Was passiert, wenn man in einer E‑Mail mit einem Corporate Design, das dem der Polizei sehr ähnelt, aufgefordert wird, sein Passwort zu hinterlegen? So ein Vorgehen hat eine beauftragte IT-Firma bei der Polizei Berlin selbst getestet und die Beamten um die Angabe ihre dienstlichen und privaten Passwörter gebeten. Sie sollten sie in einen „sicheren Passwortspeicher der Polizei Berlin (SPS)“ eingeben.
Es handelt sich um das sog. Phishing, also den Versuch, mit einer Kombination aus technischen und psychologischen Tricks über gefälschte Webseiten an die Log-in-Daten mit den Passwörtern der Opfer zu kommen. Praktisch dienen Phishing-Attacken meist dazu, mit den erlangten Passwörter Geld zu erbeuten. Bei dem Test der Polizeibeamten sollte es aber natürlich nicht um die spätere Nutzung der Passwörter gehen. Man hatte bei der Polizei zunächst „eine digitale Attacke“ angenommen, wie der Tagesspiegel berichtet:
Bereits vor zwei Wochen gab es eine digitale Attacke auf die Berliner Polizei – allerdings war sie, wie sich später herausstellte, selbst von der Polizei lanciert worden, um die eigenen Schutzvorkehrungen für Computersysteme zu testen und Mitarbeiter zu sensibilisieren.
Über die Ergebnisse des Tests mit 466 E‑Mails schreibt der Tagesspiegel:
Nach Tagesspiegel-Informationen ließen sich bei dem internen Test 252 Polizeibeamte dazu verleiten, eine gefälschte E‑Mail samt Internetlink zu öffnen. 35 Beamte benutzten das offerierte Programm und hinterlegten Benutzer- und Zugangskennungen.
Insofern unterscheiden sich Polizeibeamten wohl wenig von anderen Netznutzern. Seit Jahren leiden Millionen Bundesbürger unter verschiedenen Formen des Phishings.
Aber im Ernst: Was kann man sinnvoll gegen solche Versuche unternehmen? Da gibt es doch die Tipps der Polizei gegen Phishing!
