Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung soll es Anfang des Jahres zu einem erneuten Hackerangriff auf den Bundestag gekommen sein. Hinweise des Bundesamtes für Verfassungsschutz hätten zur Entdeckung geführt, die Angriffe seien blockiert worden.
Es seien mindestens zehn Abgeordnete aus allen Fraktionen betroffen. Die Grünen-Politikerin Marieluise Beck kritisierte die Informationspolitik bezüglich des Angriffes, man werde über die konkreten Umstände im Unklaren gelassen. Das entspricht den Erfahrungen aus dem großen Bundestags-Hack von 2015. Auch damals war der Informationsfluss an die Abgeordneten zäh und unbefriedigend.
Hackerangriffe auf den Bundestag sind alltäglich. Zuletzt machte ein Phishing-Angriff aus dem August 2016 Schlagzeilen. Der Angriff blieb erfolglos, da die Server, zu denen der Link aus den Phishing-Mails führte, bereits auf einer Sperrliste standen.
Nach dem Hackingangriff von 2015 hatte man die Sicherheit der Bundestags-Netze verbessert. Eine ausführliche Sicherheitsanalyse, die zum Anfang dieses Jahres fertiggestellt wurde und weiteren Verbesserungsbedarf evaluieren sollte, ist geheim. Auch die Analysen des jetzigen Angriffs, für die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Festplattenabbilder der betroffenen Abgeordnetenbüros verwendete, sind abgeschlossen. Zu den Ergebnissen würde sich das BSI jedoch nicht äußern – weder gegenüber der Öffentlichkeit noch gegenüber den Abgeordneten.
Update: Das BSI hat eine Pressemeldung zu dem Vorfall veröffentlicht. Darin ist davon die Rede, dass auf den Festplattenabbildern keine Schadsoftware entdeckt wurde und keine Infektionen bekannt sind.
Sachdienliche Informationen zu dem Vorfall nehmen wir über die üblichen Kanäle gern entgegen.
