Bundestag setzt auf RSS

Der Deutsche Bundestag hat uns einen netten Brief mit dem Titel „Zustimmung zur Nutzung Ihres RSS-Feeds für die Mitglieder des Deutschen Bundestages“ geschrieben. Und zwar beabsichtigt dieser „Links, die von“ uns „mittels RSS-Feeds im Internet angeboten werden, für die Verweisung auf Inhalte“ unserer „Webseite zu nutzen“. Kurz: Man möchte einen RSS-Feed mit „Überschrift“, „Vorschautext“ und „Link“ dieses Blogs im Intranet anbieten, damit Abgeordnete und Mitarbeiter dann die Möglichkeit haben, „über einen solchen Link auf“ unseren „Onlineauftritt zuzugreifen“.

Da sage noch jemand, RSS wäre tot. Die größte Herausforderung wird jetzt leider sein, das beiliegende Schreiben zu unterschreiben, einen Briefumschlag zu finden, diesen zu beschriften, eine Briefmarke drauf zu kleben, das Schreiben einzupacken und dann einen Briefkasten aufzusuchen. Diese Art von Nutzung erlaubt selbstverständlich die von uns gewählte Creative Commons Lizenz (da der Bundestag nicht-kommerziell agiert), aber ich fürchte, diese Info verkompliziert den Einbau unseres RSS-Feeds ins Bundestag-Intranet noch mehr als den vorher beschriebenen Medienbruch. Vollkommen unklar sind auch die Auswirkungen eines drohenden Leistungsschutzrechts auf diese Art der Einbindung. Ob ich diesen Hinweis mitschicke?

Mein Lieblingssatz ist ja folgender:

„Hinweisen möchte ich, dass Sie selbstverständlich jederzeit berechtigt sind, Ihre RSS-Feed-Services einzustellen, Linkstrukturen auch rückwirkend zu ändern bzw. Artikel, Medienangebote und dergleichen aus Ihrem Angebot zu löschen.“

Juristische Sprache kann manchmal so poetisch klingen.

27 Kommentare
    • Thomas Möhle 27. Mrz 2012 @ 15:30
    • peter maier 27. Mrz 2012 @ 23:34
  1. Thomas Möhle 27. Mrz 2012 @ 15:34
  2. Felix Gilcher 27. Mrz 2012 @ 15:52
  3. Twiddelbit 1. Apr 2012 @ 0:24
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