Der Soziologe, Sicherheitsforscher und Leiter des Wiener Zentrum für Sozialwissenschaftliche Sicherheitsforschung (VICESSE) Reinhard Kreissl forscht und publiziert zu Fragen der öffentlichen Sicherheit und Überwachung. Bei futurezone.at äußert er sich zu politischen Forderungen, die in Folge der Terroranschläge in Paris erhoben wurden. Seiner Ansicht nach führe mehr Überwachung in Form einer pauschalen Überwachungsmaßnahme, wie die Vorratsdatenspeicherung, in eine Sackgasse.
Statt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, sollte man sich stattdessen darauf konzentrieren, zu erkunden, wie die Nadel beschaffen sei, meint der Sicherheitsforscher. „Es ist eine völlig andere Herangehensweise, wenn man sich überlegt, welche Art von Personen gefährlich ist, als wenn man pauschal die Daten von allen sammelt. Da sieht man ja, dass es nicht funktioniert.“ Eine Erweiterung der Kontrollbefugnisse sei daher „nicht zielführend“.
Terroranschläge können ihm nach nicht durch Überwachungsmaßnahmen verhindert werden. Es sei daher notwendig Menschen durch Bildung davon abzuhalten, sich radikalen Theorien und Extremismus zuzuwenden. Hinter den politischen Forderungen des Ausbaus von Überwachungsmaßnahmen sieht er vor allem wirtschaftliche Interessen der Sicherheitsindustrie.
„Politiker sind arme Schweine. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Die Forderung ist zwar grausig, aber sie ist ein Ausdruck politischer Fantasielosigkeit und Hilflosigkeit. In Großbritannien gibt es schon so viele Überwachungsmaßnahmen, da hat Cameron nicht mehr viele Möglichkeiten, als das Ende der Verschlüsselung zu fordern“,
Der zitierte Artikel ist bereits am 13.01 bei futurezone.at erschienen