Demokratie

Millionärswahl für Cannabis-Legalisierung nutzen

Update: Georg Wurth hat tatsächlich die Million Euro gewonnen!

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Georg Wurth_16Georg Wurth ist ein Freund von mir und setzt sich mit dem Deutsche Hanfverband für die Legalisierung und Akzeptanz von Cannabis ein. Als er mir im November erzählte, dass er sich bei der TV-Show Millionärswahl beworben hat, war ich etwas skeptisch. Ich bin keine Zielgruppe für diese Art von TV-Shows und dachte, das wäre auch für ihn Zeitverschwendung. Aber er wollte die Möglichkeit nutzen, seine starke Online-Community als Unterstützer zu mobilisieren und im Fernsehen für sein Anliegen zu werben. Die TV-Show ist mehr oder weniger gescheitert, aber Georg hat die zweite Runde gewonnen, steht heute im Finale und könnte eine Million Euro gewinnen. Das Finale wird aber nur noch ab 20:15 Uhr im Netz ausgestrahlt (Link zum Stream). Aus diesem Grund hab ich ein kleines Interview mit ihm gemacht, um zu erklären, warum er das macht und wie er das Netz für eine Art Wahlkampf genutzt hat. Und so passt es dann auch wieder hier rein. Außerdem habe ich es nie verstanden, dass man an Tankstellen Alkohol kaufen, aber fürs Kiffen im Park den Führerschein verlieren kann. Ein Cannabisverbot ist eine der unlogischsten Gesetzgebungen in Deutschland, zumal gerade die halbe USA kiffen erlaubt und ein Verbot als historischen Fehler begreift.

Wer auf solche Art von Shows steht, das Anliegen gut findet und bei kostenpflichtigen TV-Votings mitmacht, kann Georg heute ab 20:20 dadurch unterstützen, dass man unter 01379 36360-6 anruft oder eine SMS mit dem Text „6“ (Keine Ahnung, ob eine 6 auch reicht) an die Nummer 40400 schicken.

netzpolitik.org: Was macht der Deutsche Hanfverband?

Georg Wurth: Unser Ziel ist die Legalisierung von Cannabis, also die Regulierung des bisherigen Schwarzmarktes durch Einführung von Cannabis-Fachgeschäften, sowie der legale Anbau einiger Hanfpflanzen zur Deckung des Eigenbedarfs. Außerdem wollen wir natürlich die Verfolgung der Konsumenten beenden und zum Beispiel eine vernünftige Führerscheinregelung durchsetzen. Niemand soll bekifft fahren, aber es soll auch niemand wegen Cannabis den Führerschein verlieren, der noch nicht berauscht gefahren ist. Außerdem geht es uns um eine vernünftige Versorgung von Patienten mit medizinischem Cannabis und die Förderung von Hanf als Biorohstoff. Ich selbst beschäftige mich seit 1996 intensiv mit dem Thema, seit 2002 hauptberuflich beim DHV.

netzpolitik.org: Wieso hast Du Dich bei der Millionärswahl beworben?

Georg Wurth: Das lag nahe, weil wir mittlerweile eine große online-community haben, so dass wir mit guten Chancen ins Rennen gegangen sind. Ein TV-Auftritt zur besten Sendezeit war verlockend und die Million können wir für unsere Arbeit natürlich auch gut gebrauchen.

netzpolitik.org: Was willst Du mit dem Geld machen, wenn Du gewinnst?

Georg Wurth: Wir wollen vor allem unsere Öffentlichkeitsarbeit ausbauen und die Leute zum Nachdenken bringen, ob das Hanfverbot mit all seinen negativen Auswirkungen wirklich so sinnvoll ist. Ich möchte zum ersten mal in der deutschen Geschichte einen Fernseh-Werbe-Spot schalten, wie es in den USA bei Volksabstimmungen zum Thema schon lange üblich ist. Das soll aber nur eine Initialzündung sein, es soll noch genug Geld übrig bleiben, um auch Zeitungsanzeigen und kreative PR-Maßnahmen zu finanzieren. Außerdem werden wir Patienten und anderen helfen, die vor Gericht für ihre Rechte kämpfen und über Jahre hinweg die Struktur des DHV ausbauen. Es geht immerhin um das zehnfache unseres derzeitigen Jahresbudgets.

netzpolitik.org: Medienberichten zufolge wurde das Abstimmprocedere und der gesamte Ablauf der Sendung mehrfach geändert. Der verkürzte Abschluss findet gar nicht mehr im Fernsehen, sondern nur noch im Netz statt. Wie fühlt man sich als Beteiligter?

