Generell

Wollt Ihr den totalen Krieg?

Heiner Geißler wurde heute morgen im Deutschlandfunk zu den Schlichtungsgesprächen rund um S21 interviewt. Dabei ging es auch um eine Äußerung von ihm, die am vergangenen Freitag gefallen ist: „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ hat er wohl die Teilnehmer an den Schlichtungsgesprächen gefragt und damit Joseph Goebbels zitiert. Darauf wurde er im Deutschlandfunk angesprochen und hat sich im Verlauf um Kopf und Kragen geredet. Die spannende Stelle beginnt ab Minute 6 im Interview:

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DLF: Verharmlosen Sie damit die Sprechweise der Nazis?

Heiner Geißler: Achwas, das ist keine Sprechweise der Nazis. Den totalen Krieg gibt es auch woanderswo. Den haben wir zur Zeit in Syrien.

DLF: Aber die Frage „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ stammt von Joseph Goebbels.

Heiner Geißler: Da wissen Sie mehr als ich.

DLF: Nochmals die Frage: War das Ihre Absicht?

Heiner Geißler: Hallo? Was war meine Absicht?

DLF: Die Sprechweise der Nazis zu verharmlosen?

Heiner Geißler: Ich glaube, Sie sind wohl auf dem Mond zuhause.

Das geht noch weiter. Moneyquote: „Waren Sie schon mal in Stuttgart“?

Oder gegen Ende:

Heiner Geißler: Hören Sie mal, was ist es, machen Sie ein Interview mit mir oder was ist das hier?

DLF: So war das verabredet, ja.

Heiner Geißler: Und was, ja, läuft das denn jetzt live über den Sender?

DLF: Ja, natürlich.

Das wird vielleicht zukünftig als Lehrstück im Fach Journalismus unterrichtet.

Hier ist die MP3.

Update: Hier ist das komplette Transcript beim Deutschlandfunk.

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133 Kommentare
  1. Ach was. Nix um Kopf und Kragen. Das ist ein typischer Geißler, der sich noch nie darum geschert hat, ob ein Satz oder Wort von den Nazis okkupiert wurde. Er ist eben nicht pc. Kann man machen, muss man nicht gut finden.
    Ich musste gerade 88,80 € überweisen. Das kam mir komisch vor, obwohl es eine zufällige Summe war. Geißler würde über so was lachen.
    Eine ganz andere Frage ist ja, ob die Kriegsmetapher überhaupt angemessen ist. Das hätte man Geißler fragen können. Darüber hätte er auch diskutiert.

    1. Eine ganz andere Frage ist ja, ob die Kriegsmetapher überhaupt angemessen ist. Das hätte man Geißler fragen können. Darüber hätte er auch diskutiert.

      Der Moderator will durchaus darauf hinaus und fragt daher auch explizit:
      „Ich glaube, viele Leute fragen sich, ob man mit einer solchen Sprechweise die Situation nicht nur noch verschlimmert und dramatisiert.“ (Min 09)
      Darauf antwortet Geißler lediglich süffisant: „Wer sind viele Leute?“
      Moderator: „Zum Beispiel Hörer des Deutschlandfunks“.
      Geißler: „Das sind doch nicht viele Leute.“

      Das verstehe ich nicht unter „diskutieren“.

      1. Naja, in dem Punkt liegt er immerhin gar nicht so falsch. :D

        Richtig brenzlig wird’s aber sicher erst, wenn er als neuen Kompromiss eine Autobahn vorschlägt.

  2. Geißler machte in dem Interview einen äußerst dummen und verwirrten Eindruck. Da würde ich mir mal die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, dass der mal seine Rente genießen geht.

    1. Naja, der nette Journalist hat zu dem Zeitpunkt schon ein paar Minuten damit verbracht, ihm gewaltsam Dinge in den Mund zu legen, hat ihn bei einer nicht ganz unwichtigen Erklärung unterbrochen, die nicht nur die Beteiligten sondern auch der Herrn Armbrüster sich zu Herzen hätte nehmen sollen.

      Ich wäre an Geißlers Stelle schon vor der Frage nach dem Zitat extrem genervt gewesen:
      (Zitate gekürzt und paraphrasiert)
      Geißler: Weniger als einen Tag nach dem Vorschlag sind erstmal nur die Schnellredner zu hören.
      Armbrüster: Also sagen sie, dass bei der Bahn die Schnellredner das Sagen haben?

      Armbrüster: Die Bahn macht ja genauso weiter wie bisher
      Geißler: Das sind nur Vorbereitungen, die nehmen keine endgültige Entscheidung vorweg
      Armbrüster: Also hat die Bahn ihrem Vorschlag schon zugestimmt!

      Armbrüster: Ihr Vorschlag wurde ja schonmal abgelehnt…
      Geißler: Aber das könnte ein Fehler gewesen sein.
      Armbrüster: Sie sind parteiisch!
      Geißler: Quark! Ich hab nur gesagt, dass man nochmal nachdenken soll.
      Armbrüster: Also halten sie S21 für Unsinn!
      Geißler: [ausführliche Standpauke über die Unsitte des binären Denkens (die ich am liebsten unterschreiben würde), unterbrochen durch die Frage nach dem Zitat]

      Mein Fazit: Armbrüster hat weder richtig zugehört noch mitgedacht, und was in seinen Augen „kritisches Nachbohren“ sein könnte, ist nur der verzweifelte Versuch, Geißler entweder in die Anit-S21 oder die Anti-DB-Ecke zu schieben. Und das auch noch auf sehr unhöfliche Weise.

      Schämen, schämen, schämen.
      Ich als häufigen DLF-Hörer finde hier ein Muster wieder, dass sich leider viel zu oft in Interviews schleicht, und vor dem ich bei einem Sender mit den Ansprüchen des Deutschlandfunks eigentlich sicher sein sollte.

      1. Auch von meiner Seite!
        Es klingt als wäre der Moderator, wie viele andere seiner Kollegen, einfach auf einen neuen Skandal aus.
        Langweilig und auf Bildzeitungsniveau, schade!

      2. So sehe ich es auch. Vielleicht noch etwas schärfer:

        Hier wurde etwas versucht, was auf den ersten Blick nicht durchschaubar ist, ABER, wenn jemand sagt: Sagt mal, wollt Ihr den totalen Krieg, oder seid ihr wirklich an Lösungen interessiert ? … dann sollte das nicht auf die Hitler-Zeit zurückzuführen sein. Außerdem frage ich mich, wen das interessiert, manche sehen das als ganz normale Nutzung der deutschen Sprache. Wo kämen wir hin, wenn wir alle Satzstücke eines Hitlers, Himmlers, Goebbels oder wem auch immer nicht mehr benützen dürften. „Diesen“ Umstand sehe ich vielmehr als Diktat an, als daß es notwendig wäre, den BRAUNEN MOB heraufzubeschwören.

        Dahinter steckt vielmehr als man es auf den ersten Blick erachten könnte. Und der Interviewer vom DLF ist auch nicht ganz fit im Kopf. Das Interview scheint von Beginn an ein Tribunal zu sein, so wie sich der Affe an diesen Umstand klammert.

        Und BRAVO Heiner Geißler, den ich als S21-Schlichter im Grunde ablehne, er hat genau das gemacht, wie man auf diese Fallensteller reagieren muß.

        Es war einfach lachhaft, was da ablief.

  3. Also ich finde das schon der Knaller. Immerhin forderte Göbbels‘ „totaler Krieg“ insgesamt etwa 50 Mio Todesopfer. Mit solchen Zitaten sollte man deshalb vorsichtig sein und ich kann nicht glauben, dass Herr Geißler das Zitat nicht kennt. Es kann ja mal sein, dass einem im Eifer des Gefechts so ein Mist rausrutscht. Selbst wenn mans nicht gleich merkt, dann zeigt es nicht Schwäche, sondern Größe, wenn man hinterher feststellt dass es Mist war, sich dazu bekennt und feststellt, dass man Scheiße gelabert hat. So wie ers hier gemacht hat wird er unglaubwürdiger. Es geht nicht darum möglichst souverän und unfehlbar irgendwo aufzutreten sondern ehrlich und integer. Dazu gehört auch Fehler einzugestehen und offen damit umzugehen. Keiner ist frei davon, kein Politiker, Demonstrant, Konzernchef, Polizist und auch kein Schlichter. Punkt. Ich glaube diese Aktion hier hat das Jahrhundertprojekt Stuttgart 22 nicht unbedingt beschleunigt.

    1. Ha ha, Geißler einen Fehler eingestehen! LOL!

      Du meinst also er übertreibt! Der Vergleich wäre nicht verhältnissmässig? Wieviele Opfer gab es bei der Demo im Park im September? Wie denkst Du denn werden die Bauarbeiten verlaufen? Was werden wir in den nächsten Wochen für Bilder aus Stuttgart bekommen? Wenn Die Gegner nochmal naive Bürger und Schüler in eine Schlacht mit Wasserwerfern und aufgeputschten Polizisten schicken? Was wird geschehen?

