion Klaus Fuchs würde dieser Beschreibung wohl auch widersprechen. :-)
    Schließlich war Stalin nicht wirklich überrascht von der Atombombe, eher im Gegenteil, es war hinlänglich bekannt und letztendlich gab es dann zwei Atommächte. „Geheim“ kann man das wahrlich nicht mehr nennen.

    1. Du hast natürlich völlig recht, vielen Dank für den Hinweis. Trotzdem finde ich, dass das Leakage-Problem-Argument auf recht wackeligen Füßen steht. Aber wenn es Gegenargumente gegen das Compartmentalization-Prizip gibt, dann gerne her damit!

  2. Zu der Frage warum Leute gern öffentliche Medien ablehnen, aber ihren youtube-Channel kritiklos annehmen (beantwortet mit „kann man schlecht sagen“): Gruppenzugehörigkeit. Solange ich beim Russia Today gucken das Gefühl habe, meine Kampfesgenossen sitzen mit mir an diesem Lagerfeuer, gehts mir gut. RT gucken streichelt mein Ego, die Welt ist in Ordnung. Nicht in Ordnung, aber ich weiß über sie Bescheid.

  3. Interessant finde ich, dass genau die Journalisten, die sich an den Verschwörungstheorien der politsch andersdenkenden abarbeiten, kein Problem damit haben, bei der Schuldfrage zu jeder Schweinerei auf diesem Planeten die Antwort „Putin“ begeistert zu akzeptieren, auch wenn es noch so absurd erscheint.

  4. @Minute 30 – Wie würdet ihr zum einen in einer Diskussion, wobei es eher um die Publikumsunterhaltung geht, und zum anderen in einem respektvollen Gespräch mit einer guten Freundin, wobei es wirklich um lass-es-mal-durchdenken geht:

    Warum hieltet ihr euch (ich hielt mich auch) im Recht mit der Verschwörungstheorie, die von Snowden verifiziert wurde, aber hieltet die Chemtrailer oder den Impfautismus für Unsinn?

    Es geht mir vornehmlich um die moralische Argumentation. Snowden und Impfautismus waren damals vor Snowden für eine dumme und/oder ungebildete Person gleichermaßen glaubhaft. Für euch machte es den Unterschied, dass ihr glaubtet Wissen zu haben, mit dem man Chemtrails und Impfautismus als Falsch idenfizieren konnte. (Genau auch meine Position)

    Aber woher bekommen wir ein moralisches Backup (ohne das kann man ja in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen), dass wir richtig lagen mit Snowden, weil wir nicht „wussten“ wie wir hätten falsch liegen können?

    Können wir moralisch argumentieren, Verschwörungstheorien als Unsinn abzutun, solange wir sie nur für extremst unwahrscheinlich, aber prinzipiell-theoretisch-Konjuktiv-4 für möglich halten?

    1. Ja, aber gibt es auch Beweise für etwas anderes als Treibstoff oder Exkremente? Oder die geimpften Wolken?

      Diese Varianten sind ja schon eklig genug, aber für Kampfstoffe o.ä. fehlt mir der Beweis bisher.

  5. Ich denke, dass das Vertrauen vieler Menschen in die Herrschenden und in die Politik im allgemeinen derart niedrig ist, dass sie diesen “Kräften“ vieles zutrauen um die Massen zu beeinflussen bzw. zu manipulieren. Verschwörungstheorien dienen vielen Leuten auch dazu, diese komplexe Welt – schnell und einfach – begreifbar zu machen.
    Nur: Beispielsweise das Apollo-Programm mit der Mondlandung oder die Anschläge vom 11.09.2001 auf die USA eignen sich m. E. gerade nicht für Verschwörungstheorien, weil zu viele Personen eingeweiht sein müssten, von denen später nicht ein einziger reden darf – schwer vorstellbar.
    Auch zu den Ermittlungen im NSU-Komplex gibt es Verschwörungstheorien zu Todesfällen von Zeugen, welche aber z. B. von NSU-Watch dementiert werden. Und nicht zu vergessen der Tod (1989) des Hackers Karl Koch alias “Hagbard“, um den sich bis heute Verschwörungsgerüchte ranken.

    https://www.nsu-watch.info/2017/05/nsu-das-maerchen-von-den-toten-zeugen-teil-i/

  6. Man muss auch erwähnen, „Auffällige“ (und das ist zurückhaltend, wegen der Webseitenpolitik) gibt es auch bei den „Guten“.
    Siehe die Erfinderin des goldenen Aluhut.

