Transparenzbericht: Facebook sperrt deutlich mehr volksverhetzende Inhalte

Facebook hat im ersten Halbjahr 2016 einen sprunghaften Anstieg zu löschender Inhalte verkündet. CC BY-SA 2.0, via flickr/Eduardo Woo

Facebook hat im ersten Halbjahr 2016 einen sprunghaften Anstieg zu löschender Inhalte verkündet.
CC BY-SA 2.0, via flickr/Eduardo Woo

Das Jahr 2016 zeigt sich weiterhin von seiner besten Seite: Im ersten Halbjahr hat Facebook deutlich mehr volksverhetzende, jugendgefährdende und den Holocaust leugnende Inhalte gesperrt als in den sechs Monaten davor. Das geht aus dem heute veröffentlichten Transparenzbericht des sozialen Netzwerks hervor.

Insgesamt hat Facebook 1.093 Postings dieser Kategorie zugeordnet und den Zugriff darauf eingeschränkt. Allein auf Holocaustleugnung entfielen 940 Inhalte. Im zweiten Halbjahr 2015 waren es zusammengerechnet „nur“ 366. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch in Österreich beobachten, wo in diesem Jahr bisher 940 Mal einschlägig geschichtsfälschende Inhalte in Umlauf gebracht werden sollten. Zuvor fiel die Anzahl mit 231 eingeschränkten Inhalten gut vier Mal geringer aus.

Die Beurteilung dieser Zahlen sowie deren Auswertung sei jedoch schwierig, schreibt Heise Online:

Die Zahl der Sperrungen kann sich durch ein größeres Bewusstsein für problematische Inhalte erklären, allerdings auch durch stärkere Auseinandersetzungen innerhalb sozialer Netzwerke. Der Transparenzbericht lässt diese Fragen offen. Facebook muss sich allerdings seit Monaten der Kritik aussetzen, bei Hasskommentaren und rechtswidrigen Postings viel zu intransparent und inkonsequent einzuschreiten. Das Unternehmen hat mittlerweile die Bertelsmann-Tochter Arvato damit beauftragt, Nutzerbeschwerden im Auftrag von Facebook zu bearbeiten, Beiträge zu bewerten und gegebenenfalls zu sperren. Rund 600 Mitarbeiter sind dafür bei Arvato im Einsatz. Die Richtlinien, nach denen die Arvato-Mitarbeiter Inhalte klassifizieren müssen, sind umstritten.

Der Standard setzt die Zahlen für Österreich in einen europäischen und globalen Kontext:

Facebook gibt an, in Österreich „Inhalte in Bezug auf Holocaust-Leugnung“ zu sperren. In diese Kategorie fallen auch Verhetzung oder dschihadistische Inhalte. Die Daten für Österreich widersprechen dem weltweiten Trend. Global ging die Zahl gesperrter Inhalte um 83 Prozent zurück. Das soll aber vor allem an einem spezifischen Bild von den Terroranschlägen im November 2015 in Paris liegen, das damals oft geteilt und damit oft gesperrt worden ist, erklärte Facebook.

12 Kommentare
        • wesendlich 2. Jan 2017 @ 21:35
  1. Peter Pascht 27. Dez 2016 @ 23:13

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