APuZ: Digitale Demokratie

„Digitale Demokratie“ ist das Thema der heute erschienenen Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte, die wie immer auch als pdf verfügbar ist.

Inhaltlich bietet das Heft einen Überblick zu ziemlich vielem, was uns hier in den vergangenen Monaten beschäftigt hat:

Jan-Hinrik Schmidt geht auf die mehrschichtige Rolle von Internet und sozialen Medien im Bezug auf Demokratisierung ein, von der Revolutionskatalysierung in der arabischen Welt bis zu den Auswirkungen auf die Kommunikationssymetrien. Besonders die Problematik der Vereinnahmung der Netzwelt durch Konzerne stellt er in diesem Zusammenhang heraus:

Mit Ausnahme der Wikipedia sind die dominierenden Plattformen des social web im Besitz von Unternehmen und Konzernen, die wiederum ein Interesse daran haben, möglichst umfassende Informationen über ihre Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln. […] Es ist offen, inwiefern eine gesellschaftliche Mehrheit auf Dauer damit einverstanden sein wird, dass an solch zentraler Stelle von Mediennutzung nicht nur eine Einschränkung ihrer informationellen Selbstbestimmung droht, sondern auch eine Machtfülle entsteht, der keine ausreichende demokratische Legitimierung und Kontrolle entgegensteht.


Christian Stöcker, der Ressortleiter Netzwelt von Spiegel Online, stellt „aktuelle netzpolitische Brennpunkte“ vor und bietet dabei einen Schnelldurchlauf, in dem die Facebook-Datenschutzproblematik ebenso wie die Vorratsdatenspeicherung und der Zusammenhang von Urheberrechten und Zensur erklärt werden.

Daniel Roleff geht auf das sich durch e-Government, Open Data und weitere Trends verändernde Verhältnis zwischen Bürger und Staat ein, Karl-Rudolf Korte auf die veränderten Anforderungen an die Politik in einer beschleunigten Informationsgesellschaft und Christoph Bieber hat sich mit der Piratenpartei beschäftigt. Miriam Meckel arbeitet sich zum Abschluss einmal mehr am Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ab und zeichnet das dystopisch-esoterische Zukunftsbild aus ihrem Buch Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns vor:

Es gibt keine Zauberformel, die wie in Goethes Ballade vom „Zauberlehrling“ Mensch zu Mensch und Maschine zu Maschine zurückverwandeln könnte. Und es wird auch kein Meister kommen. Denn es gibt keinen. Wenn wir keine Beweise und keine Unterscheidungsmöglichkeiten mehr haben, ergeht es uns in der Unbeobachtbarkeit unserer Menschlichkeit schlimmer als dem Zauberlehrling: „Heute wissen wir Zauberlehrlinge nicht nur nicht, daß wir die Entzauberungsformel nicht wissen, oder daß es keine gibt; sondern noch nicht einmal, daß wir Zauberlehrlinge sind.“

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