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Verdacht auf Microsoft-Astroturfing an deutschen Unis

Im Rahmen der MSDN AA bietet Microsoft erheblich subventionierte Lizenzen für Lehrkräfte und Lernende an Schulen und Universitäten an. Die Lehreinrichtung zahlt einen vergleichsweise geringen Betrag – und dafür dürfen alle Angehörigen eines Fachbereichs die Software nutzen.


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Derartige Angebote sind nicht nur bei Spezial-Software Gang und Gäbe: Schließlich möchten Hersteller zukünftige Kunden möglichst früh an ihre Produkte gewöhnen.

Microsoft-Produkte scheinen die Studierenden aber wohl auch geschenkt nicht haben zu wollen. Anders ließe sich nicht erklären, wieso in letzter Zeit mehrere Fachschaften Emails einer begeisterten Cornelia („Conny_1989“) bekamen, die anregen wollte, doch mehr für den Service zu werben:

ich fände es toll, wenn ihr in euren Tipps für das Studium auch auf praktische Tipps rund um die Vorlesungen hinweisen könnt.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich MSDNAA an der Uni immer mehr begeistert. Die meisten kennen es nur, um sich Windows zu ziehen. Aber wer mal durch den Katalog durchschaut, erkennt, dass sich hier weitere kostenlose „Schätzchen“ befinden, die es lohnt, auszugraben. Ich habe z.B. kürzlich One Note für mich entdeckt. […]
One Note ist so ne Art Notizbuch und hat gegenüber z.B. Word den Vorteil, dass mit cut&paste reinkopierte Texte automatisch mit Informationen zur Quelle verbunden werden. Kopiere ich was aus einer Webseite, wird automatisch die Webadresse im One Note angezeigt. Das spart mir wahnsinnig Zeit, […]

Ist es nicht toll, wenn junge Studentinnen derart begeistert sind? Und bei Cornelia scheint es sich auch noch um eine besonders fleißige Studentin zu handeln, die an mehrere hundert Kilometer entfernten Universitäten gleichzeitig studiert.

…und außerdem ihre Emails von IP-Adressen sendet, die zum Subnetz von Microsoft gehören. Auf Anfrage der der Fachschaft Informatik der TU Darmstadt wurde jedoch versichert, dass die Emails „nicht von uns, dem MSDN Academic Alliance Support Team versendet wurde[n].“

58 Kommentare
  1. Abgesehen von der fiesen Schleichwerbung ist OneNote aber wirklich ein Tool, das mehr Beachtung verdient. Damit lässt sich wirklich sehr kreativ arbeiten. Ich habe damit vor einem Jahr begonnen Protokolle von Seminaren zu erstellen. Das könnte man auch mit Word oder OpenWrite machen, aber bei OneNote kann man Zusatzinformationen, wie Weblinks, Videos oder ähnliches einfach reinkopieren und das ganze hinterher auch massentauglich exportieren.

    Und nein: Ich arbeite (noch?) nicht für Microsoft, sondern studiere wirklich an einer deutschen Hochschule.

  2. Ich habe z.B. kürzlich RedNotebook für mich entdeckt. […]
    RedNotebook ist so ne Art Notizbuch und hat gegenüber z.B. Word den Vorteil, dass mit cut&paste reinkopierte Texte automatisch mit Informationen zur Quelle verbunden werden. Kopiere ich was aus einer Webseite, wird automatisch die Webadresse im RedNotebook angezeigt. Das spart mir wahnsinnig Zeit.

  3. Ich hätte nun fast sowas wie …

    „Ach, da kommt es bei der vollumfänglichen Beglückung, die Unis im Rahmen von MSDNAA und CA* erfahren, auch nicht mehr an“

    … geschrieben, aber das wäre missverständlich, oder?

    Ausserdem wären da noch die speziellen Windows-Schulungen („Microsoft IT Academy“), die an vielen Unis angeboten wären, nicht dabei.