    2. Orrrrr, was für ein Blödsinn. Zitat hin oder her: Goebbels wollte den totalen Krieg. Und Geißler will ihn ja grade nicht.
      Ich habe mich heute morgen für meinen geliebten DLF extrem fremdgeschämt.

  4. Ich war echt baff, als ich heute Morgen das Interview gehört habe.

    Allerdings muss man auch wissen, dass Geißler zwar ein Medienprofi, aber nicht mehr der Jüngste ist. Und nach dem zu urteilen, was ich von den S21-Verhandlungen und dem von der Bahn präsentierten und durchoptimierten „Stresstest“, den das Aktionsbündnis mit guten Argumenten zerpflückt hatte, mitbekommen habe, dürfte Geißler eine Menge Kraft gelassen haben,

    Deswegen sollte man vielleicht etwas nachsichtig sein.

  5. Diese künstliche Aufregung um jedes dämliche Nazizitat ist einfach albern. Man muss mit den Zitaten zwar nicht um sich schmeißen, aber da es in Stuttgart schon ziemlich heiß her ging, kann ich den Spruch zumindest nachvollziehen.

    Nur weil man mit so einem Spruch etwas zuspitzt, heißt das noch lange nicht, dass man es in irgendeiner weiße mit der Nazizeit auf eine Stufe stellen will. Man könnte sich auch einfach mal um die sachlichen Fragen kümmern.

    Natürlich wäre es auch von Geißler schlauer gewesen einfach zuzugeben, dass der Spruch evtl. zu heftig war. Aber der Mann ist halt Vollblutpolitiker, die haben halt nie unrecht, das weiß man doch…

    1. Natürlich wäre es schlauer gewesen – und genau das ist der Punkt: Es wäre nicht nur schlauer gewesen, es wäre sogar notwendig gewesen, diesen Satz von sich aus rückblickend als unpassend zu bezeichnen. Gerade weil er „Vollblut-Politiker“ ist, wäre das notwendig gewesen. Es ist der Job eines Politikers, zu wissen, was angemessen ist und was nicht. Genau das ist ein wichtiger Teil seines Handwerks.

    2. Geißler ist da traditionell nicht zimperlich; er selber weiss halt am besten, dass der Pazifismus der 30er Jahre solche Zuspitzungen erst möglich gemacht hat…

      Geißler ist inzwischen alt erfahren genug, um manche Tricks zweimal zu verwenden, weil sich ausser ihm kaum einer an das erste Mal erinnert.

  6. DIe Fanboys haben in der aktuellen Folge #30 bei min. 15 ein schönes Interview zwischen H.P. Uhl und dem besagten Moderator versendet. http://fanbóys.org/

    Wie heißt denn dieser großartige DLF Journalist?

    Leider ist die deutsche (Qualitäts) Presselandschaft derart weichgespült, dass nur die ganz „Großen“ (Palsberg) nach solchen Nummern noch Interviewpartner-Gäste bekommen.

  7. Meines Erachtens eine richtige Reaktion. Diese ganze Skandalisierung von Aussagen um der Skandalisierung willen … erinnert ein wenig an Katrin Müller-Hohenstein, als sie vom „inneren Reichsparteitag für Miroslav Klose“ sprach.

    Es werden so oft bescheuerte Fragen in Interviews gestellt, dass ich mir viel öfter wünschen würde, dass die Interviewpartner nicht aus falschem Respekt einfach alles beantworten würden, sondern denen die Fragen auch mal um die Ohren hauen. Stattdessen wird dann meist leicht stotternd versucht, irgendeine Antwort zu geben.

    Man muss es nicht ganz so extrem machen, aber im Grundsatz redet sich da niemand um Kopf und Kragen :)

  8. Im Übrigen, wie lautet der Titel dieses Artikels? Wie sind wir aufmerksam geworden auf den Artikel? Scheint immer noch zu funktionieren der Spruch. Danke Lemminge ;-)

  9. Mir wird schlecht, wenn ich diese ganzen pseudo-betroffenen Reaktionen lese. Ich habe mir das Interview nicht angehört, sondern nur die Niederschrift durchgelesen. Wenn man ohne Vorverurteilung an die Sache herangeht, dann scheint der Moderator Geißler vorführen zu wollen. Außerdem ist Geißler (wieso sei dahingestellt) nicht klar, dass es sich um ein Live-Interview handelt.
    Es ging nicht um eine wirklich sachliche Auseinandersetzung.
    Der Satz von Geißler wird tatsächlich kaum wahrgenommen und wäre niemandem aufgefallen, wenn er nicht künstlich von der Presse hochgeschaukelt worden wäre.
    Fakt ist: Der Spruch hat dafür gesorgt, dass die Kontrahenten etwas zur Besinnung kamen. Nicht lange, aber immerhin. Das war das Ziel.

    Ein Zitat von uni-protokolle.de „Als Totaler Krieg wird eine Kriegsführung bezeichnet die auf eine vollständige Ausnutzung des wirtschaftlichen und personellen Potenzials abzielt“

    Das kann man so problemlos auf beide Seiten in Stuttgart übertragen. Wer nun diesen Satz wann vor ihm gesagt hat spielt in *diesem* Kontext überhaupt keine Rolle.

    Wer ernsthaft jemandem wie Heiner Geißler eine Nähe zu den Nazis, eine Verherrlichung derer Ideologie oder Verharmlosung ihrer Taten vorwirft, der ist nicht nur auf dem Holzweg, sondern stellt auch kognitive Defizite zur Schau.

    1. Pascal, dem kann ich nur zustimmen. In Deutschland wird von so vielen Leuten nur auf politisch korrekte Formulierung geachtet. Aber Inhalte werden dabei manchmal komplett übergangen.

      Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass Heiner die Formulierung von Goebbels durchaus nicht nur kennt, sondern auch absichtlich benutzt hat? Um nämlich genau auf das, was in Stuttgart gerade schief läuft, mit den Mitteln der Medien hinzuweisen? Anders hat er doch kaum eine Chance gehört zu werden! Was passiert denn, wenn er sagt: „Leute, jetzt hört mal auf rumzuspinnen. Redet miteinander und einigt Euch!“? Nix passiert, weil sich da zwei spinnefeinde Parteien – ja ich sage FEINDE – gegnüber stehen in Stuttgart. Er hat doch recht damit, wenn er befürchtet, dass der ganze Streit ausufert.

      Und wenn ich mir das mal erlauben darf: Auch das stürzen auf dieses Zitat dieses Nazis spricht Bände. Der komplett andere Zusammenhang wird völlig außer Acht gelassen. Typisch Hype.

      Ach ja, ich habe gerade „Schönen guten Morgen!“ gesagt. Stalin, Hitler und Mao haben das auch getan. Bin ich jetzt einer, der die 3 öffentlich zitiert und damit politisch auf die Nase fällt, womöglich gar mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen hat (Verharmlosung)?

      *kopfschüttel*

      1. @ Martin D.

        Ich denke, dass Heiners Bemerkung „Da wissen Sie mehr als ich.“ doch eher ein Ausdruck leicht verwunderter Ironie als Unwissenheit ist. Aber das lässt sich natürlich auch falsch verstehen, wenn man will. Der Mann kommt ja schließlich aus der CDU und ist damit per se wohl erst mal verdächtig.

    2. Den Satz an sich finde ich auch nicht so skandalös, wie getan wird. Er war einfach unpassend. Hör dir ruhig mal das Interview an, denn dort kommt wesentlich mehr rüber als über den Text. Hab es auch erst gelesen und mir dann gedacht, warum das ne Meldung wert ist.

  10. mein Eindruck: Geißler hat zwei Erklärungen versucht, wofür er dieses Zitat nutzen wollte: den „Verbalkrieg“ zu beschreiben, der nur noch „entweder-oder“ zulässt, aber kein echtes Gespräch mehr. Dann berichtet er nochmals von vielen Verletzten.

    Ich empfand Geißler zwar als nicht rhetorisch gut (das ist er nicht, so hab ich ihn aber auch früher nicht erlebt), aber inhaltich einigermaßen souverän. Er hat seine Wahrnehmung des Sachverhalts dargestellt. Darüber kann man sich dann ruhig seine Meinung bilden und diese Wahrnehmung unangemessen finden. Das kann aber jeder Zuhörer selber. Der Interviewer wollte aber unbedingt irgendeine „Asche auf mein Haupt“-Aussage von Geißler und wurde immer unsouveräner und drehte sich nur noch im Kreis. Das Geißler dieses Spiel nicht mitgespielt hat, fand ich gut.

  11. Das wird vielleicht zukünftig als Lehrstück im Fach Journalismus unterrichtet.

    Besser nicht, denn der Jesuit hat sich nicht um Kopf und Kragen geredet, sondern die harmlosen Fragen schlicht an sich abprallen lassen!

