Netzpolitik

Unternehmen verhalten sich wie Diktatoren, wenn man sie lässt

Futurezone interviewte Tim Wu, Juraprofessor an der Columbia Law School und Fachexperte für Internet, Medien & Kommunikationsindustrie. In seinem im April erschienenen Buch „Master Switch“ thematisiert er den Aufstieg und Niedergang von Medienimperien. Er befasste sich dafür mit der Entwicklung des Radios, des Fernsehers, der Filmindustrie und resümmiert, dass grundsätzlich Amateure das jeweilige Medium vorangetrieben haben, bis eine Phase der Konsolidierung begann und in Monopolen endete.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Unternehmen, die solche Monopole besitzen, beschreibt Wu als Diktatoren – sie wollen ihre Macht nicht aufgeben und haben, sofern keine Konkurrenz in Sicht ist, keinen Anreiz, besser zu werden. In Bezug auf das Internet sieht er despotische Ansätze beispielsweise bei Apple:

Denken Sie an die jüngste Kontroverse um Google Maps. Apple hat gesagt: Wir machen jetzt Apple Maps. Aber der Apple-Kartendienst taugt nichts. Wenn der Apple-Kunde lieber Google Maps mag – so der Apple-Standpunkt – hat er eben Pech gehabt. Hier geht`s vergleichsweise um eine Kleinigkeit. Das ist nicht das Ende der Welt. Doch wenn Firmen groß und mächtig werden und sich kontrollierend verhalten, werden sie meistens nicht besser.

Es liege an den Nutzern, das Internet nicht zu einem standardisierten Medium wie dem Fernsehen werden zu lassen.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
5 Kommentare
  1. Jeder Mensch und jede Gesellschaft hat ein Hang hin zu einer Diktatur , das liegt in der menschlichen Natur in seinen Urinstinkten.
    Unternehmen sind immernoch Diktatorisch und nicht Demokratisch gegliedert oder wo gibt es dort gleichberechtigte Mitbestimmung ect.
    Die Wirtschaft lebt troz aller Veränderungen im Feudal System, ändern wird sich daran wohl nichts dafür müsste man wohl das gesamte Gesellschaftssystem ändern.

  2. Naja, die Aussage ist absolut korrekt. Doch Apple kuscht gerade vor seinen Kunden wegen dem misslungenen Maps-Ersatz. Außerdem ist es eine eher positive Entwicklung, dass dem Google-Maps-Monopol nun Paroli geboten wird. Auch sonst ist die Software von Apple ja eher das kleine Gegenstück zu den Produkten von Microsoft, bei denen man eher nach jedem Update merkt, dass die Entwicklung für die Benutzer nicht nach vorn geht…

    Apple nutzt seine Macht viel eher negativ, wenn es die Features des neuen iPhone-Betriebssystems einfach für „ältere“ Telefone deaktiviert (Sprachsteuerung, Panoramafotos!). Und es nutzt die Macht, wenn es „ältere“ Geräte – wie das nicht wirklich alte iPad 1 – für unsupported erklärt! Das geht noch weiter, da App-Entwickler eine neue Entwicklungsumgebung für das iPhone 5 verwenden müssen, deren Support für „alte“ Geräte/Betriebssysteme entfernt wurde; in der Folge sind App-Entwickler gezwungen, die künstliche Veraltung von vor kurzem noch teuren Geräten mit ihren Softwareprodukten mit zu forcieren… es sei denn, sie wollen auf den neuen Geräten blöd dastehen.

  3. Finde Apple im Smartphone bereich ein schlechtes Beispiel. Denn dort gibt es mehr als genug Konkurrenten und man kann keineswegs von Monopolist sprechen.

    Und was Apple mit ihrem Produkt macht ist doch die Sache von Apple. Wenn die sagen bei uns gibts kein Google Maps, dann ist das halt so. Wem es nicht gefällt, der holt sich halt ein Smartphone von einem anderen Hersteller.

    Wäre Apple Monopolist wäre der Fall natürlich ein anderer. Von daher ist der Vergleich schlecht gewählt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.