Georg Wurth: Ich habe Glück gehabt, weil ich in der zweiten Vorrunden-Sendung dran war, die als einzige gut funktioniert hat. Wir hatten sehr gutes Feedback nach meinem Auftritt, viele neue DHV-Fans und Mitglieder – und einige Eltern habe ich wohl auch zum Nachdenken gebracht. Und die Million kann ich auch bei der Übertragung im Netz noch gewinnen, denn die meisten DHV-Supporter sind sowieso eher im Web als vor dem Fernseher zu Hause. Schlimmer getroffen hat es sicher die Macher der Millionärswahl und die 35 Kandidaten, die keine Chance hatten, sich im TV zu präsentieren.

netzpolitik.org: Der Deutsche Hanfverband ist sehr aktiv bei Facebook. Wie nutzt Du soziale Medien für Deinen Wahlkampf?

Georg Wurth: Es läuft fast nur über facebook, das ist für uns ein unglaublich mächtiges Instrument. Der DHV hat selbst über 70.000 aufmerksame und motivierte Fans und wir arbeiten auch mit noch größeren Gruppen zusammen. Mittlerweile sind sehr viele Leute bereit, aktiv zu werden, um diese unsinnige Stasi-mäßige Verfolgung harmloser Leute zu beenden. Schon vor zwei Jahren hat uns das bei Merkels Zukunftsdialog ganz noch oben katapultiert, so dass ich als erster Cannabis-Lobbyist ins Kanzleramt eingeladen wurde.

netzpolitik.org: Nun könnte man meinen, dass Cannabiskonsumenten als kriminalisierte Bürger vielleicht nicht mit offenem Visier soziale Medien nutzen würden, trotzdem habt Ihr 70.000 Fans auf Facebook. Wie erklärst Du Dir das?

Georg Wurth: Ein Aspekt dabei ist, dass wir keine Vereinigung von Konsumenten sind, sondern von Legalisierungsbefürwortern. Uns zu liken ist ein politisches Statement, kein Konsum-Outing. Noch wichtiger ist aber, dass die Angst der Leute immer mehr nachlässt, offen zu dem Thema zu stehen. Es gibt Cannabis-facebook-Gruppen mit über 100.000 Fans, die viel mehr konsumbezogen sind als wir. Das ist eine Lawine, die nicht mehr aufzuhalten ist. Was wollen „sie“ dagegen machen, 100.000 Hausdurchsuchungen? Die Leute verlieren ihre Angst, weil sie merken, wie viele sie sind.

netzpolitik.org: Was muss die Politik machen, um Cannabiskonsumenten aus der Kriminalität zu holen, nachdem die halbe USA mittlerweile legal kiffen kann?

Georg Wurth: Ein guter Anfang wäre, wenn der Besitz einer gewissen Menge zum Eigengebrauch nicht mehr strafbar wäre. Dann würden Anzeigen gar nicht erst geschrieben, die Leute könnten ihr Gras oder Hasch behalten und die Polizei könnte sich mit echten Kriminellen beschäftigen. Dazu legaler Eigenanbau und ein vernünftiger THC-Grenzwert für den Straßenverkehr. Das wäre schonmal ein großer Fortschritt. Letztlich wäre aber eine Regelung wie in Colorado (USA) sinnvoll, mit legalem Anbau, geprüfter Qualität und Fachgeschäften für Erwachsene.

netzpolitik.org: Wie kann man Dich und Dein Anliegen unterstützen?