    1. Stimmt, weil Bernd höchstens mal zum Flaggen-wehen aus dem Keller kommt. Auf der einen Seite das Logo der Bundespolizei, auf der Anderen das Eiserne Kreuz. „ole ole autorité“

  12. Wo hat er sich denn da um Kopf und Kragen geredet, doch höchstens in oberflächlichsten Kreisen. Kontext und Intention werden ausgeblendet, in dem Falle sogar die erreichte Wirkung.
    Und das alles für was? Ein bisschen betroffene Empörung, ein bisschen „du du du nazi“, wir haben zwar überhaupt keine Rede tabus, aber da hört die Freiheit dann doch auf.
    Also nochmal zum Mitschreiben: Geißler vergleicht Stuttgart 21 nicht mit dem Holocaust (und verharmlost ihn somit auch nicht), das machen nur diejenigen, die vor lauter Schaum im Mund wieder eine Menschenjagd starten wollen. Komischerweise waren die Anwesenden da deutlich klüger.

    ps: findet es noch jemand unglücklich, dass die oberste Meldung als Feature bezeichnet wird?

  13. Zum Thema Qualitätsjournalismus:
    Was ich auch schlimm an dem Interview finde, ist, dass der Moderator die Hörer instumentalisiert für sein Argument.
    Woher weiss er, dass sich Hörer des DLF empören über das „Zitat“
    Es gibt dort noch nicht mal Kommentarmöglichkeiten, aus denen sich der Armbrüster seine Behauptung bestätigen lassen können.
    Es muss auch gar nicht als Zitat gemeintgewesen sein. Der Satz ergibt zur Situation ja einen Sinn. Konkurrenz unter menschen wird ebenfalls häufig als „sich bekriegen“ beschrieben.
    Es geht nur noch um Boulevard, wer stürzt die meissten Promis bzw. Politiker. Plagiataffäre OK, aber hier was anhängen ohne nennenswerten Zusammenhang, nein. Wie die Inquisition.

    Gruß Rainer

      1. Ich habe versucht bei DLF anzurufen.
        Auf allen Leitungen nur AB Sprüche.
        Hörerbriefe seit Freitag hhhmmmm. Die Post in allen Ehren.

        Und wenn schon, warum hat er es denn nicht gesagt.
        Er weiss doch, dass dies seiner Aussage unglaublich viel mehr an Überzeugung gegeben hätte.
        Fakten. Ross und Reiter nennen.
        Nicht auf die Tour „man sagt…“ Meinungen von sich auf andere übertragen.
        Das ist das Problem zu viel eigene Meinung der Journalie zwischen Informationen gesteckt.
        Wenn es eigene Meinung war, ist es ja immer noch besser als Skandalversuch, was ja auch immer noch sehr naheliegt.

  14. Ich habe das Interview heute morgen im Auto auf em Weg zur Arbeit gehört und musste sstill in mich hineinlachen… das Zitat von Geissler war sicherlich nich PC – aber die Debatte in Stuttgart ist nun mal extrem aufgeheizt.

    An dieser Stelle, hätte der Moderator ruhig die Kirche im Dorf lassen sollen. Das hörte sich nach dem Versuch einer Skandlisierung an. Und da hat Geissler eben nicht mitgespielt.

    Fazit: Schade um die Sendezeit

  15. Mich erinnert das ganze hier an Eva Hermann. Aber es macht ja so dolle Spass den Kerner, die Schrowange oder die Berger zu geben. Und es macht ganz dolle Spass auch lächerlichen Nichtigkeiten heraus anderen eine nähe zum Nazi Gedankentum zu unterstellen. Und wenn es dann in einem schön eingeschlossenen Kreis gegen einen geht is das ganze schon fast orgasmisch…mhmmmmmm! Und da wundert sich noch einer wie Leute mit guten Absichten „auf einmal“ zu Tyrannen werden…

  16. Völlig Richtig war auch der indirekte Verweis auf das Interviewthema.Es sollte doch um Stuttgart 21 gehen.
    Geht es um Verherlichung von Nazisprache sollte man ein separates Themengespräch verwenden, wo die ganze Lebensgeschichte von Geissler aber auch einbezogen wird. Da wird doch schnell klar, dass da nix dran ist.
    Ausserdem ist das ist Zensur an der Sprache.
    Rainer

    1. An Kulenkampff hab‘ ich auch zuerst gedacht. Der musste sich damals übrigens bei Geißler entschuldigen. Obwohl er für seinen Goebbels-Vergleich gute Gründe hatte.

      Nun kann man (wenn man nichts besseres zu tun hat), darüber streiten, ob die Frage „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Nazi-Vokabular ist oder nicht, ob Geißler geschmacklos, peinlich oder sonst wie gehandelt hat, ob Geißler die Frage (mehr oder weniger) geschickt als Einleitung zu seinem Reformvorschlag eingesetzt hat oder nicht usw.

      Aber wie kommt der DLF-Journalist auf die abenteuerliche Idee, Geißler wolle den Nationalsozialismus verharmlosen? Das ist schlicht und einfach lächerlich. Und der Rechtfertigungsversuch von Armbrüster unter Berufung auf „viele Leute“ ist nur peinlich.

      Die „Moneyquote“ ist diese:

      Armbrüster: Ja, ich würde gerne von Ihnen wissen, ist Ihnen das klar, dass viele Leute darin eine Verharmlosung der Nazi-Sprechweise sehen und dass sie darüber empört sind?

      Geißler: Ja, das kann schon sein. Wenn Leute sich wegen etwas Unsinnigem empören, kann ich sie nicht daran hindern.

      Nicht Geißler hat sich hier „um Kopf und Kragen“ (was für ein Vokabular ist das eigentlich?) geredet, sondern Geißler hat mit wenigen Worten deutlich gemacht, dass der Verharmlosungsvorwurf keinerlei Substanz hat. Und dazu ist Armbrüster dann nix mehr eingefallen.

      Für Journalistenschulen ist das Interview bestenfalls als Negativbeispiel für pseudo-kritisches Gequatsche tauglich.

  17. Moin moin, ich hatte mir diese netten Gespräche in Stuttgart zugemutet. Natürlich war die Äußerung von H. Geißler zumindest gewöhnungsbedürftig……nur……Wenn eine traurige Gestalt wie Hannes Rockenbauch den ganzen Tag, durch ständiges dazwischen reden, oder durch Beleidigungen gegen H. Geißler, versucht einen Eklat zu provozieren, dann ist es verzeihlich, dass nicht jeder Satz sitzt. Ähnliches gilt für den Nachrichtensprecher vom DLF. Ich denke wäre Geißler schon richtig wach gewesen, wäre er mit diesem Menschen noch ganz anders Schlitten gefahren. Einmal genau hin hören. Jede Antwort von Geißler parriert er mit einem veränderten Sinninhalt. Manche nennen es unlauter, ich nenne soetwas dummdreist

    1. Wenn eine traurige Gestalt wie Hannes Rockenbauch den ganzen Tag, durch ständiges dazwischen reden, oder durch Beleidigungen gegen H. Geißler, versucht einen Eklat zu provozieren, dann ist es verzeihlich, dass nicht jeder Satz sitzt.

      Eine traurige Gestalt wie Hannes Rockenbauch? Ich finde sein Engagement bewundernswert. Außerdem hat er Recht: Die Pro-S21-Vorträge zum Ergebnis des s.g. Stresstest liefen nahezu ohne Unterbrechung ab, lediglich drei, vier kurze Zwischenfragen seitens des Bündnisses. Aber als Boris Palmer seine (sehr fundierte) Rede gegen das Ergebnis vorzutragen versuchte, wurde er mit Zwischenrufen und -statements der CDU und der Bahn geradezu bombardiert. Geißler ließ dies zu, munterte sogar förmlich dazu auf, und Rockenbauch hat sich selbstverständlich darüber beschwert.

      Ich kann da keine ‚traurige Gestalt‘ oder tagelanges Beleidigen Geißlers erkennen.

  18. Geißler redet sich um Kopf und Kragen? Also lieber Markus, das ist doch – Achtung – totaler Unfug. Geißler hat mehrmals gesagt, weswegen er diesen Ausdruck verwendet hat, nur wollte Armbrüster das einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Vielleicht, weil Geißler nicht die Antwort gegeben hat, der er hören wollte. Dazu kommt, dass die von dir zitierte Stelle das Interview einfach nicht wiedergibt und einen falschen Eindruck erzeugt. Immerhin hast du zum kompletten Interview verlinkt.

    Viel Wind um nichts im Sommerloch. Wäre schön, wenn netzpolitik.org solche Pseudoaufreger aussparen würde.

  19. Die Volksabstimmung ist ein Witz!, eine Abstimmung über das Geld, das eh von allen im Land bezahlt wird.

    Aber Herr Geißler trifft den Nagel auch schon gut auf den Kopf.

    Der Reporter will sich auch nicht eingestehen, das der totale Krieg da ist.
    Diese Regierung und die Mitarbeiter / Polizei haben sich auch unter GRÜN Rot nicht geändert, es ist kein Polizist zur Rechenschaft gezogen wurden, nach 60 Jahre CDU, da Rot das Innenressort hat.
    Gleichzeitig zeigte Grün, dass sie(Opi) den Bahnhof wollen, da das „Geld“ Argument gegen einen Baustopp sprach, wobei gerade das deren Problem ist.

    Finde seine Argumentation schlüssig, daher habe ich mich damit abgefunden, dass er dies gesagt hat.
    Die Leute müssen aufwachen und da darf man keine Scheuklappen anhaben, raus mit den Problemen die wir haben.