    Der RADAR-Physiker Emile Schweichert sagte 1990 (oder 89):
    „Ich werde sicher meinen Job riskieren, aber Ich denke dass außerirdische Intelligenz dahinter steckt. Das ist sehr wahrscheinlich.“*
    Siehe das 8:30Min-Video „RTL UFO-Bericht Belgien“ bei YouTube. Da war RTL noch seriöser was solche Themen angeht als heute.
    Heute gibt es 90s am Ende der Nachrichten mit Akte-X-Musik-Untermalung. Siehe die UFO-Sichtung am Flughafen Hamburg. Die Polizei dort sagt immer noch auf Nachfrage dass es KEINER Hinweise auf Drohnen gab, und sich auch keinerlei Verdachtsmomente nach Befragungen der Szene dort ergaben. AUch die Sichtung selbst passte absolut nicht dazu. Die Medien haben sich da nicht nicht „verschworen“, sie glauben dass solch journalistisch unseriöses Verhalten gerade „seriös“ wäre…

    Das ist ethisch problematisch. Bei einem Bericht über ein Massaker läuft ja auch keine Zirkusmusik im Hintergrund. Ist zwar ein anderes Niveau (weil keine Opfer, und eigentlich kein negatives Ereignis, außer für die Militärs damals), aber es soll die Problematik verdeutlichen.
    OK, bis heute gab es leider keine solche Welle hier in der Gegend. Und Phoenix 1997 war ein Einzelfall und weit weg.
    Ich hoffe dass die Nächste mal in Westdeutschland stattfindet. So einen Vorfall wie Phoenix 1997 direkt Silvester über der Kölner Rheinbrücke, das wäre eine „Show“. Da sieht jeder Hin, Feuerwerk erhellt den Nachthimmel…

    Zurück zu Belgien 1989/1990.
    Es war aber ein RADAR-Physiker an einer Elite-Militär-Akademie der das sagte. Auch dem würde sie sofort den „Goldenen Aluhut“ aufsetzen.
    Ja, alleine schon die Erwähnung dass Aliens mit Generationenschiffen hierher kommen können.
    Oder evtl. sogar dass sie existieren (nicht nur das bestreitet kein Wissenschaftler, auch dass es x Zivilisationen in der Milchstraße geben müsste gilt als mathematischer Fakt) reicht für sie für den GA.
    Experten sagen heute, mit heute denkbarer Technik versorgt von Fusionsreaktoren (die kommen noch) kann die Menschheit die ganmze Milchstraße bereisen. Warum sollten das nicht auch Aliens tun. Egal ob 4LJ, 40LJ (was das legendäre „Zeta Reticuli“-System mit 39,5LJ wäre) oder 4000LJ, die „Spritmenge“ ist die gleiche. Maximalgeschwindigkeit laut Experten 15%-20%. Man hat ja genug Energie. die 20% sind da wohl Vernunftgrenze.
    Auch Strahlung(sdruck) und Einschläge sind machbar. Sehr lange Form sorgt auch für sehr flachen Winkel, und Objekte von vorne haben weniger Einschlagenergie, weil sie „abrutschen“. Und die massive Spitze schluckt auch „Strahlungsdruck“. Und dann kann man dort noch Maschinen, Wassertanks etc. hinter setzen.

    Ist jemand „auffällig“, bedarf einer „Intervention“, wenn er/sie aufgrund von Fakten (wenigen guten Vorfällen) fest von Alienbesuchen ausgeht?
    Vorfälle wie Westall Higschool 1966 (das gerne von schlichten Gegner verwendete „Ockham“-Rasiermesser lässt hier nur Aliens zu, so wie Emile Schweichert bei Belgien 1989/1990 so urteilte), Belgien 1989/1990 und Phoenix 1997.
    Wie wäre es mit einer Intervention wenn jemand an Gott glaubt? Freud sagte das wäre eine Krankheit die die Menschheit überwinden müsse.

    Einen Link will Ich aber bringen, und hoffe das ist OK.
    Es ist die Aufnahme einer berühmten Konferrenz des National Press Clup der USA. DER Journalisten-Verband in den USA, den bisher scheinbar alle Präsidenten besucht haben (Trump macht wohl eine Ausnahme).
    => https://www.youtube.com/watch?v=2gQm09K8Jds
    Diverse seriöse Personen aus Militär, Medien etc. berichteten.

    Und hier noch der COMETA-Report auf der Webseite der staatlichen (!) französischen UFO-Behörde GEIPAN:
    http://www.cnes-geipan.fr/index.php?id=181&no_cache=1&tx_ttnews%5BbackPid%5D=211&tx_ttnews%5Bpointer%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=70
    Man kann auch eine englische Übersetzung googlen.
    Den Report haben hohe Militärs, Journalisten, Wissenschaftler etc. verfasst udn dann Chirac übergeben.
    Am Ende kommen Sie zum Schluss, die meisten Sichtungen etc. sind keine Aliens. Aber in einigen wenigen Fällen ist es die wahrscheinlichste Erklärung.
    Und es reicht ja schon EIN Fall.
    Mein liebster Fall, Westall Highschool 1966. Wegen der über 200 Zeugen nur evtl. 100-200 Meter von einer Busgroßen langsam und geräuschlos landenden metallischen „Untertasse“ am hellichten Tag. Zu behaupten die hätten sich alle zu einer Lüge verabredet, wäre eine extreme Verschwörungstheorie. Und wie die Umstände zeigen, auch ein Irrtum ist ausgeschlossen. Auch ein geheimes Militärfluggerät ist Unsinn. Besonders 1966 in Australien. 1980, die Frauen Cash und Landrum (Mutter und Tochter). Das was da über der Straße schwebte halte Ich für ein Experimentalfluggerät. Beide erhielten Strahlung ab, eine starb später dran. Rombusförmig, und unten strahlt starke Hitze raus.
    Wenn die USA 1980 so weit waren, waren die Australier sicher nicht 1966 fähig ein lautlos schwebendes Untertassenförmiges Objekt zu bauen.
    Und warum sollten die dann damit neben dem bespielten Hockeyplatz einer Schule landen. „Geheim“ wäre was anderes.
    Übrigens im gleichen Jahr an der Miami Dade North Grundschule ein ähnlicher Vorfall. Da landet es nicht, es schwebt hinter dem Schulzaun, und macht extreme Flugmanöver (schießt sogar in Bäume, verschwindet, und kommt zurück), inkl. zwei kleinen Drohnen die es wild umkreisen (wie Backgroundtänzer ;-] ).

