MediathekView am Ende, Projekt sucht neue Entwickler

MediathekView ist ein praktisches Tool, um Inhalte der Mediatheken unserer öffentlich-rechtlichen Anstalten herunterladen und sie sich zeitsouverän anzuschauen zu können. Das Projekt gibt es seit acht Jahren als Open-Source-Projekt, aber demnächst könnte es am Ende sein. Xaver, der Entwickler von MediathekView, schreibt in seinem Forum, dass die Software mittlerweile 110 Prozent seiner Freizeit in Beschlag nimmt und er die Verantwortung abgeben will.


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Ich bekomme täglich Mails (Wie geht das? Warum ist die Funktion nicht so gelöst? Sendung xy fehlt in der Filmliste!), die beantwortet werden wollen. Mitunter auch sehr unschöne Nachrichten. Immer mehr Nutzer und Projekte nutzen die Filmliste als Quelle. Mit dem Erstellen der Filmliste und dem Anpassen an die Mediatheken der Sender habe ich eine ständige Arbeit. Auch die immer weiter steigenden Hostingkosten müssen bezahlt werden. Mir wird das alles inzwischen zuviel und bevor die Qualität darunter leidet, ziehe ich die Notbremse.

Wir sagen großen Dank für die geleistete Arbeit, denn MediathekView hat uns schon oft die Arbeit erleichtert. Wir hoffen, dass sich Entwickler finden, die die Java-Software weiterpflegen wollen und werden. Der Bedarf ist da und der Sourcecode liegt offen.

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27 Kommentare
  1. Ja, mit Browserplugins geht es prinzipiell auch. Aber bei weitem nicht so komfortabel, zumal man über den MediathekViewer eine Senderübergreifende Freitextsuche in den Beschreibungen der Sendungen hat.

  2. Was leider für eine einfache Übernahme fehlt sind Informationen über das Zusammenspiel zwischen Desktop-Client und Listen-Server. Irgendwo laufen Server mit Crawler-Prozessen, die die Mediatheken regelmäßig crawlen und daraus die Listen der Videos erstellen. Darin liegt mindestens so viel Arbeit wie in der GUI.

    1. Wenn du Fragen dazu hast dann melde dich beim Forum von MV an. Dort wird Xaver dir sicherlich dazu Informationen geben. Nutze die jetzige Zeit. Ende Dezember ist bei Xaver Schluss.

    2. Wenn das so richtig ist dann ist meine nächste Frage ob diese listen-server auch irgendwo als quelltext verfügbar sind – und wo?
      Denn dann könnte jeder der einen eigenen server im internet hat dem Entwickler allein schon dadurch helfen das er einen listen-server betreiben würde. Was dem Autor die hosting-kosten sparen würde.

      Aber, ich verstehe das Programm eigentlich so das es selbst direkt von den Mediatheken die Filmlisten abfragt, was separate listen-server überflüssig machte.
      Und: kann es sein das die ÖR bewusst keine festen Schnittstellen bieten; und evtl. sogar öfter mal das Format der Daten ändern? Das würde ein Ständiges Hinterher arbeiten des Entwicklers erfordern. Das man da mit der Zeit dann keinen Spaß mehr dran hat kann ich gut verstehen.

      Ich hatte das Programm mal kurz probiert und bekam es nicht zum laufen, aber ich brauche es auch eher nicht. Denn ich habe sowieso einen PVR-PC der die EPG-Daten auswertet und aufzeichnet. Aber TV-Browser ist; für mich; eine Gute Ergänzung die mich an Lieblings-Sendungen erinnert. Dort stört(e) mich (vor einigen Jahren) am meisten der Zwist mit der VG-WORT die offenbar der Meinung waren das Sendungsinfos und Beschreibungen eine Finanzielle Abgabe erforderten. Die ein Opensource-Projekt nicht leisten kann. Das erinnert ein wenig an die Debatte um das Leistungsschutzrecht, finde ich. Lange nichts von beidem gehört…

  3. Eine wirklich tolle Software und ich kann den Entwickler gut verstehen.
    Ich zeichne die Sendungen jedoch live im TV auf und benötige die Dienste fast nie.

    Auch ich neige dazu, kostenloses dennoch zu kritisieren.
    Das ist für die Entwickler nicht schön und
    wir als Anwender müssen da wohl ein wenig umdenken.