    Das Projekt hat eine illegale Legitimation bekommen, da intern schon längst klar war, dass es teurer wird, dem Parlament (Volk) aber mit falschen Zahlen etwas schmackhaft gemacht wurde (Grube: ein Geschenk an die Menschen).
    Gleichzeitig können wir weil die Gesamtlage im Lande nicht besser ist, die Zeit nicht für die Sinnvollen Probleme einsetzen.

    Wir brauchen wieder den Job-Motor, es ist keine Utopie 11 Millionen Jobs zu schaffen, wir müssen es nur wollen! Arbeit ist genug da, die Finanzierung beruhen mit auf Problemen die wir lösen müssen (Deutsche Bank, Gericht USA), daher macht euch Gedanken, sammelt Ideen. Und rechnet es nach, es gibt alle Berechnungsformeln im Netz.

    http://physics.ucsd.edu/do-the-math/

    Dieser Bahnhof darf so nicht gebaut werden und gleichzeitig müssen wir dringend über „unsere“ Aussenpolitik sprechen.
    Deutsche im Syrischen Gefängnis keiner macht was,
    der Larry King von Libyen wird aus seiner Show gebombt und
    der arabische Frühling steht wieder auf den Felder gleichzeitig wird die Augen vor einer Katastrophe geschlossen, die sich seit 5 Jahre ankündigte, das wäre eine Region um Brunnen zubauen, nicht unschuldige zu töten um Rohstoffe zu sammeln.

    bah!

  20. Also ich habe mir das Interview auch angehört. Klar so Aussagen wie „Da wissen Sie mehr als ich“ sind nicht besonders schlau, aber unterm Strich habe ich den Geißler verstanden.
    Es wirkt vielmehr so, als wenn er das ganze Gespräch wie ein nicht-öffentliches Interview angegangen hätte, und sich deswegen dann auch gewundert hat, dass der Interviewer ihn so in die Pfanne hauen wollte, wo er doch eigentlich lediglich seine Position darlegen wollte.

    1. Was soll denn bitte ein nicht-öffentliches Interview sein? Meintest du vielleicht ein Gespräch zwischen 2 Personen, welches weder aufgezeichnet noch mitgeschnitten wird?

      Geißler ist Politiker. Der Umgang mit Medien ist sein Beruf. Dazu gehört es, sich in Interviews oder Gesprächen nicht in die Pfanne hauen zu lassen. Geschichts-Politisches Vorwissen gehört ebenfalls dazu. Genau so wie rhetorische Fähigkeiten.

      Stattdessen weicht er auf eine Not-Lüge aus, er kenne dieses Zitat nicht. Entweder er hat damit glatt gelogen, oder er hat im kompletten letzten Jahrhundert seine Hausaufgaben nicht gemacht

    1. Die Begrüßungsfloskel die Göbbels benutzt hat, deklariert einen natürlich zum Nazi.

      Nur eines verrat ich ihnen…Guten Morgen war es eher nicht.

  21. @Bernd „Total digital“ Nicholas Negropontes Buchtitel „Being digital“ wurde leider auch „total“ verhunzt.

    Was mich an Geißler traurig macht, ist:
    a) die psychologische Perspektive, die er mit seinem Goebbels-Zitat eröffnet. Auch wenn´s das Gegenteil (Warnung) seine Absicht war, so hätte er wissen müssen, dass es zum richtigen Verständnis mind. zwei Denkschritte benötigt hätte. So war es von ihm als Politiker unprofessionell.
    b) Traurig auch, dass er es in dem Interview nicht schafft, sein Zitat noch einmal einzuordnen. Ganz schwach, dass er die Gelegenheit verstreichen lässt und überheblich wird.

  22. Ich kann manche Kommentare hier nicht ganz verstehen: gerade die Leser von netzpolitik.org fordern immer wieder ordentlichen Journalismus von der 4. Gewalt. Jetzt bleibt mal ein Journalist hart und lässt nicht locker bei einer Fragestellung und es scheint wieder nicht Recht zu sein. Armbrüster ist dafür bekannt bei seinen Interviewpartnern „nachzubohren“, und dabei handelt es sich keinesfalls um suggestive Fragen wie manche hier behaupten. Er erkennt einfach, wenn jemand versucht sich herauszureden und bleibt bei seiner Fragestellung, falls die Frage nicht beantwortet wurde. Bei allen anderen „Qualitätsmedien“ würde eine Frage logischerweise genau nur einmal gestellt werden, allein schon um solche peinliche Situationen zu umgehen. Allerdings ist es dann ein einfaches gerade für Politiker dann um die eigentliche Fragestellung herumzureden und die Antwort hat dann meist einen Informationsgehalt von Null.

    Insofern ist dies schon ein „Lehrstück im Fach Journalismus“, was leider von vielen hier scheinbar verkannt wird. Ich nehme an, das dies durch mediale Mainstreamverblendung geschehen ist, da man dies dort eben nicht kennt.

    Und zum Herrn Geißler noch ein paar Worte:

    Ihm wurde voher schon mitgeteilt, dass es sich bei dem Interview um ein Live-Interview handelt (geht auch aus dem Transkript hervor). Und es ist auch Anzunehmen, dass er auch wusste wer ihn interviewt und wann das geschehen wird (sonst hätte es ja kein Interview gegeben). Geißler hätte sich also durchaus darauf vorbereiten können und im vorraus fragen können, welche Fragenstellungen auf ihn zukommen werden. Dann hätte er immernoch das Interview ablehnen können, aber völlig uninformiert und unvorbereitet in ein Interview zu gehen, zeugt nicht gerade davon, dass jemand ein „Medienprofi“ ist.

    1. Sehe ich nicht so. Die Fragestellung Armbrüsters, was er mit diesem Satz eigentlich bewirken wollte, empfinde ich als absolut legitim und dafür wird Armbrüster auch bezahlt. Ich sehe aber, dass Geißler die Frage sehr wohl beantwortet und begründet hat, weswegen er das sagte. Sich dann drauf zu versteifen, Geißler würde die Sprechweise der Nazis verharmlosen ist lachhaft.

      1. Zitat:

        Armbrüster: Herr Geißler, seit Tagen wird auch über eine ganz andere Äußerung von Ihnen gesprochen, am Schluss der Gespräche am vergangenen Freitag haben Sie Joseph Goebbels zitiert und die Konfliktparteien gefragt: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Was war da Ihre Absicht?
        Geißler: Mal klarzumachen, was los ist. Man kann doch nicht dauernd in Entweder-Oder-Kategorien denken, sondern es gibt auch das Denken Sowohl-Als-Auch. Es ist der Kompromiss, der…

        Ich empfinde das schon als Ausrede auf die Frage. Aber es geht noch weiter:

        Armbrüster: Aber verharmlosen Sie damit, Herr Geißler, verharmlosen Sie damit nicht …
        Geißler: … hallo, hallo, hallo …
        Armbrüster: … ja, ich höre?
        Geißler: Ich kann Ihre Frage ja nicht verstehen, wenn Sie mir reinreden.
        Armbrüster: Ich muss Sie das …
        Geißler: … ich wollte doch gerade was erläutern …
        Armbrüster: … ich muss Sie das gerade fragen: Verharmlosen Sie damit die Sprechweise der Nazis?

        Das anschliessende „Hallohallohallo“ spare ich mir jetzt mal. Tut mir Leid, aber bei einer derartig guten Übertragung kann ich mir schlecht vorstellen, dass Herr Geißler nichts versteht. Ich habe das ganze ein wenig als Ablenkungsmanöver empfunden und die Fragestellung wurde wieder nicht beantwortet. Anschliessend stellte sich Geißler noch auf Dumm und erklärte nebenbei die Hörer von DLF für eine Minderheit, der das ganze nichts angeht.

        Sorry, aber die Fragestellung wurde nicht beantwortet, in keinster Weise.

      2. @ Flo: Armbrüster fragt „Was war Ihre Absicht“, woraufhin Geißler seine Absicht darlegt. Wieso ist das eine Ausrede?

        Armbrüster reagiert mit einer Suggestivfrage („aber verharmlosen Sie damit nicht …“), die inhaltlich in der Preisklasse von „schlagen Sie Ihre Frau immer noch“ angesiedelt ist. Geißler will darauf nicht eingehen, sondern weiter seine Absicht erläutern. Armbrüster hat aber gar kein Interesse mehr an der von Geißler gerade erst begonnenen Antwort auf seine vorherige Frage, sondern will offensichtlich lieber eine andere Antwort hören, in der irgendwo das Wort „Nazis“ vorkommt. Er legt Geißler diese Worte sogar halbwegs in den Mund, wieder mit einer suggestiven Formulierung: „War das Ihre Absicht? Die Sprechweise der Nazis zu verharmlosen?“ Geißlers „Sie sind wohl auf dem Mond zuhause“ kann man da schon beinahe als souveräne Reaktion werten.