Georg Wurth: Finanziell mit einer einmaligen Spende oder als Privatsponsor mit einem regelmäßigen Jahresbeitrag. Über 1.000 Privatsponsoren und gut 100 Firmen der Hanfbranche machen mit ihren Beiträgen unsere Arbeit überhaupt erst möglich. Aber wir brauchen auch Leute, die aktiv werden. Vom Leserkommentar bis zum Info-Stand gibt es da viele Möglichkeiten. Wer sich einbringen will, sollte mal einen Blick ins DHV-Forum werfen. Und natürlich durch Voten bei der Millionärswahl!

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35 Kommentare
  1. Ich drücke dem DHV die Daumen! Es wird Zeit dass sich an der repressiven Drogenpolitik etwas ändert. Portugal, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Colorado, die Niederlande, Uruguay und noch viele mehr haben die Zeichen der Zeit erkannt und gehen schon neue Wege.

  2. Dem Daumendrücken schließe ich mich an! Der DHV macht tolle Arbeit, ich hoffe, dass die Message, die der Verein vertritt – vernünftige Drogenpolitik -, auch endlich bei CDU und SPD ankommt!

  3. Ich verfolge den DHV ja auch von Anfang an nur frage ich mich immer noch wie sie das schaffen wollen. So stur wie unsere Politiker sind die ja immer noch Cannabis für gefährlicher halten als Alkohol.

    1. hm, vielleicht weil die Hauptkonsumart das Rauchen einen negativen Effekt hat, und die „positiven“ daher ein wenig untergehen. Ist zumindest das einzig Vernünftige, was mir da einfällt.

      1. Das Rauchen ist nur so schädlich, wenn mans mit Tabak kombiniert. Ich will nicht abstreiten, dass das Cannabisrauchen ungesund ist, aber das ist noch nicht hinreichend belegt, genau wie es viele Studien gibt, die nahelegen, dass das Rauchen viele positive Effekte hat. Es wird Zeit hier endlich ordentlich Forschen zu können damit die ganzen mutmaßungen über Schaden und Nutzen endlich aufhören und man seine Argumente auf eine ausreichende Zahl von Untersuchungen stützen kann.

  4. Die AG Drogen- und Suchtpolitik Der Piratenpartei, zumindest ich und ein paar andere drückten auch ganz fest die Daumen. Ich bin damals extra Mitglied geworden, da Cannabis als Medizin genauso illegal war und blieb wie der Verkauf an vierzehnjährige Schulkinder.
    Bei vielen Krankheiten hilft Cannabis als Medizin sehr gut, zum Beispiel bei meiner primär chronisch progredienten MS. Diese ist ansonsten unheilbar und es gibt keinerlei Medikamente dagegen. Der Echtstoff würde viel besser helfen als zum Beispiel das 350 € teure Medikament namens Sativex welches ich bekomme.
    Das starke brennen im Mund (vermutlich ausgelöst durch den Alkohol im Mundspray) wäre dann vermutlich auch passee.
    Also: viel Glück

  5. Ich finde den Link zum Stream nicht.
    Könntest du ihn eventuell mal posten und vielleicht das ganze auch als Twitter Mitteilung damit man es retweeten kann.

  6. Gute und unterstützenswerte Initiative! Wär nichts für mich (ich bin Nichtraucher, Hasch wie Tabak) aber grundsätzlich stehe ich auf dem liberalen Standpunkt, dass jeder alles tun darf was keinem anderen schadet:
    Bei sich zu hause oder in Coffee-Shops kiffen ist ok, so lange nicht bekifft gefahren wird; für Eigenbedarf/Freunde Hanf anbauen ist ok, und kommerzieller Verkauf/Anbau sollte besteuert und auf Qualität kontrolliert werden.
    Sehe ich für die meisten anderen Drogen (z.B. LSD und Opium) genauso, nur bei dem wirklich gefährlichen Zeug (wie Crack/Heroin) sollte man vorher prüfen, in wieweit es noch vertretbar ist der Allgemeinheit die Kosten aufzubürden (wobei die Gesundheitskosten uns wahrscheinlich immer noch billiger kommen als die Verfolgung; und im Zweifelsfall kann man den Stoff ja auch kostendeckend besteuern).

