Für Spaß am Bildschirm sorgt heute Wolfgang Herles, von Beruf ZDF-Kulturredakteur: Wir zwitschern uns zu Tode. Alleine das prädestiniert ihn dafür, für uns aus dem Elfenbein des Feuilletons ein Pamphlet gegen die Digitalisierung zu schreiben, wo man gar nicht weiß, welche beste Stelle man zitieren soll.
Wir User bilden uns keine Meinung, sondern schließen uns Meinungen anderer an, teilen sie, werden selbst Teil von Stimmungswogen, die sich gelegentlich zum Shitstorm auswachsen. Kurzatmige Erregung. Und das Gestammel in 140 Zeichen täuscht Lockerheit nur vor. Noch nie ist so viel Unsinn in die Welt gesetzt worden, auf den ihre Urheber auch noch stolz sind. Gegen die Formen der Verunglimpfung im Netz ist der klassische Stammtisch ein Hort der Bedächtigkeit.[…] Aber wir googeln und zwitschern und posten uns lieber zu Tode. Die Zeit, die wir im Netz verbringen, fehlt uns an anderer Stelle. Lesen zum Beispiel. Richtig lesen, nicht nur E‑Mails und Twittereinträge.
(Ich fürchte ja, der meint das ernst).
Update: Auf den Punkt bringt das dieser Kommentar:
> Die Zeit, die wir im Netz verbringen, fehlt uns an anderer Stelle.
Jo. Ich spar die beim Fernsehen wieder ein.