Google: Nutzer von Gmail können keine Privatsphäre erwarten

In einer Stellungnahme zu einem laufenden Gerichtsverfahren haben Anwälte von Google erklärt, dass Nutzer die Emails an Googles Mailservice Gmail schicken, keine Privatsphäre zu erwarten hätten. Das berichtet Consumerwatchdog, denen die Stellungnahme von Google vorliegt.

Oft wurde an dieser Stelle in den letzten Wochen über verschiedene Emailanbieter und Möglichkeit zur sicheren Kommunikation berichtet. Dabei wurde immer davor gewarnt einen Dienst der großen amerikanischen Konzerne wie Google, Yahoo oder Microsoft zu nutzen, wenn man seine Privatsphäre schützen möchte. Doch nun liefert sogar Google selbst die Aussage, dass Nutzer von Gmail keine Privatsphäre zu erwarten hätten:

Just as a sender of a letter to a business colleague cannot be surprised that the recipient’s assistant opens the letter, people who use web-based email today cannot be surprised if their emails are processed by the recipient’s [email provider] in the course of delivery. Indeed, ‘a person has no legitimate expectation of privacy in information he voluntarily turns over to third parties.


Abschließend gibt Google zusätzlich an, dass eine Einschränkung in der Verarbeitung der Daten, zu einer Kriminalisierung von Spamfiltern und Suchen führen könne und die Klage deshalb abgewiesen werden müsse:

Last, Plaintiffs’ claims should be rejected because they would lead to anomalous results with far-ranging consequences beyond the allegations in the Complaint. Plaintiffs’ theory–that any scanning of email content by ECS providers is illegal–would effectively criminalize routine practices that are an everyday aspect of using email. Indeed, Plaintiffs’ effort to carve out spam filtering and virus detection from their claims underscores the fact that their theory of liability would otherwise encompass these common services that email users depend on.

Diese Aussagen tätigten Googles Anwälte in einem Prozess in dem sich Google einer Sammelklage gegenübersieht. Die Kläger beschuldigen Google, die Privatsphäre seiner Nutzer zu schädigen, indem der Inhalt von Email zur Schaltung von personalisierter Werbung untersucht werde. Die Kläger fordern Google auf darzulegen, welche Informationen von Emails hierzu genutzt werden. Eine stark zensierte Fassung der Klage ist hier einsehbar.

Für John M. Simpson, Projektdirektor bei Consumerwatchdog, ist die Sache damit klar: Wer seine Privatsphäre schützen möchte, darf Gmail nicht nutzen.

Google has finally admitted they don’t respect privacy,[…]. People should take them at their word; if you care about your email correspondents’ privacy don’t use Gmail.

Dieser Aussage schließen wir uns an.

Update: Wie Sebastian Jabbusch in den Kommentaren richtig anmerkte, hat Consumerwatchdog in der Vergangenheit bereits mehrfach Kampagnen gegen Google gestartet. Unter anderem soll Microsoft Consumerwatchdog für einige dieser Kampagnen bezahlt haben.

55 Kommentare
      • Silly Human 14. Aug 2013 @ 15:10
  1. Thorsten Knedeisen 14. Aug 2013 @ 13:43
      • Thorsten Knedeisen 14. Aug 2013 @ 19:27
  2. Philipp Lutz 14. Aug 2013 @ 13:46
      • Thorsten Knedeisen 15. Aug 2013 @ 12:58
  3. Thorsten Knedeisen 14. Aug 2013 @ 14:50
  4. Thorsten Knedeisen 14. Aug 2013 @ 14:52
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