In der WELT gibt es ein interessantes Stück über das geplante Handelsabkommen TTIP. Obwohl die WELT eher mit den Befürwortern sympathisiert, kommen die Gegner gut mit ihren Argumenten zu Wort und beide Seiten werden abgebildet, auch in einer zeitlichen Einordnung: Tod eines Handelsabkommens. Tenor: Die Bundesregierung hat es bisher selbst versenkt. Soll wahrscheinlich die Motivation bei der Großen Koaliton stärken, sich mehr zu bemühen. Trotzdem lesenswert.
TTIP ist ein Lehrstück über politische Hybris, über politische Fehlkommunikation und fehlenden politischen Mut, bei Gegenwind für etwas zu kämpfen.
Apropos TTIP. Die Bundesregierung schickt jetzt ihr bestes Pferd ins Rennen: Merkel will Oettinger als Handelskommissar. Nach einer Legislaturperiode „Mehr Atomkraft wagen“ könnte Oettinger für alle Handelsabkommen von TTIP über CETA bis TISA & Co verantwortlich werden.
Gleichzeitig beschwert sich die EU-Kommission, dass sich zuviele Bürger bei einer öffentlichen Konsultation zum Investitionsschutz bei TTIP beteiligt haben. Beobachter des Prozesses vermuteten, dass die EU-Kommission die Konsultation nur gestartet habe, um das Thema TTIP möglichst aus dem EU-Wahlkampf rauszuhalten und etwas Transparenz und Partizipation zu simulieren. Dafür spricht auch die Reaktion von EU-Handelskommissar Karel de Gucht. Machen zuviele Bürger mit, ist es auch nicht ok: TTIP-Gegner legen EU-Kommission lahm.
„Wir haben fast 100.000 Beiträge bekommen, viele davon identisch“, sagte EU-Handelskommissar Karel de Gucht der WirtschaftsWoche. „Das war eine regelrechte Attacke.“[…] „Wir mussten die Befragung um eine Woche verlängern, weil das System dem Ansturm nicht gewachsen war“, so der Handelskommissar. „Dass so viele Beiträge identisch sind, spricht für eine konzertierte Aktion.“
Wo bleibt eigentlich die versprochene Transparenz bei TTIP?!