  23. Ich finde, der DLF hat sich da an was hochgezogen. Bis zu dem Interview heute morgen (ich habe es gehört, Heiner Geissler wirkte auf mich auch verwirrt, vielleicht, weil er mit der Frage überrumpelt wurde – zugegeben eine Stärke des Hörfunks) war „der totale Krieg“ gar kein Thema in den Medien gewesen.

    Ich hatte unmittelbar nach dem Interview bei Googlenews reingeschaut und da war der Satz vielleicht in den Artikeln berichtet, aber kein Teil der Überschriften – also kein Skandal und wohl auch nicht so vielen Leuten aufgestoßen, wie der DLF im Interview glauben machen wollte. Heute mittag sieht es bei Googlenews schon anders aus.

  24. Ist doch klar, dass Geißler sich zumindest im nachhinein bewußt ist, dass das was er sagte von den Medien lecker aufgekocht und später vielleicht sogar nochmal aufgewärmt wird. Wen juckt das? Was soll diese peinliche Beharrlichkeit eine Äußerung haben zu wollen, obwohl selbst der Beschränkteste an den Empfangsgeräten schon bemerkt hat, das es Geißler selbst wurscht ist was andere davon halten?

  25. @Flo
    Was meinst du denn welchen Inhalt einer Antwort Herr Armbrüster erwartet hat? Das wieder wirft doch dann die Notwendigkeit der Frage auf. Wobei ich dir recht gebe mit einer unvorbereiteten Einstellung von Geißler. Hat aber nichts damit zu tun um was das Interview sich dann plötzlich drehte. Es ist mit Sicherheit daher nicht zu leugnen, dass die Gelegnheit nicht verseumt werden sollte das ganze mit Skandelfaktor aufzuwerten. Manche machen es mit dem Thema Sex, manche halt so. Von einem Lehrstück erwarte ich doch, dass man sich damit in der Breite identifizieren kann. Die kommentare geben das ja wohl nicht wieder. Und das weil hier einfach impliziert wurde .
    Aufdecken und informieren soll die Presse, implizieren und die Meinung anderer Mutmaßen und vorhalten, ohne sich über diese informiert zu haben. Ich habe mich als Hörer benutzt
    Gefühlt.

    1. Die Sternstunde besteht meiner Meinung nach nicht in den „Skandal“ selbst, sondern in der Vorgehensweise von Armbrüster. Jeder andere Journalist stellt jede Frage exakt einmal, meist kommt wie beschrieben eine Ausweichfloskel und die Frage ist für den Zuhörer/Zuschauer/Leser futsch weil keinerlei Information darinsteckt. Der Gesprächsinhalt war dafür eher Zweitrangig und den großen Skandal sehe ich darin auch nicht, muss aber auch garnicht.

      Wie genau soll die 4. Gewalt denn bei Interviews aufdecken, wenn der Interviewer nicht an der Fragestellung bleibt? Und inwiefern hast du dich beim Interview benutzt gefühlt?

      1. @Flo
        Ich hoffe ich hab jetzt nichts durcheinander gebracht bei Copy/paste

        Im Prinzip muss man ja auf gar keine Frage antworten.
        Nun ist es aber in bestimmten Situationen dann so, dass dadurch für den Hörer auch eine Antwort entsteht, die aber aus dessen Sicht völlig hypotetisch und spekulativ ist.
        Daher gehört es wohl zur feineren Rethorik bzw. Notwendigkeit in der Öffentlichkeit, dann nicht direkt auf die Frage zu antworten. Fragt deine Schwiegermutter dich, wie du ihr Kleid findest, wirst du wohl nicht unbedingt sagen, nicht so schön.
        Sondern antwortest im besten Fall indirekt oder gar nicht. Deine Schwiegermutter ist dann aber hoffentlich so einfühlsam und hakt nicht nach, um dir eine unangenehme Situation zu ersparen. Hatte jetzt kein besseres Bsp. :D

        Aber vielleicht besteht auch gerade darin das Problem, die Vorgehensweise von Armbrüster einersteits und das Thema-Nationalsozialismus andererseits.

        HAbe mich benutz gefühlt…..

        Armbrüster: Ich *****glaube******, viele Leute fragen sich, ob man mit einer solchen Sprechweise die Situation nicht nur noch verschlimmert.

        Warum sagt Armbrüster eigentlich nicht einfach.

        Ich meine mit solch einer Sprechweise verschlimmern sie nur die Situation.

        Nein er macht auf BIG Player und tut, als wäre er der Sprecher einer großen Gruppe.

        Armbrüster: Zum Beispiel Hörer des Deutschlandfunks.

        Dies versucht Geißler sogar dann zu relativieren,

        Geißler: Wer sind viele Leute, wer ist das?

        worauf Armbrüster auch einen Schritt zurückgeht und noch nicht mal mutmaßt .

        Armbrüster: Immerhin einige, ***glaube**** ich.
        Geißler: Ach so. Das sind aber nicht viele Leute.

        Das Kinderspiel versucht Geißler dann damit zu beenden, in dem er auf den Inhalt Stuttgart 21 verweist.

        Geißler: Also, hören Sie mal, was ist das, machen Sie ein Interview mit mir oder was soll das?

        Es sind sicher keine Hörer gefragt worden.
        Alles beruht auf Spekulation.

        Ich weiss was du meinst und das ist im Prinzip auch nicht falsch, um die Rhtorik der Politiker zu brechen.
        Aber bei Sachthemen bitte, nicht wenn hier Personen, wegen nichts diskreditiert werden können. Denn es war für mich ein nichts. Hätte ich es gehört, hätte ich nicht an Göbbels gedacht, auch wenn ich es kenne.

  26. Achgottchen, Herr Geißler hat „Autobahn“ gesagt. Und ab dem Zeitpunkt ging es dem Redakteur doch gar nicht mehr um die Sache, sondern ein Skandälchen herbeizuzaubern.

    Ob die Wortwahl nun unglücklich war oder nicht. Daraus aber Geißler mit einer derarten Impertinenz eine Verharmlosung der Nazis unterstellen zu wollen war einfach nur lächerlich.Und einem Deutschlandradio unwürdig.

  27. Meine Güte … typisch deutsch. ;-)
    Wir haben ja sonst überhaupt keine Probleme, als jedes einzelne Wort, das irgendjemand irgenwann irgendwo sagt, auf die politische, historische und psychoanalytische Goldwaage zu legen.
    Im angelsächsischen Raum würde man das wohl kommentieren mit „Get a life“.

    „Das wird vielleicht zukünftig als Lehrstück im Fach Journalismus unterrichtet.“

    Ich könnte mir schon eher vorstellen, daß das, was in den letzten paar Tagen an Diskreditierungsversuchen, Diffamierungen bis hin zu übler Hetze z.B. über Herrn Broder und andere „unangenehme“ Persönlichkeiten ausgegossen wurde – und zwar auch von sogenannten „Leit“- bzw. „Qualitätsmedien“ – Einzug an Journalistik-Seminaren halten wird: als abschreckendes Beispiel dafür, wie man unter Mißachtung jeglicher berufsethischer Mindeststandards frisch Ermordete ausweidet, um sich auf einen moralischen Triumphbogen zu setzen und Deutungshoheiten zu beanspruchen.
    Also: Tranquilo. Bitte nicht immer Stechmücken zu Blauwalen aufblasen.

  28. Also das „totaler Krieg“-Zitat war von Geißler einfach ungeschickt. Es schadet der Diskussion um Stuttgart 21 weil es von der Sache ablenkt, und für gewisse Leute ein gefundenes Fressen ist. Wäre Geißler wirklich der oft zitierte „alte Fuchs“, hätte er das vermieden.

    Leider ist Geißler aber auch (ex-)Politiker. Die kranken alle an übersteigertem Ego, was dazu führt, dass Fehler nicht eingestanden werden können. Es ist ja, genau betrachtet, kein großer Fehler, sondern nur ein Ausrutscher, der aber jetzt von bestimmten Medien aufgebläht wird.

    Solche auf Krawall gebürsteten Interviews wie von Armbrüster mag ich sowieso nicht. Auch das geht an der eigentlichen und wichtigen Sache Stuttgart 21 vorbei und hat mit hartem Nachfragen nichts mehr zu tun. Ich denke, in jüngeren Jahren hätte Geißler geschickter Kontra gegeben.

    Und zuletzt: das Zitat ist keinerlei Aussage über Geißlers Vorgehen in der Sache, über seinen Kompromissvorschlag, die Schlichtung oder das Projekt Stuttgart 21. Leider gibt es zuviele Lautsprecher, die es gerne entsprechend deuten würden.

  29. Geschieht ihm ganz recht., dem Geissler. Der aalglatte Beliebigkeitspolitiker und Bürgerlichen-Darsteller hat eine Punktlandung im Fettnapf hingelegt.

  30. Wo ist hier der Bezug zu Netzpolitik oder Digitale Gesellschaft oder, mal ganz weit gefasst, einer modernen Medienkritik?

