Das Radiofeuilleton des Deutschlandradio Kultur hat heute über Verschwörungstheorien berichtet: „Verschwörungstheoretiker sind Menschen wie du und ich – Über die Wirkung von Verschwörungstheorien“.
Hanselmann: Was soll damit bewirkt werden, wer soll mit diesen Theorien letztlich getroffen werden?
Butter: Dass jemand getroffen werden soll, ist bei manchen Theorien ein Ziel. Zum Beispiel: Wenn der iranische Präsident behauptet, dass die amerikanische Regierung Wikileaks selbst inszeniert hat, um Unfrieden im Nahen Osten zu stiften, dann entwickelt er eine Verschwörungstheorie, die einen äußeren Feind angreift, um vermutlich von Problemen im Landesinneren abzulenken und dort Einheit zu stiften. In diesem Fall weiß man auch nicht unbedingt, ob er wirklich daran glaubt, an diese Verschwörungstheorie, oder ob er sie wirklich bewusst in die Welt setzt, um sie instrumentalisieren zu können. In anderen Fällen ist es so, dass Verschwörungstheorien einfach Welterklärungsmuster sind. Sie heben sich aus der Masse dadurch heraus, dass sie verstanden haben, was wirklich passiert, was wirklich vor sich geht – dass die Amerikaner nicht auf dem Mond waren, wer wirklich hinter dem 11. September steht -, während die Leute um sie herum dumm sind und nichts verstehen, und dadurch versichern sie sich ihrer eigenen Wichtigkeit und Bedeutung.
Sehr interessant.