Zeiten ändern sich: Früher wollte U2 Downloads verhindern, jetzt wollen Nutzer Uploads verhindern

Zeiten ändern sich: Früher wollte U2 Downloads verhindern, jetzt wollen Nutzer Uploads verhindern:


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Die Aktion von Apple, einfach mal allen Nutzern das neue U2-Album aufs Gerät zu schaufeln, wirft ja so einige neue Fragen auf wie: Wem gehört eigentlich der Speicher auf meinen Endgeräten? Und wer zahlt für das möglicherweise angefallene Datenvolumen für das unerwünschte Werbegeschenk?

Und warum kann iTunes immer noch nicht einfach mal ein Album löschen, sondern es braucht ein Extra-Tool dafür, was man sich wiederum herunterladen muss (diesmal aber pro-aktiv)?

25 Kommentare
  1. Ach ja, die werden sich gedacht haben, gute Werbung, sowohl für den Gerätehersteller, als auch für die Band. Und wenn das vom Markt gut angenommen wird, kann man das in Zukunft auch bestimmt noch für anderes (Propaganda?) gebrauchen.

    1. Du erzählst hier nicht gerade wirklich, das man fürs Löschen einer Datei auf dem eigenen Rechner extra eine Internetverbindung braucht und dafür eine Webseite besuchen muss? Wie kaputt muss Apple(-Software) sein bis Kunden diesen Schrott nicht mehr kaufen?

      1. Vom Rechner löschen geht doch so oder so. Aber um es aus dem Apple Account zu löschen. Da gibt es ja die schon ganz sinnvolle Funktion, dass gekaufte Musik halt wieder z.B. bei einem Datenverlust runtergeladen werden kann. Die Daten daraus zu löschen geht wohl kaum lokal auf dem eigenen Rechner.

  2. Jo, irgendwann wird was aufs Gerät geschaufelt und wenn man es (aus Versehen z.B.) nicht mitbekommt bis zum Monatsende ists automatisch gekauft.

    Das schlimme ist ja, viele Kunden würden das sofort begrüssen. Automatisch neuer Content aufgrund seiner Vorlieben… Nicht mal mehr mehr nach neuen Sachen suchen. Bequemer gehts nicht mehr.

    Greetz,
    GHad

  3. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen … Apple schmeisst einem (scheinbar, kann ich nicht aktiv überprüfen) ungefragt das neue U2-Album auf das iPhone und startet nur wenige Tage nach Beginn dieser Aktion eine Website mit einem „songs-of-innocence-removal-tool“.

    Kneif mich einer und sag mir, dass das kein Scherz ist. Das dürfte doch wohl einer der weltweit ersten Musikdownloads mit einer Opt-Out statt Opt-In Funktion sein. Volksbespaßung nach Konzernvorgaben.

  4. Habt Ihr euch auch mal gefragt wie es überhaupt zu diesem Download kommt? Apple Pusht überhaupt nix in den Speicher. Ihr bekommt das Album kostenfrei auf euren iTunes Account freigeschaltet. Wenn Ihr jetzt in den Systemeinstellungen den automatatischen Download von Einkäufen aktiviert habt, wird der Download automatisch gestartet. Verständlich oder? Habe ich auch noch den Download über das Mobilfunk-Netz aktiviert dann ist das doch meine persönliche Entscheidung. Also erst mal die Einstellungen checken. :)

  5. Um es mal ganz klar zu sagen: Da wird nichts automatisch in den Speicher von iPhones oder Macs geladen. Das Album liegt in der iCloud. Angemeldete Nutzer des iTunes Stores sehen die Lieder, sofern sie iCloud in iTunes aktiviert haben. Und können sich dann entscheiden, ob sie das ignorieren, aus der Cloud streamen oder in ihre lokale iTunes-Library kopieren wollen.
    Und wie Ante schon schreibt: Wer den automatischen Download von Einkäufen aktiviert hat, muss sich dessen bewusst sein. Übrigens: auch dann lässt sich das Album wieder von der lokalen Library löschen.
    Eigentlich schade, dass in diesem sonst so professionellen Blog so undifferenziert darüber geschrieben wird.
    Für meinen Fall: Bin zwar nicht unbedingt U2-Fan, hab das Album aber mal mitgenommen. Geschenkter Gaul …

    1. Wer den automatischen Download von Einkäufen aktiviert hat, muss sich dessen bewusst sein.
      Man muss sich bewusst sein, dass man auf seine Kosten Datenvolumen verbraucht das man NICHT gewollt oder bestellt hat?