    Nur um klar zu machen wie man in Frankreich damit umgeht.
    Wenn Ich die Polizei rufe und sage bei mir ist ein UFO im Garten gelandet und wieder abgehoben, dann bekomme Ich keinen Ärger wegen Missbrauch des Notruf, die lachen nicht etc., sondern die kommen sofort vorbei und bringen ein Forensiker-Team aus Wissenschaftlern mit.
    Genau dieses Szenario ist mindestens zwei mal passiert. Das eine Mal war ein Biochemiker in seinem Garten. Das andere mal der italienische Mann einer Französin, der gerade einen Kälteschutzverschlag für eine Gartenpumpe bauen wollte (bei dem landete es nicht sanft, es rummste).
    In beiden Fällen eher „Drohnengröße“. Also „Drohne nicht“ im irdischen Sinn, sondern runde „UFO“-Form, evtl. ein paar Tonnen schwer (die Forensiker stellten hohe Verdichtung des Boden fest), aber zu klein für Besatzung.

    Ich gehe NICHT von „Chemtrails“ aus, die Pyramiden haben die Ägypter alleine gebaut, die Amis waren auf dem Mond (wenn man davon ausgeht dass sie dort beobachtet wurden, geht das auch nicht anders ;-] ) und einfach nur unverständlich, und sogar von mir als „krank“ bezeichnet (damit halte Ich mich sonst zurück, Ich kenne ja die asozialen „Debunker“-Trolle), „Flacherde“ etc..
    Wie man so etwas glauben kann… Auch „Hohlerde“ ist extrem…
    Wieso aber der Mond faktisch nach einem Beschuss lange nachschwang (über den Reflektor kann das theoretisch jeder „hören“, die Schwingungen werden über den Laserstrahl übertragen, kann sogar in hörbare Frequenzen gewandelt werden) wie eine Glocke. Das bleibt immer noch ein Rätsel.
    Es gibt normale Wissenschaftler, die halten die Option eines hohlen künstlichen Mondes aufgrund der Daten nicht für ausgeschlossen.
    Sie haben auch keine andere Erkärung. Im Gegensatz zur „Hohlen Erde“ („künstlicher“ Vulkanismus, Plattentektonik, verdammt aufwändig ;-] ) auch ein ganz anderes Niveau (technisch nicht unmöglich).
    Was 9/11 angeht glaube Ich nicht an einen „Inside-Job“. Ob man vorher Informationen hatte, und sie bewusst ignorierte, wäre eine andere Sache.
    Es gibt Geschichtswissenschaftler die halten es für möglich dass der Präsident bescheid wusset dass Japan Pearl Harbour angreifen wolle.
    Es gibt Hinweise dass er sogar dafür sorgen ließ, dass die Japaner so weit gereizt werden, dass sie sich Rächen wollen.
    Da gab es einen US-Soldaten der in Japan aufwuchs, der hatte wohl aufgrund der Erfahrungen mit der Japanischen Kultur eine Liste mit Punkten angefertigt die die Japaner. Es ist umstritten ob Roosevelt die Liste selbst sah, aber der Soldat und die Liste sind wohl belegt.
    Diese Geschichts-Experten sagen auch, wenn das stimmt wäre das Hochverrat gewesen. Es gab keine „Stimmung“ für Krieg gegen Japan, danach schon…

  7. …ich verstehe nicht, wieso man manche Themen immer so ins lächerliche zieht…russische Spione werden komischerweise
    mit abartigen Giften getötet…und das ist Realität …Schwachsinnsbericht von konformlaufenden rosa Brillen Traägern

  8. Beim Manhattan-Projekt mag eine längere Zeit nichts an die Öffentlichkeit gedrungen sein, dafür gab es Spionage und beispielsweise ein gewisser Klaus Fuchs Die Informationen an die Russen heran getragen hat. Also bei aller Geheimhaltung… so „dicht“ sind diese „Verschwörungen“ nicht.

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