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Internet Monitor Report: Twitter in Saudi-Arabien

Das Forschungsprojekt Internet Monitor des Berkman Center for Internet & Society der Harvard University veröffentlichte vergangene Woche eine Studie über die Strukturen, Diskurse und Netzwerke auf Twitter in Saudi-Arabien. Während Offline-Medien einer scharfen staatlichen Kontrolle unterliegen, ist Twitter vergleichsweise sehr frei: einzelne Tweets oder Accounts können nicht geblockt werden, ohne die ganze Seite zu sperren – Twitter ist jedoch erreichbar und ‚floriert‘.

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Wie Helmi Noman, Robert Faris und John Kelly in der Studie „Openness and Restraint: Structure, Discourse, and Contention in Saudi Twitter“ feststellen, hat Saudi-Arabien den höchsten Anteil an Twitter-Nutzerinnen weltweit – diese machen sich den offenen Charakter der Plattform zu Nutze, um politische und soziale Themen zu diskutieren, die in den traditionellen Medien nicht vorkommen. Neben der Twitter-Analyse gehen die drei Forscher zudem auf drei Fallbeispiele ein, die besonders viel Aufmerksamkeit erregt haben: Den Fall des Bloggers Raef Badawi, den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo sowie die von Saudi-Arabien geführten Luftangriffe im Jemen.

Twitter opens up public space for Saudi citizens to engage in political and social discourse in a country that heavily restricts political speech, civic engagement, and media freedom. This space is technically accessible for public participation, but is shaped by legal measures regulating objectionable content and fear of confrontation with state policies and social norms.

These nontechnical factors that constrain users seem to be behind two online behaviors that we observe on Saudi Twitter: users opt to self-censor their online activities to avoid problematic speech, and many of those who take controversial political stands choose to do so using pseudonyms. Within these constraints, the discourse and communities on Twitter reveal intellectual diversity and social divisions. We are able to see who is most interested in what issues and which topics are debated.

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Ein Kommentar
  1. Aus welchen Gründen das zur Zeit in dieser Form so geduldet wird, weiß niemand genau. Wenn politisch gewollt, lässt sich der Sinn und Zweck nicht erkennen. Die Umstände/Zustände können sich schnell wieder ändern.
    mfg R.K.

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