Für eine Ethik des Teilens

Friedemann Karig schreibt über ein wichtiges Thema bei Krautreporter: Terrorbilder im Netz: Teile und herrsche. Es geht um eine „Ethik des Teilens“, ausgelöst von der Frage, ob man Terror-Propaganda teilen sollte – oder eben bewusst nicht.

Die Extremisten sind uns einen Schritt voraus. Wir müssen aufholen. Eine dazu nötige Ethik des Teilens fängt lange vor der Diskussion solcher konkreten Beispiele an. Nämlich bei der Bewusstwerdung der impliziten Politik jeder Entscheidung, ob überhaupt reagieren oder nicht. Und bei der Entscheidung, wie Kontakten gegenüberzutreten ist, die gegen die eigene Überzeugung agieren. Eine solche Ethik bedeutet das Ende der Ausreden, dass man als einzelner egal wäre. Und auch das Ablehnen von Ignoranz, da diese eher die Extreme stärkt. Das hat nur im Extremfall etwas mit Terror zu tun. Aber am Terror können wir uns besonders sensibilisieren für die Macht dieser Ethik. Hier zeigt sich auch ihre Schönheit. Denn gegenüber der Propaganda sind wir – anders als gegenüber der puren Gewalt des Terrors – keineswegs machtlos. Auf dem medialen Feld können wir den Terror bremsen, ob per Hashtag oder Meme, Profilbild oder Kommentar.

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