Überwachung

Gesellschaftliche Mehrheit findet: Edward Snowden ist ein Held!

BYh947WCYAALqiqEdward Snowden ist der größte Held, den die netzpolitische Community bisher gesehen hat. Dass er ein Held und kein Straftäter ist, findet mittlerweile auch eine gesellschaftliche Mehrheit von 60%. Der Rest liest wahrscheinlich Bild oder hat ein schlechtes Namensgedächtnis. Dieses Ergebnis hat die ARD im Rahmen ihres Deutschlandtrends berichtet. Selbst unter CDU-/CSU-Wählern sieht eine Mehrheit von 55% ihn als Helden an, lediglich 17% dieser Wählergruppe sieht in ihn einen Straftäter.


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Diese Mehrheit zeigt: Deutschland muss Edward Snowden Schutz bieten und ihm zuhören. Wahlweise per Asly oder Zeugenschutzprogramm.

6% der Befragten glauben, dass sich die USA nach Abschluss eines No-Spy-Abkommens an den Namen halten und auf eine Überwachung in Deutschland verzichten. 92% glauben, dass die USA trotz Abkommen weiter aktiv sein werden. Das ist natürlich ein Knaller, wo doch die Bundesregierung uns verkaufen will, dass so ein Abkommen alle Probleme löst und man sonst wenig machen muss.

14 Kommentare
  1. Dies ist eine äußerst erfreuliche Umfrage. Wir wissen alle, dass Frau Merkel eine sehr geschickte Machtpolitikerin ist und ihre Meinung auch ändert, wenn sich in der breiten Masse der Bevölkerung sich das Meinungsbild verschiebt.

    Die nächsten Wochen werden sehr interessant. Herr Steinmeier meinte nicht zu unrecht, dass die nächste Zeit sehr anstrengend für beide Seiten wird. Im Deutschland Radio gab es letztens die internationale Presseschau aus Rußland und da meinte ein Kommentator, dass er die Militärbasen der USA in Deutschland gefährdet sieht. Das würde ich im Moment nicht so sehen, aber die Sache ist die. Vor 2 Jahren, wäre selbst der Gedanke daran lächerlich. Heute haben die Amerikaner soviel Vertrauen verspielt, dass selbst dieses Gedankenspiel zwar eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit besitzt, aber 100% ausschließen kann man das nicht.

    1. Wenn ein Stützpunkt geschlossen wird, gehen ja auch Arbeitsplätze verloren. Wenn ich mit meiner Enttäuschung über meine Mitbürger richtig liege, fordert eine gewerkschaftsunterstützte Mehrheit der Deutschen Snowdens Auslieferung in die USA, sobald diese „droht“ hier Standorte zu schließen.

  2. Die gesellschaftliche Mehrheit findet aber auch:
    Asyl für Snowden? 48% Nein, 46% Ja

    Huch… da scheint wohl die beliebte NIMBY-Mentalität durch. Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

    1. Vielleicht hat sie aber auch erkannt dass das nicht sinnvoll wäre? Oder glauben sie im ernst das Snowden hier sicher ist? Nach ein paar Wochen/Monaten gäbs einen Zugriff und von dem ehemaligen Whistleblower hört man nie wieder. Auch wenn ich ihn gern hier hätte, in Russland lebt er wesentlich sicherer, das ist nämlich noch ein souveräner Staat.

  3. ich möchte erneut darauf hinweisen, dass brd und usa miteinander verträge haben, öffentliche und geheime, die es unmöglich machen, snowden asyl zu geben oder die nsa-stasischeiße aufzuklären oder gar zu beenden.

    wir reden hier über unsere vorstellung von demokratischem miteinander, nicht von den möglichkeiten unserer staatlich verfassten gesellschaft, international zu handeln.

    schön wär’s. kann aber nicht gehen.

    .~.

    1. Verträge sind bloß Worte auf Papier. Die Amis haben uns ziemlich klar gezeigt, was sie von Menschen- und Völkerrecht halten; Vereinbarungen mit ihnen sind de facto wertlos weil bereits einseitig aufgekündigt.
      Unsere Regierung verhält sich wie ein Wanderer, der von einem Bären angefallen wird: Totstellen und hoffen dass das Biest das Interesse verliert und weitergeht. Mit Recht oder gar Gerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun.

  4. Würde jemand wie E. Snowden nach Deutschland kommen, durch die Versprechen der Regierung, bzgl freies Geleit etcpp und am Ende landet er dann in Händen von US-Mitarbeitern,
    gibt es 2 Tage später keine Regierung mehr.
    Ich würde persönlich an den Rohrbomben mitbasteln.

  5. Ich verstehe diese Dichotomie „Held oder Straftäter“ nicht ganz. Das eine schließt das andere doch nicht aus.

    Vielleicht mal ein verständlicheres Beispiel: Waren die, die zur Nazizeit Juden zur Flucht verhalfen, Straftäter? Natürlich, das war gegen das Gesetz… Oder Sklavenbefreier in Amerika…

    1. Wie einzelnes Verhalten gewertet wird, entscheiden dereinst die Sieger. Und die Sicht der Sieger wirkt lange nach, da braucht man sich nur den Geschichtsunterricht in der Schule anzusehen …

    2. @ Nicht ich:
      Noch unsinniger: Das eine ist eine subjektive Einschätzung, das andere eine objektive Tatsache. Das passt einfach in einer Entweder-Oder-Frage nicht zusammen. „Was halten Sie von Milch? Ist sie lecker, oder ist sie weiß?“

  6. Na bei 70% Festnetzanschlüssen und nur 1000 Befragten ist die Studie (wie immer) nur mit Vorsicht zu genießen.
    Ich persönlich würde vermuten, dass die Zahlen durchaus auch deutlich höher liegen können.

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