Wissen

Freies E-Book „Open Source und Schule: Warum Bildung Offenheit braucht“

Cover „Open Source und Schule“

Sebastian Seitz, Projektmanager für Open Educational Resources bei der Technologiestiftung Berlin, hat heute ein von ihm herausgegebenes E-Book zum Thema „Open Source und Schule – Warum Bildung Offenheit braucht“ vorgestellt. Das Buch lässt sich zum Preis von 99 Cent bei Amazon oder iTunes kaufen, steht dem Thema entsprechend aber auch unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA) im Volltext als PDF- und EPUB-Download zur Verfügung.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Die acht Beiträge des Bands verteilen sich dabei auf drei Themenfelder. Den Anfang machen zwei Fallstudien von Melanie Richter (Lehrerin an einer Kieler Gemeinschaftsschule) und Frank Poetzsch-Heffter (Koordinator für Schulentwicklung und Informationstechnik am Katharineum in Lübeck) zur Einführung von Linux an Schulen. Man merkt den sehr anschaulichen und detaillierten Beiträgen an, dass sie auf Erfahrungen aus erster Hand mit Vorzügen und Problemen bei Umstiegsprojekten fußen.

Den Mittelteil bilden drei Beiträge zum Thema Aus- und Weiterbildung. Wolf-Dieter Zimmermann, ehemaliger Leiter des Lehrerseminars Neuss, sieht in der Auseinandersetzung mit Open-Source-Software ein Mittel gegen „Medienanalaphabetismus in der Schule“, um „reine Oberflächen- und Einzelfeatureschulung“ zu vermeiden. Isabel Zorn, Professorin für Medienpädagogik und -wissenschaft an der FH Köln, beschreibt die Potentiale von Freier und Open-Source-Software im Bereich der Hochschule, wozu sie unter anderem eine Verringerung digitaler Exklusion zählt – schließlich können die Programme kostenlos außerhalb der Hochschule weitergenutzt werden. Den Abschluss ihres Beitrags bildet die Beschreibung einer didaktischen Methode zur Vorstellung von Freier und Open-Source-Software in pädagogischen Studiengängen. Daniel Rohde-Karge, Lehrer für Technik, Informatik und Biologie an einer niedersächsischen Oberschule, widmet sich wiederum den Hürden für einen verstärkten Einsatz freier Software im Schulalltag.

Den Abschluss bilden drei Kapitel unter dem etwas kryptischen Übertitel „Administration“. Ronny Standtke, Dozent für Medienpädagogik und Informatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), beschreibt darin das Beispiel eines Open-Source-basierten und bootfähigen Lernsticks, der es erlaubt, praktisch jeden Rechner mit freier Software zu betreiben; dieser soll vor allem den mit freier Software verbundenen Aufwand für Administration und Benutzerverwaltung reduzieren, für den an Schulen kaum Mittel vorhanden sind. Herausgeber Sebastian Seitz diskutiert danach grundlegender die Potentiale von Freier Software an Schulen, zu denen er wirtschaftliche (z. B. keine Lizenzkosten), soziale (Weiternutzung außerhalb der Schule möglich) und „bildungstheoretische Authentizität“ zählt. Letztere sieht Seitz vor allem darin verwirklicht, dass

[d]ie Ideen und Prinzipien, auf denen FOSS basiert, auch in den Konzepten moderner Schulen, wie dem Offenen und Schüleraktiven Unterricht, zu finden [sind]. Wissen teilen, Partizipation und Offenheit sind entscheidende Elemente bei schulischen Arbeitsformen, beispielsweise beim kooperativen Arbeiten.

Im letzten Beitrag des Bands fordert Michael Wilmes, Leiter des SAP-ERP-Kompetenzzentrum der Technischen Universität Berlin und vormals Referatsleiter IT in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin, in einem Interview von Schulen „Mut und Weitsicht“ und zieht Parallelen zwischen Open Source und Reformpädagogik.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
2 Kommentare
  1. Das eBook wurde bei der ersten Suche in iTunes zwar angezeigt, aber zwischendurch installierte ich updates, bei der zweiten Suche wurde es dann nicht mehr gefunden! *kopfkratz* Konnte dann leider nur die kostenlose Variante laden, obwohl ich gerne dafuer gezahlt haette.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.