Die BOBs schaffen eine wichtige Öffentlichkeit für engagierte Blogger weltweit

Ein Gastbeitrag von Patricia Cammarata: Die BOBs schaffen eine wichtige Öffentlichkeit für engagierte Blogger weltweit.

Zum achten Mal werden dieses Jahr die Best of Blogs (BOBs) der Deutschen Welle vergeben. Wer das Internet als seine zweite Heimat bezeichnet, hat also schon mindestens acht Mal davon gehört (wenn nicht sogar acht Mal in diesem Jahr…).

Dennoch lohnt es, den BOBs ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Es werden insgesamt in 17 Kategorien Preise vergeben. Die BOBs haben den Ruf, vor allem politisch motivierte Blogs zu küren. Das stimmt jedoch nur teilweise.

Die BOBs haben zwei unterschiedliche Anliegen – und das ist den meisten nicht unbedingt bekannt. Zum einen wollen sie die Vielfalt der Blogosphären der einzelnen Sprachräume abbilden. Dafür gibt es elf Kategorien für die jeweiligen Sprachräume (Arabisch, Bengalisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Indonesisch, Persisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch).

Hier geht es darum, das beste bzw. beliebteste Blog des jeweiligen Sprachraums herauszustellen. Auch in anderen Ländern gibt es viel gelesene Comicblogs, Kunstblogs, Fotoblogs, klassische Tagebuchblogs und Wissenschaftsblogs. Auf diese kulturelle Vielfalt möchten die Ausrichter der BOBs aufmerksam machen. Der Preis für Deutschland ging beispielsweise letztes Jahr an das Blog Textilvergehen, ein Blog das sich mit Themen rund um den Club 1. FC Union Berlin auseinandersetzt.

Neben den elf Sprachkategorien gibt es sechs sprachübergreifende Kategorien. Prämiert werden hier „Best Blog“, „Best Use of Technology for Social Good“, „Best Social Activism Campaign“, „Reporters Without Borders Award“, „Best Video Channel“ und der diesjährige „Special Topic Award Education and Culture“. Das sind die Kategorien, die den BOBs ihren (berechtigten) politischen Ruf verschafft haben und der Grund warum die BOBs über die Grenzen Deutschlands hinaus so bekannt sind.

Mit diesen Sonderkategorien soll etwas für die Meinungsfreiheit und den offenen Diskurs im Internet getan werden. Das macht diese Awards so besonders. Die BOBs bieten eine Plattform, die das Engagement der Blogger belohnt, indem sie für ein größeres Publikum und eine größere Bekanntheit sorgen.

Blogger haben im Gegensatz zu Journalisten keinen Schutz durch eine Lobby. Dennoch gehen sie gerade in Ländern mit eingeschränkter Presse- und Meinsungsfreiheit mitunter ein hohes persönliches Risiko ein, um von den politischen Zuständen und ihrem Alltag in ihrem Land zu berichten. Die BOBs fördern die Bekanntheit dieser Blogger über die Landesgrenzen hinweg und bieten so vielleicht einen besseren Schutz, da sie für mehr Öffentlichkeit sorgen.

Der Fall des ägyptischen Bloggers Maikel Sanad zeigt, dass Öffentlichkeit zumindest vor dem allerschlimmsten bewahren kann und dass sich etwas von der Blogosphäre über die etablierten Medien bis hin zum Einschalten der UN-Menschenrechtskommission so hochschaukeln kann, dass tatsächlich etwas bewirkt werden kann.

Es können noch bis zum 13. März Vorschläge eingereicht werden. Danach nominiert die Jury für jede Kategorie Kandidaten, über die zwischen dem 2. April und dem 2. Mai online abgestimmt werden kann. In den sprachübergreifenden Kategorien gibt es neben dem Onlinevoting einen Jury-Preis.

Die Gewinner werden am 2. Mai bekannt gegeben und im Rahmen des Deutsche Welle Global Media Forums in Bonn am 26. Juni 2012 gekürt.

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