
Eigentlich sollten Teile des neuen NSA-Datencenters in Utah, über das wir bereits berichtet haben, schon im Oktober des letzten Jahres in Betrieb genommen werden, dann wurde ein neuer Termin im September diesen Jahres bekanntgegeben. Doch wie es aussieht, wird sich die Eröffnung weiter verzögern. Grund dafür sind Pannen in der Elektrizitätsversorgung, die zu Spannungsüberschlägen führen. Das schmilzt Bauteile und führt zu Ausfällen im Gesamtsystem – in den letzten 13 Monaten insgesamt 10 Mal.
Der Leiter der Bauarbeiten, Norbert Suter, gibt sich optimistisch und berichtete, dass die Probleme identifiziert seien und im Moment behoben würden. Anders klingt das Ganze, wenn man dem United States Army Corps of Engineers zuhört, die den Bau der Einrichtungen beaufsichtigen:
Wir haben keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass die vorgeschlagenen Änderungen an der Anlage zukünftige Probleme verhindern könnten.
Es scheint, als wäre die NSA so sehr darauf bedacht, ihre Kapazitäten zur Speicherung des weltweiten Datenverkehrs möglichst schnell zu erhöhen, dass für grundlegendes Qualitätsmanagement und Backup-Maßnahmen keine Zeit mehr bleibt.
Die Kosten allein für den Bau des Datencenters werden auf 1,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dazu addieren sich die Kosten für Server und Supercomputer und eine monatliche Stromrechnung von über einer Million Dollar. Unter diesen Umständen ist leider fraglich, ob die vermuteten 100.000 Dollar, die ein jeder solcher Ausfälle verursacht, der NSA merklich wehtun wird. Oder ob es nur ein Aufschub ist, bis sich die Überwachungskapazitäten derart erhöht haben, dass die vollständige Speicherung all unserer Kommunikation kein Hindernis mehr darstellt.