Öffentlichkeit

Nach Website-Relaunch des Innenministeriums: Alle Links kaputt

Das Bundesinnenministerium hat eine neue Website. Einen zentralen Leitsatz des Internet-Begründers Tim Berners-Lee hat es dabei allerdings nicht beachtet.

Screenshot der BMI-Website: Viele Links auf Ministeriumsseiten sind jetzt kaputt.

Nach dem Relaunch seiner Website erscheint das Bundesinnenministerium online deutlich frischer und hipper als vorher. Bewertet man das Angebot nach einem Leitsatz des Internet-Begründers Tim Berners-Lee, ist es allerdings auch deutlich uncooler als vorher. Der sagte nämlich vor 20 Jahren: „Cool URIs don’t change.“ Grob auf Deutsch übersetzt: Coole Webadressen ändern sich nicht.

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Ändern sich Webseiten, sollte man ihre Ressourcen weiterhin erreichen können. Das Bundesinnenministerium hat diesen Leitsatz – wie auch schon vorher andere Ministerien – beim Relaunch nicht beachtet. Nicht nur die Adressen seiner Webseiten und online bereitgestellter Dokumente haben sich nämlich geändert. Es wurde auch versäumt, eine Weiterleitung von alten zu neuen Adressen einzurichten.

Service wird kleingeschrieben

Damit sind anscheinend alle Links auf Unterseiten und Dokumente, die aus dem gesamten Internet auf die Seiten von bmi.bund.de verwiesen, nicht mehr brauchbar. Darunter war neben den Links aus 197 netzpolitik.org-Artikeln aufs BMI zwischenzeitlich auch der Link des BMI auf sein eigenes Impressum, der auf der Twitter-Seite des Ministeriums zu finden ist. Der Grund: Vormals lag das Impressum auf https://www.bmi.bund.de/DE/Service/Impressum/impressum_node.html, inzwischen auf https://www.bmi.bund.de/DE/service/impressum/impressum_node.html. Service wird jetzt kleingeschrieben.

[Update, 12.10.2017]: Zumindest für einen Teil der Links ist inzwischen offenbar eine Weiterleitung eingerichtet worden.

14 Kommentare
  1. Diese Vorgehensweise dürfte weder Zufall noch unbeabsichtigt sein!

    Damit wird versucht, ältere Informationen „faktisch unauffindbar“ zu machen und somit quasi die „Vergangenheit zu löschen.“

    Vergleiche heutiger Infos mit älteren Aussagen sind somit nur sehr schwer möglich und beweisbar!

    Um so wichtiger werden zivilgesellschaftliche Plattformen zur Dokumentation solcher Inhalte und Veränderungen.

    Bei Fragdenstaat.de sollte man aus diesem Grund auch alternative Möglichkeiten entwickeln, wenn sich die Antworten im Wesentlichen auf verlinkte Seiten beziehen!

    Gleichzeitig stelle ich fest, dass
    immer mehr Behördenseiten ohne Datumsangaben (Stand) auskommen und
    Suchergebnisse nach nicht erkennbaren Kriterien „sortiert“ sind, wobei diese aber nicht beeinflusst werden kann. Chronologische Entwicklungen lassen sich so nur mühsam nachvollziehen.

  2. Wer surft denn schon freiwillig auf den Seiten des Ministeriums des Inneren?
    Wie ist es denn nun dort um Datenschutz und Barrierefreiheit bestellt?
    Welche Metadaten werden dort verarbeitet?
    Wird dort immer noch Javascript verwendet?

  3. DE kann man auch ruhig Kleinschreiben. Wenn schon, denn schon. Dies ist auch so üblich bei URL’s. Wie man dann eine Umleitung zu den neuen URL’s macht, damit die bisherige Verlinkung nicht ins Leere läuft kann das Innenministerium dann mal im Internet nachschauen.
    Stichwort: Umleitung .htaccess.
    Denke, das alles ist kein Beinbruch. das würde ich auch nicht überinterpretieren wollen.
    Was mich eher entsetzt, ich kam nicht umhin die Seite auch mal anzuklicken, ist die schon Polizeistaats verherrlichende Propaganda unter dem Slogan:
    „Stark für dich. Stark für Deutschland.“
    Hier sollte man statt den netten Propagandavideos auch mal die Opfer staatlicher Gewalt vom G20 Gipfel zeigen. Stärke hat immer auch seine zwei Seiten.

  4. Dann dürften auch alle BMI-internen Favoriten/Lesezeichen aller Mitabeiter futsch sein. Was ja auch Sinn macht, wenn man schnell mal auf ein Dokument zugreifen möchte.

  5. Nachtrag: Berlin soll ja angeblich in der EU die einzige Hauptstadt sein, die das BIP des eigenen Landes in den Keller zieht. Manchmal bekomme ich so eine Ahnung, woran das liegen könnte. Ich habe da wenig Hoffnung, dass sich in den nächsten 365 Jahren daran etwas ändern wird.

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