Linkschleuder

Weihnachtsbotschaft gegen Pegida: „Liebeserklärung an die Vielfalt“

Seit heute morgen kursiert aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationale eine „Liebeserklärung an die Vielfalt“, die manifestartig ein Zeichen für eine offene, freie und vielfältige Gesellschaft setzt und sich – ohne Pegida zu nennen – deutlich von deren Weltbild distanziert. Anhand lebensweltlicher Beispiele heißt es da u.a.:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Wir finden es normal, dass der marrokanische Schwager mit uns Weihnachten feiert. Und es dann kein Schweinefleisch zu Essen gibt. Wir haben Freundinnen und Freunde aus Russland, Usbekistan, Mali, Österreich und Tunesien. Wir lernen von anderen und merken, dass andere von uns lernen. Das ist Zusammenleben, auch wenn wir manchmal Dinge nicht verstehen. Wir interessieren uns für andere Kulturen, Religionen und Ansichten und werden niemanden eine Kultur überstülpen.

Oder im Bezug auf Flüchtlingspolitik:

Wir wollen in einem Land leben, das Menschen auf der Flucht offensteht. Wir leben in einem Einwanderungsland und wir wollen eine Willkommenskultur anstatt die Mauern um Europa zu vergrößern. Wir sind entsetzt darüber, dass so viele Menschen an den Außengrenzen sterben. Wir verstehen, dass Menschen fliehen, egal aus welchem Grund. Wir wollen Flüchtenden ein neues Zuhause geben und die Möglichkeit, frei und in Würde zu leben. Ohne uns dabei auf die Schulter zu klopfen.

Zu den rassistischen und islamophoben Demonstrationen in Dresden heißt es:

Wir werden hasserfüllten Angsthasen, Rassisten und Fremdenfeinden dieses Land nicht überlassen, sondern an einer offenen und vielfältigen Gesellschaft weiterarbeiten. Was wir in Dresden und anderswo sehen ist nicht die Mitte der Gesellschaft, sondern Deckungsmasse von Nazis und Brandstiftern. Sie stellen nicht die richtigen Fragen, sondern treten nach unten. Sie sind diejenigen, die einer toleranten und freien Gesellschaft und Kultur im Wege stehen.

Die Liebeserklärung an die Vielfalt ist mit einer Aufforderung zur Verbreitung verbunden, der sich schon mehrere Blogs angeschlossen haben:

Verbreitet die Liebeserklärung an die Vielfalt. Sie soll überall auftauchen, an ihr soll kein Weg vorbeiführen. Bloggt diese Weihnachtsbotschaft, postet sie auf Facebook, fotografiert sie für Instagram, verlinkt sie, twittert sie, leitet sie weiter, schickt sie per Mail, vertont sie, macht Videos, druckt sie aus, hängt sie auf, plakatiert. Macht eine Lawine daraus, eine frohe Botschaft der Menschlichkeit, eine Liebeserklärung an die Vielfalt, einen Appell für das friedliche Zusammenleben. Und dann geht auf die Straße und demonstriert. Wir sind viel mehr als wir denken.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
11 Kommentare
  1. Insgesamt sicher eine gute Botschaft leider finde ich gerade diesen Teilsatz zu weit gegriffen:

    „nicht die Mitte der Gesellschaft, sondern Deckungsmasse von Nazis und Brandstiftern.“

    Weiterhhin kam ich schon beim ersten zwei Sätzen ins Stolpern

    „Wir finden es normal, dass der marrokanische Schwager mit uns Weihnachten feiert.“

    Volle Zustimmung dann aber der zweite Satz:

    „Und es dann kein Schweinefleisch zu Essen gibt“
    Der Zusammenhang ist mir tatsächlich nicht klar. Nur weil einer oder wenige aus einer Gruppe etwas aus Gründen nicht ‚Essen‘ sollte man komplett verzichten.
    Man ersetze nur ‚marokkanisch‘ durch vegetarisch und schon würde keiner den kompletten Fleischverzicht fordern. (soll keine Diskussion über Vegetarismus sein)

    So das waren meine Gedanken.
    Christian

    1. Von „gefordert“ lese ich da gar nichts.

      Es gibt so Höflichkeiten, die „muss“ man nicht machen. Manchmal macht man’s aber doch, aus Respekt, aus Wertschätzung, aus Freundlichkeit. Und hat überhaupt kein Problem damit.

