Das Tor-Netzwerk ist häufiger Angriffen ausgesetzt, die darauf zielen, NutzerInnen zu identifizieren. Hinter einer Attacke von ForscherInnen der Carnegie-Mellon-Universität (CMU) soll das FBI mit einer Zahlung von mehr als einer Million Euro stehen, wie nun bekannt wurde. Nach Einschätzung der Tor-EntwicklerInnen wurden die CMU-ForscherInnen bei der Attacke im vergangenen Jahr dafür bezahlt, die Anonymisierung des Tor-Netzwerkes zu knacken und die gewonnenen Informationen im großen Stil zu durchsuchen.
Das Tor-Projekt hatte bereits im vergangen Jahr Vorsorgemaßnahmen getroffen, um vergleichbare Angriffe in Zukunft unmöglich zu machen. In einer Meldung auf dem Blog des Tor-Projekts wird davon ausgegangen, dass das FBI in diesem Fall ohne richterlichen Beschluss gehandelt hat:
We think it’s unlikely they could have gotten a valid warrant for CMU’s attack as conducted, since it was not narrowly tailored to target criminals or criminal activity, but instead appears to have indiscriminately targeted many users at once. Such action is a violation of our trust and basic guidelines for ethical research. We strongly support independent research on our software and network, but this attack crosses the crucial line between research and endangering innocent users.
Die Identifizierung von NutzerInnen-IP-Adressen ist anderen Medienberichten zufolge Teil einer umfangreichen FBI-Ermittlung gegen die Plattform Silkroad 2.0 gewesen. Pikanterweise brüsten sich auch deutsche „Cyber-Fahnder“ damit, bei der „Operation Onymous“ gegen den Online-Marktplatz beteiligt gewesen zu sein.