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Studie: Algorithmen als gesellschaftliche Herausforderung

Gegen die negativen Auswirkungen von Algorithmen fordern viele die Offenlegung des Codes (Symboldbild). Foto: CC0 1.0Markus Spiske

Das PewResearchCenter bat Fachexpertinnen und -experten um Prognosen zu den langfristigen Auswirkungen des „Zeitalters der Algorithmen“. Dieses hat laut dem Bericht großes Potential für die Lösung gesellschaftlicher Probleme.


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Allerdings zeigen die Antworten auch eine ganze Reihe von möglichen Problemfeldern auf: Die „Algorithmisierung der Gesellschaft“ könne unter anderem Firmen und Regierungen mehr Macht zuspielen, bestehende gesellschaftliche Vorurteile, Diskriminierungstendenzen und Filterblasen verstärken sowie Arbeitsplätze zerstören.

Aufgrund dieser befürchteten (nicht-intendierten) Konsequenzen fordern die Befragten Aufklärung und Transparenz über die Nutzung und Auswirkungen von Algorithmen. Zudem sollen die verwendeten Codes sowie deren Programmierer kontrolliert werden.

Trotz aller Befürchtungen schätzten die 1.302 Befragten die Summe der kommenden Auswirkungen zu gleichen Teilen als insgesamt positiv, neutral und negativ ein.

3 Kommentare
  1. Nur den Fokus auf Algorithmen zu legen greift zu kurz. Zum Beispiel wird ein Verfahren von Gauss zum Lösen von Gleichungssystemen verwendet. Dieses Verfahren ist in sich unpolitisch und moralisch weder böse noch gut. Ein Algorithmus muss immer im Kontext des Anwendungsbereiches und der zu verarbeitenden Daten gesehen werden. Nicht umsonst werden Algorithmen (zB. für SEO) nicht veröffentlicht, um keine Manipulationen im Anwendungs- und Datenbereich zu fördern.

    Die Kontrolle von Codes und Programmierern wird keine Lösung für die oben genannten Probleme liefern, sondern gezielte Manipulationen versträrken.

    Ich bin für eine Veröffentlichung von Algorithmen, nur das alleine reicht nicht!

    1. Ein guter Ansatz,

      eben dieser von Dir als „zu kurz gegriffene“ Fokus beobachte ich schon seit mindestens 10 Jahren in vielen Sozialen Netzwerken. Viele Start-Ups wurden regelrecht angehalten neue Algorithmen für ihre „Datensilos“ zu entwickeln, um einen Mehrwert zu gewinnen. Daher erklärt sich mir schnell die Perspektive eines ‚unbedingten Kontextes‘, der schon in der wissenschaftlichen Diskussion untersucht wurde. (2010, Treloar et. al)

      Ich bin daher auch dafür Algorithmen als ein Produkt der Gesellschaft auch der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. (Siehe dazu „Open Science“ – Diskussion)

      Daten sammeln ist immer kostspielig und darf auch geschützt werden, solange die Verwendung mit einer Software vom Gesetzgeber verantwortet wird. (Datenschutz)

  2. „Zudem sollen die verwendeten Codes sowie deren Programmierer kontrolliert werden.“

    Als jemand, der Freie Software sehr schätzt, kann ich mich dem ersten Teil sehr anschließen. Allerdings sollte der Code nicht nur einsehbar, sondern auch unter einer freien Lizenz stehen, denn nur so ist es möglich, dass unabhängige Stellen den Code untersuchen und z.B. durch leichte Variationen/Anpassungen Stärken und Schwächen erkennbar werden.

    Den zweiten Teil allerdings verstehe ich nicht. Wie sollen Programmierer/-innen „kontrolliert“ werden; Was soll das bedeuten (z.B. Haftung??)? Wenn die Codes offen und frei sind, dann braucht es eigentlich keine Kontrolle der Code-Autoren (<- könnte auch ein Programm/Algorithmus sein) mehr.

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