    Jeder soll sich ja für S21 engagieren oder auch nicht, aber diese lächerliche Interview-Gesamtleistung, sowohl des DW-Mannes als auch von Geissler, was soll die hier im Blog? (außer das klar war das einige Teile Nerdistans reflexartig aufstehen und schreien „Er hat Jehova gesagt, Er hat Jehova gesagt.“)

    1. @Jens Best: Immer wenn wir Lust und Zeit haben und etwas interessantes finden, was auch mal Randbereiche betrifft, bloggen wir das gerne. In diesem Fall fand ich es ein schönes Beispiel für einen hartnäckigen Fragestil. Und da ich mich an die Geschichte vielleicht nochmal erinnern will, hab ich sie ins Archiv gebloggt.

      1. ich hab heute nicht hartnäckig gedacht, sondern stur und v.a. konrontativ, so wie ich ihn häufiger bzw. meist in Interviews wahrnehme. Seinen Gesprächspartnern eher vor den Kopf schlagend, als sich mit ihnen unterhaltend. Das kann manchmal sinnvoll sein, wenn man die übliche Phrasendrescherei und Rumeierei (von meist Politikern) deutlich machen möchte. Das hat Geissler aber nicht gemacht.

  31. „Autobahn“ geht bekanntlich gar nicht. :)

    Wie armselig ist das denn, über die „Sprechweise der Nazis“ zu lamentieren und Heiner Geißler mit Goebbels zu vergleichen?

    Politische Korrektheit hat mitunter selbst faschistoide Anwandlungen.

  32. Beim totalen Krieg wurden immerhin die Akteure danach vor Gericht gestellt bzw. werden bis heute noch gejagt (außer der Stuttgarter Oberstaatsanwalt Häußler (der, der auch Anti-Nazi-Symbole verbieten lassen wollte http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,413443,00.html ) lässt es unter den Teppich fallen weil es ihm zu anstrengend ist Massenmord nachzuweisen http://www.sueddeutsche.de/politik/ns-kriegsverbrechen-da-muesste-man-hinterherhechten-1.459922 ). Verurteilte Polizisten am 30.09. in Stuttgart: 1. Oberstaatsanwalt für S21: Bernhard Häußler.
    So sehe ich die Lage als Stuttgarter. Wird sind ziemlich verloren in diesem System (knappe 60 Jahre CDU!). Da kann der Geißler früh morgens – bevor er evtl. seine Medikamente genommen hat – auch nichts dran ändern egal was er plappert und was nicht. Aber recht hat er schon mit Frieden für Stuttgart. Wir Stuttgarter sind schon lang verhetzt worden von Schuster, Mappus & Co.

  33. Die Aussage war sehr wohl unpassend.
    Im Schlichterspruch hat Geißler gefordert, dass die Aktivisten am Stresstest beteiligt werden. Die Bahn lehnte es ab. Der Stresstest wurde gänzlich ohne Beteiligung der Aktivisten durchgeführt.
    Geißler hat während der Auswertung des Stresstests ein Kompromiss vorgeschlagen, welchen die Aktivisten überdenken wollten. Die Bahn hat diesen Kompromiss jedoch kategorisch ausgeschlossen.
    Und dann den Aktivisten auch noch den totalen Krieg ankreiden, ist ja wohl ziemlich daneben. Wenn sich jemand keinen Stück bewegt, dann ist es doch die Bahn.

    Also wenn, dann will die Deutsche Bahn den totalen Krieg. Und zweitens ist Geißler Schlichter und Moderator gewesen. D. h. doch, dass er neutral sein sollte. Mit diesen Worten lässt er aber die Neutralität vermissen.
    Man braucht daher gar nicht erst mit den Nazis kommen. Dieser Ausspruch ist schon aus anderen Gründen unpassend gewesen.

  34. Ich finde es viel bedenklicher, dass nach seiner Meinung in Syrien gerade ein totaler Krieg läuft. Ohne die Situation dort verharmlosen oder schönreden zu wollen: Ein totaler Krieg ist ein ganz anderes Kaliber als die bewaffnete Niederschlagung von Demonstrationen.

  35. Ich finde es im Kontext der Aussage relativ eindeutig, das Geisler seine Aussage nicht in Goebbelscher manier gemeint hat.

    Was der Empoerungsmob jetz wieder abzieht finde ich widerlich – hier wird Goebbels totaler Krieg instrumentalisiert, in einem Streit ueber einen popeligen Bahnhof.

    Das Interview habe ich sogar selbst im Radio gehoert, heute morgen auf dem Weg zur Arbeit.noch vor der Kriegspassage habe ich allerdings umgeschaltet – ich fand das Interview ausgesprochen schlecht und reisserisch gefuehrt.

  36. Die Parkschützer waren gewarnt – sie hätten nur hören sollen statt den dressierten CDU Zirkusaffen als Schlichter zu wählen.

    Hier ein Tweet von 10.2010 von mir:
    „Der Pazifismus der dreißiger Jahre … hat Auschwitz erst möglich gemacht“ H. Geißler 1983 – #S21 #glaubwürdigerSchlichter #zeitschinden!“

    https://twitter.com/#!/hirtlitschka/status/29176965309

    Das mit #glaubwürdigerSchlichter war rein ironisch zu verstehen, das mit dem Zirkusaffen heute allerdings nicht.

    Uli

  37. Sorry Netzpolitik, kann eure Darstellung nicht nachvollziehen und finde die ausgewählten Zitate ehrlich gesagt unendlich tendenziös. Das Originaltransskript zeichnet doch ein ganz anderes Bild.
    Das von einem überfordertem Journalisten, der seinem Gesprächspartner ins Wort fällt und ihm ständig versucht, Aussagen in den Mund zu schieben.

  38. Ist PI gerade in den Sommerferien oder warum muss ich hier so viele seltsame Beiträge lesen?

    Geißler hat sich bei der Schlichtung mehrfach in der Wortwahl vergriffen, was bei dem großen Theater um S21 aber kein Problem ist. Warum er nicht einfach den Fehler zugegeben und weiter über die wichtigen Probleme geredet hat, verstehe ich nicht. Vielleicht sollte er sich solche Kraftakte in Zukunft sparen.

  39. Mein Gott, ist das peinlich. Tobias Armbrüster und der Artikel hier. Da wird dem armen Mann mehrfach unterstellt, er verharmlose die Sprechweise der Nazis. Auf Argumente braucht man dann nicht mehr einzugehen, Hauptsache die Ideologie stimmt. Und noch schlimmer ist, daß Markus Beckedahl als Sachverständiger der Grünen in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ sitzt. Allmählich bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn diese Ideologen hier die digitale Zukunft bestimmen.

    Der Begriff „totaler Krieg“ ist übrigens schon viel älter. Den hat 1864 William T. Sherman für seinen „Marsch zum Meer“ geprägt.

      1. Das Problem ist, daß Tobias Armbrüster und auch du einen meines Erachtens völlig harmlosen – meinetwegen unüberlegten – Kommentar von Heiner Geißler nutzt, um ihn in eine bestimmte Ecke zu stellen. Und wenn er da erstmal steht, dann erübrigt sich jede weitere Diskussion. Ihr versucht hier einer offenen Diskussion aus dem Weg zu gehen, indem ihr Geißler als Verharmloser des Nationalsozialismus oder als Deppen darstellt, der sich um „Kopf und Kragen“ redet.
        Und wenn du genau so in der Enquete argumentierst, dann zweifel ich an deiner Ernsthaftigkeit. Ich habe da übrigens einige Dokumente und Videos gesehen und einen denkbar schlechten Eindruck von dieser Veranstaltung gewonnen. Ich wollte mir einmal ein Bild von den Akteuren machen, bin so auf diese Seite gestoßen und finde als erstes diesen furchtbaren Artikel.

    1. Wobei Sherman ja auch nicht gerade als Vorbild taugt. Was aber wiederum Geißler entlastet: er will ja keinen solchen Krieg.
      Ich verstehe nicht, was jemand dagegen hat, daß er das nicht will.

  40. Geißlerr ist ein Troll, der sich toll dabei fühlt. Er ist werde ein guter Moderator, noch „der weise von Berg“. Der Vergleich war unpassend. Sonst nicht nichts. So was kann schon mal passieren, viel Kompetenz zeigt dies nicht, diese merkte man aber auch dem Interview an. „“Hallo, Hallo, Hallo?““ Der Mann fühlt sich halt Journalisten überlegen und hat keine Ahnung von echte Moderation. Mehr nicht. Ist aber auch schlimm genug.

    1. Zitat:“Der Vergleich war unpassend“ – Dies ist eine klare Ansage, der ich mich anschliessen möchte. Und: „Troll“ ist knapp vorbei – Depp würde es besser treffen und um ehrlich zu sein: A******* trifft es in meinen Augen am Besten! Klingt primitiv – ist es auch. Schlicht, einfach und doch simpel.

      1. Wer heute Morgen den DLF gehört hat, wird gemerkt haben, dass der Moderator ein paar mal aus versehen von „Heiner Göbbels“ sprach … Da kräht kein Hahn nach und das ist auch richtig so.

        Zweitens: Es ist nicht richtig Politikern, nur mal man jetzt jeder Ihrer Aussagen kontextfrei analysieren kann, dies jetzt ständig für solche Dinge zu nutzen. Köhler war da eine ganz andere Liga, von der Leyen Rede auch.

