Unser ehemeliger Bundesinnenminister Otto Schily wurde vom aktuellen SPIEGEL zu diversen Themen der Inneren Sicherheit und zum Abhören von Angela Merkels Handy durch die NSA befragt:
SPIEGEL: Aber wenn die NSA nicht einmal davor zurückschreckt, das Handy der Kanzlerin abzuhören, dann gibt es ganz offenbar keine rechtsstaatlichen Grenzen mehr.
Schily: Es ist sicher nicht in Ordnung, das Telefon der Kanzlerin zu überwachen. Andererseits: Wenn Frau Merkel ein normales Handy auf den eigenen Namen anmeldet, dann ist das schon reichlich unvorsichtig. Wäre ich ihr Sicherheitsberater, hätte ich ihr das ausgeredet. Dass so ein Honigtopf auch Fliegen anlockt, ist doch kein Wunder. Da schauen die Russen rein und die Chinesen. Und dann sagen sich die Amerikaner: Wir wollen nicht schlechter informiert sein als die anderen, also greifen wir auch mal in den Topf rein.
Vollprofi Schily hätte also der Kanzlerin ausgeredet, dass sie für ihre Parteiarbeit ein normales Handy benutzen muss, alleine schon um ihr öffentliches Amt der Kanzlerin (wo das Handy von unseren Steuergeldern bezahlt wird) von ihrem Parteiamt der CDU-Vorsitzenden sauber zu trennen. Wahrscheinlich hat er auch noch die Vorstellung, dass die anderen Geheimdienste ihre Nummer im Telefonbuch gefunden haben. Auch wenn das Telefon auf einem anderen Namen laufen würde, wäre es über die Verbindungsdaten unserer Spitzenpolitiker sehr einfach herauszufinden, welches Handy in diesem Netzwerk Angela Merkel zuzuordnen ist.
Oder mit anderen Worten: Alle sind selbst schuld, dass man überwacht wird, wenn man ein Handy auf den eigenen Namen anmeldet?