  7. LSD verkaufen? Ganz ehrlich, ich unterstütze den DHV und die Legalisierung von Cannabis voll und ganz, aber andere Drogen, sollten weiterhin verboten bleiben. Cannabis ist natürlich und eine Pflanze, die chemische Drogen hingegen richten einen Körper zugrunde.

    1. Mahlzeit,
      ich habe da den einen oder anderen Gedanken zu deinem Kommentar:)

      Erstmal: Cannabis sollte definitiv legalisiert werden!
      Allerdings ist die Aussage “ … die chemische Drogen hingegen richten einen Körper zugrunde. …“
      So nicht ganz korrekt.
      Und der (vorgezogene-) Schluss “ .. aber andere Drogen, sollten weiterhin verboten bleiben. ….“
      birgt doch einen nicht unwesentlichen Kritikpunkt.
      Ich nehme an, dass du, wie viele Andere, leider auch hier der Propaganda der verschiedensten Staaten zum Opfer gefallen bist.

      Erst einmal, nichts gegen dich!
      So etwas passiert leider noch immer, jedoch haben wir heute die Möglichkeit, uns besser über diese Dinge zu informieren.
      Du schreibst, das du eine Legalisierung von Cannabis voll und ganz unterstützt, das zeigt schon auf, dass du den immer und immer wieder wiederholten Unwahrheiten über diese Pflanze keinen Glauben (mehr) schenkst.
      Das ist schon einmal ein Anfang!
      Tatsache ist leider auch, dass auch über die meisten anderen Drogen,
      ob künstlich hergestellt, oder nicht, eine Menge Fehlinformationen gestreut werden.
      Nicht alle, extremst-verteufelten Substanzen sind so schädlich, wie ihr Ruf.
      Bspw.: LSD
      Eine Abhängigkeit ist nicht möglich (es bildet sich eine Toleranz gegen LSD, welche einen Tripp in den nächsten Tagen/Wochen kaum möglich macht) eine letale Dosis ist, bis auf eine intravenös verabreichte Dosis, die tausende Male über der übllichen Konsum Menge liegt, nicht bekannt.
      (Vgl. mit Alkohol, da reicht schon die 3,4,5 fache Dosis)
      Es stirbt also niemand dran, eine Fahruntauglichkeit ist nur während des Konsums (+24 bis 48 Std.), danach aber nicht mehr gegeben.
      Über die Wirkung aufgeklärte Personen haben somit keinerlei Probleme mit dem Konsum.
      -> Warum sollte also eine Substanz, die, untersucht und nach aktuellen wissenschaftlichen Standards als ungefährlicher als Alkohol eingestuft wurde, weiterhin verboten sein?

      Ich bitte daher an dieser Stelle alle, die eine entsprechende Meinung vertreten,
      also dass bspw. LSD verboten gehört, weil es nach ihrer Auffassung extrem gefährlich ist,
      einmal die entsprechenden Themen zu googlen.
      Ein interessanter Ansatz ist die Liste der BBC zu diesem Thema
      (Das Drogen ABC: https://www.youtube.com/watch?v=4HJBqo-6KeA ), eben so, wie die entsprechenden Einträge in der WIkipedia:
      Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drogen-schadenspotenzial-nutt-2007.svg
      Dazu gehöriger Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Droge#Klassifizierung_nach_Schadenspotenzial )

      Besten Dank, das war’s von mir,
      ich hoffe, der Ein oder Andere liest diesen Kommentar und bildet sich seine eigene Meinung! :)

      Grüße,
      Mark

      PS: Heut Abend erstmal für Georg stimmen! :)

      1. mark,

        sehr schön.

        im moment sendet zdfInfo regelmäßig, leider immer sehr spät nachts, „die substanz“, der erste film, der lsd halbwegs gerecht wird. ich plädiere zb. energisch dafür, zentren einzurichten, in denen menschen diese erfahrung unter begleitung sachkundiger machen können, zb. wie im film geschildert, wenn sie sich dem tode nähern.