    Das gleiche gilt auch bei Podcast und weiteren Angeboten.
    Je weniger die Leute selbst dazu beitragen,
    desto größer ist die Klappe, die sie aufmachen,
    kann man manchmal glauben.

    Ein fairer Anwender spendet für seine Quelle
    oder hält einfach mal die Klappe.
    Einigen ist auch RTFM (FAQs) anzuraten,
    bevor diese eine Shitstorm auslösen …

    Kultur muss man eben lernen.

  4. oh ein verdammt wichtiges Projekt droht zu sterben, da muss man wirklich was machen. Im Grunde ist es natürlich eine absolute Schande, dass so etwas nicht durch die GEZ Gebühren finanziert wird. Bzw. dass die Anstalten nicht einfach ordentliche APIs bereitstellen. Leider kann ich mich wohl technisch da nicht so reinarbeiten, wie kann man helfen?

    1. Das ist leider eine rechtliche Grauzone, die ÖR-Anstalten argumentieren, dass sie häufig nur bestimmte Sendelizenzen eingekauft (zeitlich begrenzt „gemietet“) haben und eine Downloadmöglichkeit nicht dazu gehört (und die Lizenzen mit dieser viel teurer wären, wenn überhaupt erwerbbar). Insofern können wir fast Glück haben, dass die Inhalte nicht stärker geschützt sind, um z.B. Downloads effektiver zu unterbinden.

      Eine schönere Welt wäre aber möglich, wenn man es wollte.

      1. Die Zone ist nicht grau sondern schwarz oder weiß. Senderechte sind Handelsware. Wer mehr Ware will, muss mehr bezahlen. Ganz einfach. Der immense Irrglaube besteht in Forderungen Öffentlich.rechtliche Programme sollten Ihre Programme nur mit „Freien Lizenzen“ oder mit Möglichkeiten dies uneingeschränkt zur Verfügung stellen zu können, einkaufen. Das kann man zwar fordern, aber gleichzeitig sollte man sich dabei klar sein, dass dies noch mehr zu Ramschprogrammen als RTL 2 führt. Ernstzunehmende Produzenten oder Kreative haben es nicht nötig, sich einen solchen Vertrags-Diktat zu beugen. ( das ist zudem sowohl Verfassungsrechtlich ( redaktionsfreiheit der ÖFR ), als als bzgl. d. § 10 und § 32 des Urh.Rechts ziemlich fraglich) . Auch ist die Vertriebs Situation zunehmend anders. Konnte der ÖFR bisjetzt in Deutschland faktisch aus einer ( mit Steuergeldern satt finanzierten ) Monopol – Situation heraus verhandeln, hat sich das dramatisch verändert. Einfach zu sehen an den Sportrechten, doch nun auch rasant zunehmend bei Einkauf von fiktionalen Programmen. Und selbst die sonst von den ÖFR prekär entlohnten Tagesgeschäftler, ala NEWS Teams, bedienen zunehmend einen immer breiteren Nachfragemarkt. Digital und Internet macht’möglich. Die Wahrheit ist schlicht, der ÖFR steht trotz 8 Mrd. finanziell an der Wand, da der Rechteeinkauf dramatisch teurer wird. Hier Forderungen aufzustellen, dass noch mehr Rechte eingekauft werden sollen, hat entweder die Konsequenz, dass man gleichzeitig einen dramatischen Anstieg der Gebühren mitfordert, oder, sich damit abzufinden, dass der ÖFR zukünftig als Resterampe agiert. Braucht man aber nicht, gibt ja schon RTL oder YouTube.

        1. Hallo, flo, ich stimme Dir in einigen Punkten zu (ich habe beruflich mit Rechteklärung und Lizensierung zu tun), und ich halte eine „Immer alles online“ für unrealistisch, weil Archivmaterial eben kostet und selten für unbegrenzte Zeit freigegeben wird. Aber wer einmal versucht hat, z.B. in der WDR-Mediathek etwas zu finden, weiß, wieviel MediathekView wert ist. So komfortabel nach legal vom Sender online angebotenen Sendungen zu suchen oder auch nur einen Überblick zu bekommen, was denn online ist – da mögen sich bitte die ÖR eine ganz große Scheibe abschneiden.

