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Portal „Hochschulwatch“ für Unabhängigkeit der Forschung gestartet

Die tazTransparency International Deutschland e.V. und der fzs (freier zusammenschluss von studentInnenschaften) haben heute das Projekt „Hochschulwatch. MachtWirtschaftUni“ offiziell gestartet. Ziel ist es laut Pressemeldung fragwürdige Kooperationen und Fälle von Einflussnahme wirtschaftlicher Akteure auf universitäre Forschung und Lehre zu sammeln und sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck gibt es eine „Drittmittel-Atlas“  getaufte Karte auf Basis von OpenStreetMap, in der Hochschulen mit deren Anteil an Finanzierung durch die gewerbliche Wirtschaft verzeichnet sind. Alleine schon diese Übersicht ist interessant, weil sie dokumentiert, welche Universitäten diesbezüglich nicht transparent sind (schwarzes Icon).

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drittmittelatlas-screenshot

Ziel der vorerst auf ein Jahr angelegten Plattform ist es aber vor allem, Studierende aller Hochschulen zur Mitwirkung zu motivieren:

Für jede Hochschule finden Sie einen Wiki-Eintrag, der ebenfalls über die Karte zu erreichen ist. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können die Einträge editieren und Ihr Wissen über Kooperationen zwischen einzelnen Hochschulen und Unternehmen hier einstellen. Die taz prüft die Einträge, bevor wir sie online stellen. Interessanten Hinweisen gehen wir nach und berichten in der Zeitung und auf taz.de darüber.

Die Grenzen zwischen journalistischem und zivilgesellschaftlich-aktivistischem Projekt sind in diesem Fall also fließend.

6 Kommentare
  1. Ungünstig ist das es keine Möglichkeit gibt Annonym Dokumente oder Hinweise einzureichen. gerade in dem Bereich wo schnell auch mal Stellen dran hängen können wäre das wichtig.

    1. Yep, zumdem sollte man das Ganze mit so etwas wie „Frage den Staat“/IFG kombinieren.

      Die üblichen Verdächtigen aus dem Süden sehen noch viel zu harmlos aus. Zumdem gibt es ja auch noch die DFG und ähnliches.

      Habe gerade beim querlesen von ein paar Uniwebseiten festgestellt, dass fast alle Unimagazine durch Hochglanz PR Magazine ersetzt worden sind. Auch ein Weg.

  2. Schade, dass da nichts zu den Bedingungen der Zusammenarbeit zwischen dem Portal und der taz steht. Und auch nicht, inwiefern genau Transparency da mitmischt.
    Speziell ersteres dürfte ja für Leute, die da mitschreiben, interessant sein. Oder ist die taz über jeden Zweifel erhaben und wird nicht mehr zur „gewerblichen Wirtschaft“ gezählt? Ein paar Zeitungen verkaufen sie ja doch noch.

    1. Also jetzt hab ich’s erst kapiert: Man soll quasi für die taz recherchieren und die geben die Einträge dann auf der Plattform frei oder auch nicht. Ok, warum nicht.

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