        Das ganze war ein Misslungenes Interview, welcher aber auch deutlich die Inkompetenz von Geißler gezeigt hat.

        Warum hat man eigentlich keinen „echten“, professionellen Moderator genommen?

  41. Ich kann die ganze „Aufregung“ um den einen Satz überhaupt nicht verstehen, da wird lediglich eine „Mediensau“ im Sommerloch durchs Dorf getrieben.

    Ja, es waren offenbar die selben fünf Worte mit Fragezeichen dran, die Herr Geißler in der Sitzung wohl gesagt hat (hab ich jetzt nicht überprüft). Ich prüf auch nicht bei jedem Satz den ich sage, ob die mal ein NS-Scherge auch mal vor zig Jahren sagte, schon gar nicht in so einer heftigen Diskussionsrunde.

    Jedoch sollte man das Telefon-Interview wirklich in der Gesamtheit hören und dann sich (nicht) echauffieren!

    Und man sollte sich überlegen, warum Geißler in der Sitzung im Hinblick auf diese wahnsins Emotionen, Eskallation, die Provokationen in Richtung S21-Gegner und die (staatliche) Gewalt diesen Hinweis gab!

    Geißlers Äußerung, dass rund um einem Bahnhofsbauprojekt erheblich verletzte Personen ja nicht normal sein können, finde ich einfach klasse! Ich halte die Schlichtung zwar selbst für eine glatte Farce und die Person Geißler quasi für eine Marionette zum Zeit schinden im Gesamtprozeß S21, aber die herbeikonstruierte „NS-Affäre“ ist ein glatter Witz und zeugt von schlechtem „Qualitäts“Journalismus.

    Wie gesagt: Sommerloch! Ich hab selbst öfter mal mit Medien zu tun, ich weiß mittlerweile, wie die „ticken“ und was (für ein unsäglicher!!!) Müll da hinten rauskommt. Einfach nur traurig!!

  42. Dieser Artikel ist peinlicher als die Reaktion von Geissler und insgesamt ist die ganze heisse luft um das Thema einfach nur LÄCHERLICH!
    Ist das jetzt der neue Sommerlochfüller?
    Wer wie ich als Stuttgarter das Thema hautnah erlebt, der weiß, was Hr. Geissler mit dieser Äußerung ausdrücken wollte. Die nazis haben auch deutsch gesprochen und Brot gegessen. OMG! Lasst und alle schnell nurnoch englisch sprechen und auf Brot verzichten!

    L-Ä-C-H-E-R-LI-C-H!

    1. klarer wäre es wohl rübergekommen hätte er z.B. gesagt: „Nein, ich wollte keinesfalls die Naziverbrechen verharmlosen, daß mir ausgerechnet diese Phrase herausgerutscht ist, tut mir leid, aber ich habe den Eindruck, daß einige die Lage eskalieren lassen wollen, die Konfrontation suchen und für Kompromisse inzwischen taub sind. Mir geht es um eine Befriedung der Situation.“. Stattdessen beleidigt er den Interviewer (hinterm Mond / keine Hörer), (not)lügt (wahrscheinlich; „da wissen sie mehr als ich“) und vergleicht u.a. die Sitzstreikenden mit den grölenden Nazis im Zuschauerraum bei der Sportpalastrede.
      „Geschickt“ ist anders, „Befriedung“ auch. Man darf m.E. festhalten, daß Geißler hier keine gute Figur gemacht hat – dafür muß man ihn weder komplett demontieren noch selbst zu Godwin greifen – aber Kritik muß erlaubt sein.

  43. Man sollte sich hier über diesen „Journalisten“ empören, nicht darüber, wenn Geißler seine üblichen Späße macht. Ihm hier irgendeinen Nazi-Scheiß andichten zu wollen, ist einfach nur lächerlich und die Berichterstattung auf Bild-Niveau.

    Bleibt ehrlich! Eine solche Täuschung und Irreführung hat diese Bewegung nicht nötig.

      1. „Darauf wurde er im Deutschlandfunk angesprochen und hat sich im Verlauf um Kopf und Kragen geredet.“

        Stimmt das? Hat er behauptet, er wolle den totalen Krieg oder bestätigt, dass er die Sprechweise verharmlosen wollte?

        Nein, hat er nicht.

  44. Boah, was ist denn HIER los?
    Hat da jemand die Astroturfing-Meute der Proler raus gelassen?

    Geißler hat in der gesamten Schlichtung nicht geschlichtet, sondern pro-aktiv die Argumentation der Gegner dieses Wahnsinnsprojektes massiv gestört. Sehr offensichtlich beim Redebeitrag Palmers. Obwohl dessen Argumentation klar, deutlich und einfach nachvollziehbar war, hat Her Geißler immer wieder provoziert. Er qualifizierte polemisch ab, indem er seine sehr subjektive Meinung lang und jeweils breit kundtat, dass der Vortrag, oder einzelne Wörter unverständlich seien. Selbst als Palmer und andere darauf hinwiesen, dass dieselben Wörter im Vortag der Bahn nicht kritisiert wurden, setzte er seine in meinen Augen unverfrorene Diskreditierungskampagne fort. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzten, bemängelte er, am Ende, dass die Zeit aufgrund des zu langen Vortrags nicht mehr reiche – dabei geriet der Vortrag nur und ausschließlich durch Geißlers Provokationen und die damit einhergehende Diskussionen so lange.

    Geißler ist für mich keine Autorität mehr, zumal er in dem eingang genannten Gespräch ganz richtig erkennt, dass kein Frieden in Stuttgart möglich ist, wenn stur weiter gebaut wird. Nur: WAS hat er als Schlichter dafür getan?
    NICHTS, er hat Provoziert und Polemisiert und als Spitze des Eisbergs dieses unsägliche Zitat gebracht!

  45. Es war peinlich für beide Seiten.
    Das, was mich wirklich geärgert hat an dem Interview, war dass es als Interview zu S21 angekündigt war und dann kam nichts Neues oder ganz wenig zu S21.
    Das Hauptthema war dann das Goebbels- Zitat, das ich dann aber zum ersten MAl im Originalton hörte. Geissler hat ja schon im selben Satz seine eigenen Worte korrigiert „…oder den totalen Sieg oder die totale Konfrontatation“ Das waren garantiert keine Goebbels-Worte. Die Analyse kostete dann aber gefühlte 90% des Interviews.

    Hinzu kommt, dass selbst der ehemalige Leiter des Instituts für Antisemitismusforschung, Benz in der DLF Mittagssendung nicht verstand, was an Geisslers Satz nun skandalös sei.
    Dem schliesse ich mich an und hoffe, dass das angekündigte Interview zu S21 bald nachgeliefert wird.

  46. Die Überschrift hätte in Anführungszeichen gesetzt werden sollen, meine ich.
    Und noch etwas: Wenn hier schon ein Artikel über den Tod von Jörg-Olaf Schäfers erscheint, sollte man doch wenigstens seinen Namen richtig schreiben. Er heißt nicht Schaefers, auch nicht Joerg-Olaf und schon gar nicht Schafers wie im ersten Satz des Artikels.

  47. Interessant, dass die ganz überwiegende Zahl der Kommentatoren hier meint, Geißler habe sich nicht um Kopf und Kragen geredet (sondern allenfalls der Moderator). Ich sehe das eigentlich auch so. Geißler zu unterstellen, er würde irgendetwas „verharmlosen“, bloß weil er im Eifer des Gefechts etwas gesagt hat, das heute üblicherweise mit Goebbels assoziiert wird, ist schlicht peinlich.

    Was mich an der Geschichte etwas ärgert: Wer sich solchen Empörungsreflexen unterordnet, der zeigt damit irgendwie auch, dass ihm die freie Rede nicht wirklich wichtig ist.

    1. Stimme dem uneingeschränkt zu. Da wird etwas künstlich aufgebauscht und als Steilvorlage zur eigenen Profilierung herangezogen. Vielleicht sieht die jüngere Generation das etwas relaxter als diejenigen, die noch den Krieg oder zumindest die Nachkriegszeit erlebt haben.

  48. Heute morgen wurde das Thema im DLF noch einmal aufgegriffe. Immerhin hat der Moderator erwaehnt, das auch der Interviewer heftig kritisiert wurde fuer die Art der Interviewfuehrung.

    Irgendwie erinnert mich diese Debatte auch an die Diskussionen zu Zeiten der Zensursula-debatte. Da wurde Zensurgegnern auch gerne unredliches in den Mund gelegt. Damals war es die mutwillige Verhinderung der Verfolgung von Kindesmissbrauch, hier ist es die Verharmlosung des Nationalsozialismus.

    Interpretationen, die damals wie heute im gegebenen Kontext offensichtlich falsch waren.

  49. Hab ich vergessen, aber man kann ja auch den „Andreas“ anklicken ;-) http://youtube.com/watch?v=oNRYmTarEDg

    Ich wollte nur noch mal anmerken, daß Geißler in seiner aktiven PolitikZeit, immer eher als linken oder unangenehmeren CDU-Freund angesehen wurde, als einer der die CDU in deren rechten Richtung vertreten hätte und so habe ich diesen Menschen auch kennengelernt.