        2. Ach ja: Der Rechteankauf ist nun wirklich nicht der Grund dafür, daß die ÖR finanziell an der Wand steht; das behaupten nicht mal die Sender selbst. Die unglaublichen Sportlizenz-Preise seien, so hieß es, durch Werbung „kostenneutral“.
          Im WDR geht das Bonmot um, daß es eine Verwaltung sei, die sich einen Sender leistet. Ein „Gebühren-Killer“ sind die enormen Betriebspensionen – früher sollen manche Leute mit 100% ihres Nettogehalts und mehr in den Ruhestand gegangen sein.

          1. … wegen der üppigen Politikerpensionen, dort werden ehemalige Politiker hin „verfrachtet“, die sich kein Pöstchen in der Wirtschaft sichern konnten … müssen die ÖRs Rücklagen bilden!
            http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Rundfunkbeitrag-sinkt-nicht-article18957486.html
            Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja von Weitsicht sprechen, aber hey, ehemalige Politiker auf Verwaltungsposten, möchten auf ihre Politikergehälter nicht verzichten … und auf die Pensionen auch nicht!

          2. Ganz Nebenbei, die KEF gibt jedes Jahr einen „Finanzreport“ heraus, in dem alle finanziellen Transaktionen öffentlich gemacht werden … müssen!
            Fragt sich nur, wie lange noch?
            Aktuell kann man sich die PDF noch herunter laden … später wird es evtl. dann so sein, das man sich den KEF Report in einem separaten Raum mit Voranmeldung auf Papier ansehen, aber nicht kopieren darf … so wäre dem Gesetz genüge getan und kein Bürger nähme diese Strapazen auf sich!

          3. @Habo Politikerpensionen sind nicht der Punkt. Es sind die Betriebsrenten für die Angestellten, die voll zuschlagen.

          4. Viele verdiente Ex-Politiker sind Angestellte beim ÖR geworden … die sind zwar keine Politiker mehr, aber sacken das Äquivalent an Kohle ein …

          5. @Habo Daß „viele(n) verdiente(n) Ex-Politiker“ dort *Angestellte* sein sollen, ist Unsinn. Da dürftest Du Gremien-Funktionen meinen, die in ihrer Anzahl im Vergleich zum gesamten Personal zu vernachlässigen sind. Und die zudem bei ihrem späten Einstieg nicht wirklich pensionskassenbelastend wären.

            Da bitte doch mal Fakten berücksichtigen.

          6. OK, ich habe mich da etwas inkorrekt ausgedrückt … wenn ein „verdienter Politiker“ aus dem Amt scheidet, nimmt er seine langjährigen Referenten und Untergebenen zumeist mit … bzw. bringt diese beim ÖR unter … zumeist auch wegen der „Mitwisserschaft“ bzw. Mitwirkung an gewissen Gesetzen, deren Rechtmäßigkeit zu wünschen übrig ließ/lässt … Schröder hat allein hat noch während seiner Amtszeit einige seiner zuverlässigsten Mitstreiter dort untergebracht … aber was solls … ist lange her!
            Warum im ÖR?
            Nun, die sind aus der ganzen Republik … der ÖR bietet gut bezahlte, ausführbare Jobs bei heimatnahem Einsatz!

  5. Interessant wäre in diesen Zusammenhang, nicht nur für diesen Fall, ob die Zurverfügungstellung der DL Software für die Fertigung einer Privatkopie ( und nur das ist zulässig ! ) nicht Leermedienabgabepflichtig ist. Und somit einer Meldung bei der ZPÜ unterliegt. Geht man allzu Naiv als Programmierer mit den kostenlos Angebot nach draußen, kann das finanziell böse enden.

    1. Na aber Hallo!
      Sobald ein urheberrechtlicher Anspruch auf einen Teil des Beitrags durch Dritte erhoben wird, ist das Ding gefährlich!
      Ich nutze z.B. oCam und erstelle mir so eine legale Privatkopie …

  6. “ Das war’s…, und es geht doch weiter
    Beitrag von xaver_w » 21 Okt 2016, 11:59
    inzwischen hat sich ein sehr engagiertes Team zusammen gefunden, dass das Programm und die Infrastruktur dahinter als Community-Projekt und in Teamarbeit weiterführen wird. Das wird sicher stellen, dass das Programm weiter frei verfügbar bleibt und auch weiter benutzt werden kann.
    Dazu dem Team viel Erfolg“
    http://zdfmediathk.sourceforge.net/forum/viewtopic.php?f=1&t=2215

    Toll!

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