      Soviel mal zu undifferenziert.

    2. „undifferenziert darüber geschrieben wird“, das geht natürlich an dich zurück!

      „automatischen Download von Einkäufen aktiviert hat“, ähm, wo wurde denn das U2 Album von den Apple-Jüngern gekauft? Eben, gar nicht!

  6. Der große Unterschied zwischen 2008 und heute: 2008 hat U2 keine 100 Millionen für die Downloads erhalten (logisch, Tauschbörsennutzer zahlen eher selten für alle Inhalte). Ich sehe da also nicht so wirklich den Widerspruch.

    Natürlich bleibt die Aktion etwas fragwürdig, wenn tatsächlich das Album automatisch auf die Endgeräte der Nutzer übertragen wird ohne daß der Nutzer einem Download zugestimmt/in den Einstellungen den Download erlaubt hat.

  7. Bei allem, was man U2 vielleicht vorwerfen kann: Der scheinbare Gegensatz zwischen der Haltung von früher und heute ist keiner. Freiwilligkeit ist das Stichwort. Nur weil sie heute freiwillig etwas verschenken, heißt das ja nicht, dass sie nicht 2008 gegen einen (von ihnen nicht gewünschten) Download ihrer Musik sein können. Ich stimme doch auch nicht zu, dass jeder mir Geld aus dem Portemonnaie nehmen darf, wie er will, nur weil ich irgendwann einmal etwas bezahlt oder gespendet habe. Da ist es auch egal, warum sie das Album verschenken: Ob aus Promo-Gründen, gegen 100 Mio. von Apple, aus Freude an der Kunst oder was auch immer. Sie tun es heute freiwillig, 2008 eben nicht.

    Das zu vermischen, spielt denjenigen in die Karten, die argumentieren, dass man Nutzer von Facebook & Co. ungestraft ausspionieren kann, weil sie ihre Daten ja eh öffentlich machen. Nein, darf man nicht. Das eine geschieht freiwillig, das andere nicht.

  8. Das ist echt ein Witz, früher habe ich auch mal ein Album heruntergeladen bevor ich es gekauft habe, mittlerweile muss ich diese „kostenlose Geschenke“ aufwendig filtern, den ich kaufe grundsätzlich keine Musik mehr und verzichte dankend.

  9. Noch ein Nachtrag: Mit gesteigertem Qualitätsbewusstsein bei Musik, Literatur u.s.w. habe ich irgendwann angefangen mir eine kleine private Bibliothek mit zeitlosen Klassikern und besonderen Ausnahmekünstlern anzulegen. Natürlich alles legal. Diese ist inhaltlich so ergiebig das das für den Rest meines Lebens ausreicht. :-)

    1. Lustigerweise sind die meisten Komponisten und auch die ausführenden Künstler aus diesem Bereich meist schon tot und die Technik um es perfekt abzuspielen, soweit das geht, ist ein brauchbarer Plastikplayer mit gutem D/A aus China und ein guter Kopfhörer, zusammen etwa 50 EUR. Aber die Firmen wollte ja was verkaufen …

      Ich gebe mein Geld meist nur noch für Konzerte/Auftritte und ggf. CD/T-Shirt-Kauf im kleinsten Rahmen aus, der Rest der „Events“ nervt mich persönlich nur noch bzw. komme ich mir nachher doof vor.

      Man kann Künstler und ihre Helfer heutzutage relativ schnell direkt über das Netz bezahlen, die teilen das schon unter sich … bzw. kümmert sich der Künstler/die Gruppe selbst darum. Ob man es will/kann steht auf einem anderen Blatt.

      Mein Problem ist eher, dass sich die meisten guten Leuten vom Stil her so rasch entwickeln/verändern, dass ich kaum noch mit komme/mit kommen will und ich auch viel mehr altes Zeug höre als mir lieb ist.

      1. Ja, die irgendwie versuchen die es allen Recht machen zu wollen um den Umsatz anzukurbeln. Das scheint auch zu funktionieren, fragt sich nur ob das Ergebnis dauerhaft ist.

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