  2. Wenn ich Gäste habe, gehe ich natürlich auch auf deren Eßgewohnheiten und Vorlieben ein wenn ich koche. Und ich muss nicht auf Schweinefleisch oder überhaupt Fleisch bestehen. Wenn jemand keinen Fisch mag, muss ich das auch nicht gerade dann vorsetzen. Es gibt genug Alternativen in der Küche und genug andere Tage an denen ich (Schweine)Fleisch essen kann. Alles andere ist meiner Meinung nach sehr unhöflich den Gästen gegenüber und nur ein blödes Machtspiel.

  3. Pegida-Anhänger schreiben ‚Islamisten‘ und meinen oft ‚Asylbewerber‘ (und manchmal auch umgekehrt). Die HI schreibt hier ‚marokkanisch‘ und meint ‚muslimisch’….und wärmt mit dem ‚kein Schweinefleisch‘-Automatismus ein ganz, ganz plattes Stereotyp auf. Schade.

    1. So ist es — sozialromantischer, euphemistischer, devoter und kotauischer Hohlkäse. Wenn ich in Japan bin passe ich mich den Gepflogenheiten dort an: Ich ziehe in jeder popligen Isakaya meie Schuhe aus, ich lasse mich zu Stosszeiten in die S-Bahn quetschen, ich schlürfe meine Suppe hörbar, wenn sie schmeckt und wasche mir die Hände, wenn ich einen Tempel besuche.

      Wenn ich in Jordanien eine Moschee besuche, dann ziehe ich vor dem Betreten meine Latschen aus, schweige ansonsten und unterlasse es, die darin befindliche Moslembrut mit Blitzlicht und Autowinder zu belästigen.

      Wenn ich in Vietnam bei schwarzen Hmong eingeladen werde, dann würge ich deren Haus das dargebtotene, ekelhafte Knorpelfleisch herunter, nötigenfalls mit einer halben Pulle Reisschnapps.

      Doch diese bekloppten „Hedonisten“ — allesamt an kognitiver Dissonanz leidend –, dummlallen Schwachsinn von „bereichernder“, gegenseitiger Liebeserklärung, jede Kriminalstatistik der vergangenen 20 Jahre ignorierend…

      Und dann noch „Facebook“, „Instagram“, „Twitter“ und der sonstige Fusselbärtchen-/ Strickmützenmüll der Berliner Loserschmarotzer, nicht zu fassen — Arsch auf Eimer, wissenschon.

      Bigotter, strunzdummer Dreck, wie gehabt.

  4. Ich finde Ton und Intention des Textes gut. Habe aber Kritik im positiven Bezug auf das undefinierte „Wir“ (Gutmenschen?) und vor allem das „Land“. Warum begrenzt sich ein Text gegen Grenzen auf etwas artifizielles und ausgrenzendes wie ein „Land“, a.k.a. einen Nationalstaat?

    Ganz besonders stört mich dieser Satz: „Was wir in Dresden und anderswo sehen ist nicht die Mitte der Gesellschaft.“ Doch. (Siehe Heitmeyer und Mitte-Studien.) Das ist genau das Problem!

  5. „Wir interessieren uns für andere Kulturen, Religionen und Ansichten und werden niemanden eine Kultur überstülpen.“

    Warum verstehen diese „Gutmenschen“ nicht endlich mal, dass die Ängste und auch teilweise die Realität genau andersherum ist ! Darum befürchten manche ja, dass Deutschland islamisiert wird.
    Asylanten, Migranten etc = Ja, Missionare, Wirtschaftsflüchtlinge = nein

    Der Kommentan von „John Jihadi“ oben trifft es eigentlich auf den Punkt.
    Als Gastgeber hat man Rechte und Pflichten, ebenso als Gast !!

    1. Öhm, weil manche halt verstanden haben, dass es auf komplexe Problemlagen keine simplen Antworten gibt?? Einfach mal das raw footage der ARD dazu anschauen. Da beschreibt eine Demonstrantin, wie wenig ihr von ihrer Rente bleibt. Ein älterer Mann beschwert sich, dass sein Bruder viel zu wenig Krankengeld erhalten hätte. Irgendwer hält ein „GEZ Abschaffen“-Schild in die Kamera. Die Politik hört uns nicht zu, sagen die meisten. Und die Lösung? Migranten abschieben!!!! Nee klar. Dann wird Deutschland zum Hort der sozialen Gerechtigkeit. Schlichter gehts echt nicht mehr.

  6. echte Toleranz wird erst möglich sein wenn jede Religion egal welche nicht mehr nach außen getragen wird, es etwas privates ist das man nur für sich hat nur……………..so funktioniert Religion leider nicht

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