Linkschleuder

Zügelloser BND: NDR-Recherchen legen zwielichtige V-Mann-Praxis offen

BND-Zentrale in Berlin. Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0 DE.
BND-Zentrale in Berlin. Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0 DE.

Laut NDR-Recherchen soll der BND einen in der Türkei wegen Mordes verurteilten Mann als Quelle angeworben haben. Es wird berichtet, dass der Auslandsgeheimdienst BND sogar in die inländischen Ermittlungen des BKA eingegriffen und Ermittlungsgeheimnisse verraten habe, um seinen V-Mann zu schützen. Die Tagesschau formuliert dazu ziemlich vorsichtig, dass der Fall „viele Fragen aufwirft“. Leider nennt der Artikel keine konkreten Quellen, sondern nennt nur diffuse „Unterlagen“, die man habe einsehen können. Wenn die Beschreibung zutrifft, hat der BND einen Kriminellen vor Strafverfolgung geschützt und ihn gleichzeitig für sein Informantendasein opulent entlohnt. Eine weitere Episode in der Reihe „unkontrollierte Geheimdienste drehen frei“. Oder wie die Autoren schreiben:

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Und zuletzt steht eine simple, aber wichtige Frage im Raum: Warum wirbt der deutsche Auslandsgeheimdienst eine Quelle in Deutschland an?

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3 Kommentare
  1. Spannend ist dabei auch folgender Schlusssatz:

    Ein neues Gesetz soll nun Fälle wie den von A. künftig vermeiden.

    Gemeint ist vermutlich dasjenige Gesetz, welches die bisherige Praxis der Geheimdienste legalisiert und ihre Mitarbeiter vor Strafverfolgung verschont. Aber diese Diktion ist für eine „NDR-Recherche“ natürlich zu staatskritisch gedacht.

    1. sollten solche vorgänge mit einem neuen gesetz nicht mehr strafbar sein, wären sie je nach wortsinn doch auch „keine fälle“.

      .~.

  2. Ein Bekannter von mir wurde auf Grund seiner Homosexualität vom Kieler Verfassungsschutz erpresst und so zur Mitarbeit gezwungen. Er bewegte sich Mitte der 80er Jahre in der Skinhead-Szene und war im losen Kontakt mit der jetzt verbotenen FAP.

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