        zum kiffen kann ich nur so viel sagen: ich wohne da, wo fuchs und hase sich gute nacht sagen. an einer tankstelle hier in der nähe, auf der sich trucker versorgen, kann man zwischen zwei bongs und ca. 6 sorten jointpapers wählen. auf dem land …

        diese ganze cannabissache ist eine einzige heuchelei. es wird gekifft bis zum geht nicht mehr, aber kaum, daß man das laut sagt, kommt irgendeine tante von der spd, den grünen oder der cdu und stimmt in diesen „schädlich schädlich schädlich“ gesang ein … nicht aus vernunft sondern aus feigheit.

        ich habe das recht, zu rauchen, egal, ob das im gesetz steht oder irgendeine besorgte nannie mir das verbieten will. in ein paar jahren werden sie alle ihre fehler, für die unfassbar viele junge menschen ins gefängnis gehen mussten sehen …

        aber sie werden ihn nicht eingestehen ..

  8. Ich weiß ja nicht, ob das wirklich ein netzpolitisches Thema ist..

    Dennoch ein gutes Anliegen, ich finde jedoch in dem Fall Viva con Agua unterstützenswerter (Kandidat Nr. 2). Die Drogenpolitik in diesem Land kann man durch sein Wahlverhalten und eigenes Engagement beeinflussen, während Viva con Agua das Geld für Menschen einsetzt, die ganz andere Probleme haben als eine restriktive Drogenpolitik.

    http://www.vivaconagua.org/

  9. Oh oh, Werbung für eine kostenpflichtige Sonderrufnummer ohne Kostenhinweis. Die Abmahnung ist bestimmt schon unterwegs (und auch ich finde es tatsächlich nicht in Ordnung, dass ihr verschweigt, dass sowohl der Anruf als auch die SMS Geld kosten).

      1. Da ist imo ziemlich selbstverständlich und die 5 cent oder was das sind machen auch niemanden arm, falls er das nicht checkt! Sei doch mal n bissl kulant, die wollten sicher niemanden in die existenzzerstörende Falle locken und dich um deine hart vierdienten 5 cent prellen ;)

  10. Übrligens braucht man Cannabis für medizinische Zwecke nicht unbedingt zu rauchen sondern es gibt Inhalatoren. Das funktionierte auch zum berauschen.
    Bei allen natürlichen Drogen sind eigentlich die Streckmittel am gefährlichsten. Cannabis wird zum Beispiel gerne mit einem Streckmittel namens Brix verlängert. Das ist eine Art Kunstdünger. Manchmal wird auch Bleisulfat Verwendet. Die Konsumenten bekommen dann eine Bleivergiftung. Heroin wird gerne mal mit Rattengift gestreckt. Der Echtstoff würde gar nicht so schlimme folgen habe. Es ist jedoch sehr teuer. Auf jeden Fall könnte man mit dem eingenommenen Geld eine gute Suchtmittelpräsentation machen.

    1. Weil es einem gefällt?
      Weil man mal ganz anders abschalten kann?
      Weil man anders Spaß haben kann?
      Weil man mal Dinge sehen möchte, die einem sonst verborgen bleiben?
      Weil man etwas über sich selbst erfahren will?
      Weil man mit Freunden mal so herzhaft lachen möchte, wie es ohne einfach nicht möglich ist?(Und wer hier das Gegenteil behauptet:
      Es tut mir leid, aber in dem Maße, wie es mit Cannabis, LSD oder Pilzen möglich ist, kann niemand im nüchternen Kopf lachen,
      auch, wenn diese Tatsache niemandem gefällt)
      Weil man sich mal wieder über die kleinen Dinge im Leben freuen möchte?
      Weil man die Welt auch gerne mal wieder mit Kinderaugen sehen möchte?
      Weil man sich nicht alles vom Staat diktieren lassen möchte?
      Weil man gerne feiern geht, aber sich vlt. nicht traut dabei auch mal jemand Fremden anzusprechen?
      Weil man gerade Kopfschmerzen hat und eben nur Aspirin da ist?
      (Oh, warte, richtig, es wird ja zwischen legalen und illegalen Drogen unterschieden …. .)
      Weil man gerade Bluthochdruck hat und man sein Herz nicht auf Dauer belasten möchte?
      Weil man unter Appetitlosigkeit leidet?
      ………..
      ……….
      etc. pp.

