In Großbritannien gibt es mit der Internet Watch Foundation (IWF) schon seit 1996 eine Internet-Zensur-Infrastruktur, die „criminal online content“ aus dem Netz verbannen soll und dabei auch einige Skandale produziert hat.
Seit letztem Jahr steht zusätzlich die Forderung im Raum die dortigen Internetanschlüsse kindgerecht anzubieten – sprich automatisiert gewaltätige und pornographische Inhalte zu blockieren, die an sich legal sind.
Einige Mobilfunkanbieter in Großbritannien, darunter Vodafone, O2, T‑Mobile und Orange, setzen eine ähnliche Filtertechnik bereits standardmäßig ein. Unter den blockiertern Seiten fanden sich aber nicht nur Seiten mit gewaltätigen und pornographischen Inhalten, sondern beispielsweise auch die Seite des Anonymisierungsdienstes Tor, der digital-rights NGO La Quadrature du Net, mehrere Foren u.a. zu Computerspielen oder Fahrradtouren, einige Software- und Technik-Seiten, die Seite einer rechtslastigen Partei, sowie mehrere anti-feministische Blogs.
Die NGO Open Rights Group (ORG) sammelt auf der Internetseite www.blocked.org.uk Seiten die offensichtlich weder gewaltätig noch pornographisch sind und dennoch blockiert werden. Eine erste Auflistung der blockierten Seiten findet sich hier.