Futurezone interviewte Tim Wu, Juraprofessor an der Columbia Law School und Fachexperte für Internet, Medien & Kommunikationsindustrie. In seinem im April erschienenen Buch „Master Switch“ thematisiert er den Aufstieg und Niedergang von Medienimperien. Er befasste sich dafür mit der Entwicklung des Radios, des Fernsehers, der Filmindustrie und resümmiert, dass grundsätzlich Amateure das jeweilige Medium vorangetrieben haben, bis eine Phase der Konsolidierung begann und in Monopolen endete.
Unternehmen, die solche Monopole besitzen, beschreibt Wu als Diktatoren – sie wollen ihre Macht nicht aufgeben und haben, sofern keine Konkurrenz in Sicht ist, keinen Anreiz, besser zu werden. In Bezug auf das Internet sieht er despotische Ansätze beispielsweise bei Apple:
Denken Sie an die jüngste Kontroverse um Google Maps. Apple hat gesagt: Wir machen jetzt Apple Maps. Aber der Apple-Kartendienst taugt nichts. Wenn der Apple-Kunde lieber Google Maps mag – so der Apple-Standpunkt – hat er eben Pech gehabt. Hier geht‚s vergleichsweise um eine Kleinigkeit. Das ist nicht das Ende der Welt. Doch wenn Firmen groß und mächtig werden und sich kontrollierend verhalten, werden sie meistens nicht besser.
Es liege an den Nutzern, das Internet nicht zu einem standardisierten Medium wie dem Fernsehen werden zu lassen.