      Ich hoffe, da war die ein oder andere Idee dabei, weshalb Menschen Drogen (was für ein schlimmes Wort …. .) nehmen.

    2. Warum sollte man Torte essen oder Fallschirmspringen. Ist auch alles potentiell ungesund. Von Adrenalinschub oder Zucker-High will ich garnicht anfangen.

  11. Ernsthaft? Unterstützung für die Legalisierung von Drogen?
    Ich liebe ja Netzpolitik, aber es gibt Dinge, welche eiskalt gegen meine moralischen Prinzipien verstoßen, was auch mit dem Zustand der Gesellschaft zu tun hat.

    Tschüss Netzpolitik, war eine schöne Zeit.

    1. Ernsthaft? Unterstützung für die Aufrechterhaltung eines perversen Obrigkeitsstaates, der die Menschen als sein Eigentum betrachtet? Ich liebe ja moralische Prinzipien, aber es gibt Dinge, welche eiskalt (NS-Terminus) gegen jegliche Logik verstoßen, was auch mit dem Geisteszustand der Befürworter zu tun hat.

      Tschüss TuxKanone, wird eine schöne Zeit.

    2. Naja, da es zu deinen moralischen Prinzipien gehört, Menschen einzusperren und verfolgen, die niemanden Schaden zufügen, dann muss man sich wirklich diese Frage stellen.

  12. Viele die gerne spenden würden aber es dennoch nicht machen denken dabei nicht als Investition sondern „Verschwendung“ weil die das Geld quasi nicht wieder sehen und auch nix greifbares bekommen.

    Ich finde wenn man die Spende absetzen kann dass man es immer und auf jeden Fall stets ansagen muss. So verliert der Spender kein Geld und die Bereitschaft steigt

  13. Und morgen das Interview mit dem Verband der deutschen Tabakindustrie? Die haben da ja momentan auch so ein kleines (natürlich völlig ungerechtfertigtes) Imageproblemchen… Ich empfinde es als schlechte Idee bzw. schlechten Stil, netzpolitik.org als Werbeseite für Drogenlegalisierung zu missbrauchen, aber das scheint wohl nur mir so zu gehen…

    1. Es geht in erster Linie ja nicht um den Konsum, sondern um die Entkriminalisierung. Niemand sagt etwas dagegen, dass das rauchen von Zigaretten teurer wird.

      Aber möchtest du Raucher in den Knast stecken?

      Das ist für Konsumenten von anderen Rauschmittel die Realität. Und dieser immense Aufwand der da betrieben wird, um Menschen die niemanden etwas zu Leide tun zu verfolgen und einzusperren, ist in unseren Augen ein Verbrechen das beendet werden muss. Das darüber hinaus auch die Gesellschaft mit enorm hohen Kosten belastet. Das z.b. in der Drogenhilfe fehlt.

      Netzpolitik ist es insoweit, als dass der DHV erst durch das Internet entstanden ist und sein ganze Propaganda auf das Internet aufbaut. Alle Versuche in den 90’ern endlich das Thema zu einer sinnvollen Lösung zu führen, waren nicht so erfolgreich. Daher kann dies ein Modell sein, dass erfolgreiche netzpolitische Methoden zeigt.

      Ausserdem ist es ein Freund von Markus ;)

    2. kilian,

      als programmierer und internetbenutzer der ersten stunden (compuserve id endete auf .255, erster rechner ti 99/4a mit taperecorder als massenspeicher) kann ich dir so viel dazu sagen:

      am anfang waren alle, die ich etwa im spiegelforum traf, kiffer.

      durch die bank weg alle.

      du solltest dir weiterhin „die wilden wurzeln des world wide web“ angucken (lief mal auf arte) … das internet ist eine erfindung der hippies, klar du denkst, das war der cia, aber das brauchte _pogrammierer_ und die wiederum waren beinharte acid freaks.

      lies einfach mal von clifford stoll „kukucksnest“. er entdeckt den ersten deutschen hacker … und was macht er … er läßt alles stehen und liegen, weil draussen die grateful dead spielen … die wiederum in den 60ern, als es noch legal war, lsd auf ihren konzerten verteilten. acidheads.

