Linkschleuder

Tour de France-Team Sky offenbar gehackt

Radrennfahrer Chris Froome
Radrennfahrer Chris Froome wurde bereits in der Vergangenheit des Dopings bezichtigt. CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Das Sky-Team, das derzeit die Tour de France bestreitet, war offenbar Ziel eines Hacks. Während der Fahrt werden Daten wie die Geschwindigkeit, Trittfrequenz oder der Puls der Fahrer an das Team übertragen. Die Daten des Rennfahrers Chris Froome sind nun veröffentlicht worden. Sie wurden auf ein Video der britischen Ausgabe des Senders Eurosport gelegt. Etwa 48 Minuten lang kann man die Werte des Fahrers beobachten (Update: Das Video wurde zwischenzeitlich gelöscht). Diese Daten werden laut Sky-Team streng unter Verschluss gehalten.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Froome selbst betont, dass er alles mögliche getan hätte, um den Dopingverdacht auszuräumen. Er bezeichnet „Clowns“, die Leistungsdaten interpretieren, als „nicht hilfreich“.

Auf dem Twitteraccount @festinaboy kann man weiter verfolgen, wie neue Daten gesammelt werden. Dessen Ziel scheint es zu sein, weitere vergleichbare Videos zu veröffentlichen, wie sich einem heute morgen abgesetzten Tweet entnehmen lässt:

Soon a new File/video ( More recent) at @chronoswatts.com . We hope to get yesterday’s Froome Datas. ( Thanks Lisbeth).

Die Tatsache, dass ein professionell aufgestelltes Team nicht in der Lage ist, Leistungsdaten zu schützen, lässt einen gewissen Argwohn gegenüber Uhren aufkommen, die im privaten Bereich zur dauerhaften Pulsmessung eingesetzt werden.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
7 Kommentare
  1. Das ist übrigens der führende Fahrer, der auf Etappe 10 am Dienstag bei heißen Temperaturen in den Pyrenäen die Konkurrenz beim Anstieg zum Ziel um fast eine Minute hinter sich gelassen hat. Laut wikipedia wird er seit 2010 mit speziellen Medikamenten gegen eine schwächende Tropenkrankheit behandelt.

    Vielleicht wäre es generell besser, wenn es Pflicht wäre, solche Mess-Daten bei derartigen Sport-Veranstaltungen zu veröffentlichen. Die Tour ist schließlich nicht deshalb in der Kritik, weil sie zu viel Transparenz einfordert und umsetzt.

    Was die Ableitung der Bedeutung auf die Messwerte im privaten Bereich angeht: Es wäre doch schön, wenn ein Mediziner anhand der Radprofi-Daten mal zeigen könnte, was man daraus schlussfolgern kann. Dann überlegt sich der ein oder andere eventuell, ob er seine Messwerte der eigenen Krankenkasse zur Verfügung stellen möchte. Ich persönlich halte aber die Standort-Daten für ergiebiger.

  2. Mir scheint es sehr unwahrscheinlich, dass Team Sky tatsächlich gehackt wurde, obwohl es von ihnen so behauptet wurde.
    Viel wahrscheinlicher ist doch, dass Antoine die Daten von jemandem aus dem Umfeld des Teams zugespielt wurden.
    Für diese Version spricht, dass es nur selektive Daten sind (Ventoux 2013 und gestern noch ein Anstieg der Vuelta)
    Falls es ein kompletter Hack wäre, hätten wir viel mehr Daten.
    Die Daten werden übrigens auch nicht während der Fahrt an das Teamfahrzeug übertragen (das befindet sich auch – meistens – zu weit entfernt um eine zuverlässige Bluetooth Übertragung zu gewährleisten) sondern werden nach der Etappe aus der sog. Headunit ausgelesen.
    Drittens ist es unwahrscheinlich, dass die Daten aus einem unerlaubten Auslesens der Headunit stammen – dann könnten wir jetzt schon über die Daten der monströsen Leistung von Fromme von vorgestern reden.
    Allerdings wäre das ein reizvoller Gedanke…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.