    1. Wie dramatisch… (der tagesschau kommentar). Meiner Auffassung nach hat Geißler einfach nur Humor bewiesen. In einer Atmösphäre der Spannung braucht man eine passende Parodie, die die Stimmung wieder auflockert. Dies hat Geißler durch sein Zitat mit Bravour geschafft!

  50. Armbrüster raus, Geißler entlasten. Die Sprache gehört uns trotzdem.
    Der DLF soll seine peinliche Nummer eingestehen und nicht soviele „Experten“ befragen, bis sie einen gefunden haben, der die Fragstellungen legitimiert. Wenn ich die Stellungnahmen hier zusammenfasse davon ausgehe, dass die Stellungnahmen bei DLF genauso verteilt waren, wird das doch vom Sender gar nicht so rübergebracht. Dort scheinen die Stellungnahmen ausgeglichen zu sein. Politik und auch die Presse scheinen die Sargnägel der Demokratie zu schmieden, wenn ich mal das Norbert Lammert Zitat ausweiten darf. Es reicht endlich mit der Intransparenz.

  51. Wie schön es doch immer wieder ist zu sehen, wie andere nur das sehen, was sie sehen wollen. Ich meine damit einen erheblichen Teil der Kommentare hier.
    Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, Armbrüster hätte das Interview so und mit diesem Inhalt gewollt oder gar geplant. Hätte Geißler direkt und klar geantwortet, wäre nach einer Nachfrage das Thema um seine Worte erledigt geweisen und man wäre zum eigentlichen Thema zurückgegangen oder hätte das Gespäch normal beendet. So kenne ich die Interviews. Geißler aber hat hier gar nicht mehr ordentlich geantwortet, sondern in überheblicher Art rumgepoltert. Ich fand es durchaus angemessen, dieses Verhalten durch Nachfragen zu würdigen, auch auf die Gefahr hin, das weitere vorgesehene Fragen unter den Tischen fallen würden. So ist es passiert und das sagt mehr über Geißler als über Armbrüster aus, finde ich.
    Wenn ich sehe, wie andere Leute, auch beim DLF, fast unabhängig von den Antworten einfach nur ihre Fragen abspulen, kann ich Armbrüster für dieses nette Stück nur loben.

  52. Wieso redet sich Geißler hier um Kopf und Kragen? Der Interviewer hat zwanghaft versucht einen Skandal herbeizureden und hat die passende Antwort bekommen. Es ist schon ziemlich erbämlich wie Teile der Medienlandschaft hier verzweifelt versuchen einen Skandal herbeizureden. Gestern bei SPON wars ja auch schon peinlich. Da hat irgendwer einen Artikel geschrieben der eigentlich für ihn selbst peinlicher war als für Geißler. Und als er dann im SPON Forum nicht den erhofften Beifall sondern nur auf die Mütze gekriegt hat für seinen affigen Artikel, da haben sie die Diskussion geschlossen.

  53. Das erwähnte Zitat ist ein Nebenkriegsschauplatz.
    Geißler hat in Zusammenarbeit mit SMA einen Vorschlag gemacht, der jetzt geprüft werden sollte.
    Wenn jemand diesen Vorschlag ablehnt, dann sollte er das mit sachlichen Argumenten machen. Dies ist bisher nicht geschehen.
    Es gibt einiges, was für die Kombilösung von Geißler und SMA spricht.
    1) Kosten sind geringer, weil weniger Tunnels gebaut werden müssen.
    2) Mit der Kombilösung ist ein integrierter Taktfahrplan möglich.

    In Zürich wird auch ein solche Kombilösung realisiert.

  54. Heiner Geißler hat recht… der deutschlandfunk, genau wie die leute die sich über ein zitat empören, die sollten mal langsam aufwachen, es ist höchste zeit!!! ES BRINGT NICHTS GEGEN ETWAS ZU SCHLECHTES SEIN, das bringt nur den widerstand des schlechten und das bringt leid!… IHR MÜSST ANFANG FÜR ETWAS BESSERES ZU SEIN!!!

    Die Leute die Heiner Geißler kritisieren, haben den ernst der Lage ganz einfach nicht erfasst… Von wem der Spruch als erstes kam, mit dem man aufwecken will, ist in wirklichkeit egal… nur die unwissende tatsächlichkeit kann sich darüber empören… DAS IST FALSCHE EMPÖRUNG!!!

    damit stellt ihr euch selbstins abseits… FANGT ENDLICH AN TABU-THEMEN ORDENTLICH ZUR SPRACHE ZU BRINGEN!!!

    tabu-themen sind genauso unnötig und schädlich wie zensur und vergleichbar mit dem verlust von meinungsfreiheit!!!

  55. Bemerkenswert finde ich die Kampagne, die bei SPON gegen Geißler gefahren wird, in vier Artikeln, zuletzt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778137,00.html

    Ich habe mir erlaubt einen Kommentar dazu zu schreiben. Zweimal im SPON-Forum eingestellt, zweimal von der Zensur gestrichen:

    Titel: „Wollt ihr den totalen“

    „Ich frage euch:
    Wollt ihr den totalen journalistischen Niedergang? Wollt ihr ihn, wenn möglich, totaler und radikaler, als ihr ihn euch heute überhaupt erst vorstellen könnt?

    Der Spiegel sorgt für ein laues Lüftchen im Sommerloch: Er beharrt darauf, daß Geißler sich gefälligst für eine in dem gegebenen Zusammenhang durchaus sinnfällige Formulierung aber pronto zu entschuldigen habe. „Damit entpuppt sich der Spiegel als unsensibler Rechthaber und riskiert sein politisches Vermächtnis.“

    Mit jedem Artikel, den er zu dem „Thema“ verfasst „galoppiert er weiter in die falsche Richtung.“

    Ja, ist das nicht herrlich? Man kann die ganze substanzlose, aufgeblasene Polemik einfach invertieren! :)

    Vier Artikel in Serie! Das ist eine Kampagne! Hat der Spiegel die politische „Endlösung“ für Geißler (Nazometer:
    *tröööt!*) beschlossen?

    Merkt er den nicht, daß es keinen Sinn macht den toten Gaul „Zitat“ weiterzureiten bis der Verwesungsgeruch unerträglich wird?

    Man erlebt immer häufiger, daß das Niveau der Leserkommentare über dem des Artikels liegt.
    Nicht nur bei SPON, auch bei den anderen Zeitungen.

    Ihr habt ja die „Hamburger Erklärung“ mitunterschrieben, es geht euch angeblich um „Qualitäts-Inhalte“, ha-ha-ha!

    Der sogenannte alte „Qualitätsjournalismus“ ist tot, es lebe das Web 2.0! Das der Blogger, der Whistlerblower-Portale (sofern noch nicht im Knast), der Guttiplags. Von denen ihr doch ständig abkupfert.
    Aber EUCH soll man natürlich nicht zitieren dürfen! Das wäre dann „Verwendung… ohne dafür zu bezahlen“.

    Aber eure „Leistungsrechte“ sollen geschützt werden, eure wirtschafliche Basis. Deswegen lasst ihr fleißig die Zählpixel von VG Wort mitlaufen und kassiert für jeden Klick. Und das reicht euch noch nicht.

    Wenn es dann doch Qualität wäre!

    Ja, Heiner Geißler hat das schlimmste aller Verbrechen begangen – eine Urheberrechtsverletzung! Er hat fünf Worte eines ehemaligen Journalisten raubmordkopiert! Ohne Quellenangabe, ohne Vergütung! ;)

    Kleiner Tip: H.G. wird sich nicht entschuldigen, egal wie lächerlich sich der Spiegel noch machen möchte.“

  56. Dummes Palaver, nicht mehr, nicht weniger. Die Presse arbeitet mit dem Zitatreflex, fordert Entschuldigungen und Distanzierungen wo gar keiner beleidigt wurde, insgesamt ein sehr verklemmter Untertanengeist.

    Geissler lenkt als Politiprofi von seinem Scheitern in Stuttgart ab durch eine solche Showeinlage. Das nennt man in der politischen Kommunikations-Praxis einen „Roten Hering“. Da wird uns was zum Fressen vorgeworfen, damit sich der Braten davonstehlen kann.

  57. Es wäre auch mal lohnenswert gewesen, die gesamte Geißler-Äußerung von Freitag anzuhören: „Ich als Schlichter möchte einen Kompromiss herbeiführen, dafür mache ich einen Vorschlag, wenn Sie das nicht wollen, man kann natürlich die Auseinandersetzung führen: wollt ihr den totalen Krieg, wollt ihr den totalen Sieg, wollt ihr die totale Konfrontation, oder versuchen wir einen Mittelweg zu finden. Wenn er nicht geht, auch ok.“ Ist aber viel aufregender, nur den Goebbels-Teil auszuquetschen.
    Und: Geißler mag in dem Interview nicht seine beste Vorstellung gegeben haben, aber in der zehn- oder elfstündigen Präsentation und Diskussion am Freitag im Stuttgarter Rathaus hat er keinesfalls den Eindruck gemacht, senil zu sein. Im Gegenteil.

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