      timothy leary meinte, daß nur wir, die „mutanten“ (ich gehöre entscheiden dazu) in der lage waren, diesen „raum“ zu betreten. den anderen fehlte schlicht die vorstellungskraft, die wir mit den gemachten drogenerfahrungen eben hatten

      ach ja, das erste „soziale netzwerk“ war „the well“, das netz, mit dem sich die deadheads in den 80ern vernetzten … und naja, in den tauschbörsen, die damals noch „händisch“ (sprich, es wurden päckchen mit livekonzerten quer über den planeten verschickt) betrieben wurden, fand man durchaus auch schon mal einen kleinen riegel mit sauberem lsd.

      ich habe geradezu mitleid mit deiner gegenwartsortientierten ahnungslosigkeit und deinem glauben an das, was dieses neoliberale system aus dir und dem netz in seiner jetzigen form gemacht hat.

      leb mit f#ckbook und deiner kleinbürgerlichen vorstellung davon, daß man möglichst clean sein muss, um mitspielen zu dürfen.

      wir acidfreaks haben dieses spiel noch _geschrieben_.

  14. Herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Million Georg.
    Wenn der Cofee Shop am Görli eröffnet komme ich mal vorbei. Ich bin auch Berliner.
    Wir wollen in der Piratenpartei dazu ein Schreiben verfassen um diesen Shop hoffentlich genehmigt zu bekommen.
    Prima wäre es wenn jemand dazu mal jemand im Sprachchat vorbeikommt. Heute ist zufällig Sitzung (Ab 20:00 Uhr) der AG Drogen und Sucht- Politik. Das Tool um den Sprachchat zu benutzen ist Mumble. Ansonsten braucht man nur ein Mikrofon und eine ziemlich simple/langsame Internetverbindung. Hier steht wie man dies installiert:
    http://www.piratenpartei.de/mitmachen/arbeitsweise-und-tools/mumble/

  15. Und das ist ein Thema für Netzpolitik, weil ….?
    So eine Castingshowwerbung mit billigem „Ruft für meinen Kumpel an“ kommt echt gut zwischen Snowden-Berichterstattung, 30c3 Coverage, Datenschutz-Kolumnen, etc…

    1. Die Antworten auf Beiträge werden nicht nummeriert.
      Zählt man also deinen 19. Beitrag plus alle Antworten und „Antworten auf Antworten“ kommst du auf die nun 33 Beiträge :)

  16. Hallo erst mal. Schade das wir in einem Land wohnen, in dem Politiker regieren, die einfach nur auf konservativ und Stur machen.
    Ich finde es schon ungerecht, “ KIFFER“ , wegen ein paar Gramm Gras ( Pflanze die es seit Menschengedenken gibt ) in das Gefängnis zu stecken, so evtl. eine Existenz zerstört und Familien so an den Rand des Ruins bringt ( Führerscheinentzug und evtl. Arbeitsverlust ). Ist sowas richtig?? Jeder Erwachsene ( keine Kinder, Jugendliche ) sollte für sich selbst entscheiden können, ob er Cannabis konsumiert oder nicht. Bei Alkohol und Zigaretten wirds doch auch so gemacht. Und Jugendschutz kann man wie auch in allen Fällen nicht gänzlich kontrollieren. Jedoch würde bei einer Teillegalisierung, der Schwarzmarkt gedrückt und nicht soviel verunreinigtes Cannabis in Umlauf gebracht. Aber hört doch auf damit Bürger, die ein normales und geregeltes dasein fristen zu bestrafen. Nun hat Deutschland nicht nur 500 oder 1000 Cannabiskonsumenten, sondern wohl mehrere Hunderttausende davon, habt ihr soviel Zellen frei??
    Alle Mann ( Frauen :-) ) vor den Bundestag und Joint oder Pfeife zündeln, was wollen sie machen, alle einsperren oder per Anzeige aufnehmen?? Aber dann sehen die mal, wieviele Menschen sie verurteilen müssten! !!

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