    *Campus Agreement, bzw. „Microsoft Campus Lizenz“. In NRW z.B. gerade erst durch den „Microsoft Landesvertrag NRW“ um 5 Jahre erweitert. In Verbindung mit dem MSDNAA de facto das Rundumwohlfühlpaket für Software

  4. > Microsoft-Produkte scheinen die Studierenden aber wohl auch
    > geschenkt nicht haben zu wollen.
    Das ist schlicht Quatsch. Ich kann nur für unser Institut sprechen, aber hier erfreut sich das msdnaa Zeugs wachsender Beliebtheit.

  5. Wenn es nur um Quellen und ein paar Notizen dazu geht, dann lieber gleich JabRef. Man will ja hinterher was Anständiges abliefern und verwendet deshalb auch LaTeX (zum Beispiel mit Lyx).

  6. Das erinnert mich daran, dass ich grade ziemlich sauer auf die saudumme Activation Procedure von MS bin. Office 2010 stellst sich da bei mir irgendwie absolut unschoen an (vielleicht verstehe ich auch einfach nicht, wo dieser unsaegliche Activation Wizzard versteckt ist). Auf jeden Fall ist es sehr aegerlich, wenn anstatt nach der Installation direkt auf diesen Schritt hinzuweisen, beim normalen Arbeiten auf einmal dieser daemliche Dialog hochpoppt…

  7. Microsoft haette es wesentlich einfacher, wenn sie fuer MSDN AA nicht ein abgespecktes und umgebasteltes Shopsystem verwenden wuerden. Aetzend!
    Bin selber Vertreter einer Fachschaft und haette eine solche Mail im Postfach gehabt, wenn wir so eine bekommen haetten… Haben wir aber nicht (Uni Duisburg-Essen, Campus Essen). Aber unsere Fakultaet ist auch sehr Informatik-lastig und die MSDN AA wird von vielen genutzt.

  8. Also meine Klassenkameraden aus der Berufsschule waren auch total geil auf die MSDAA-Accounts gewesen. Hauptgrund war Win7.

    Ich habe meinen aus Überzeugung nicht angerührt. Muss ja den Ruf als einziger Linux-User in der Klasse/Schule verteidigen :-D.

  9. Matthias, weil es halt nicht kostet ;) Ich finde es immer wieder faszinierend wie sehr sich akademische Institute in die Abhängigkeit von Microsoft begeben. Hier in Karlsruhe müssen Maschinenbau-Studenten den IE verwenden, um ordentlich auf die Windows SharePoint Dienste mancher Institute zugreifen zu können. Als ob die Institute nicht in der Lage wären, so etwas mit freier Software aufzusetzen, die plattformübergreifend genutzt werden könnte.

  10. Microsoft-Produkte scheinen die Studierenden aber wohl auch geschenkt nicht haben zu wollen.

    Das ist schlicht Quatsch. Ich kann nur für unser Institut sprechen, aber hier erfreut sich das msdnaa Zeugs wachsender Beliebtheit.

    Das dürfte überall so sein. Ist ja auch kaum verwunderlich. Das „Problem“ ist da eher, dass MS Office nicht im Rahmen der MSDNAA-Lizenzen zur Verfügung steht.

  11. Mit diesen überwiegend positiven Kommentaren rechnet man irgendwie garnicht^^ ;)
    MS Dreamspark ist so ähnlich: Visual Studio, Windiws Server 2008 R2 und sowas, kostenloser Developer-Account für Windows Phone.. Da sagt man nicht nein zu :)
    Überhaupt gibt es bei MS einiges umsonst, der ganze Cloud-Kram: OneNote, Excel, Word, SkyDrive, Mesh.. =)

  12. wenn hier schon jemand werbung für JabRef macht, muss ich ganz klar mit Zotero gegenhalten ( http://www.zotero.org/ ). für bibliographie-verwaltung wohl eine der besten freien lösungen zur Zeit.

    on topic: schwer peinliche aktion, und kudos an diejenigen, die Microsoft auf die schliche gekommen sind :) ich muss allerdings zugeben, dass ich es mit der MSDN AA wie Daniel aus kommentar 10 halte: Win7 und Visual Studio 2010 nehm ich gerne mit.

  13. Ohne MSDNAA hätte ich mir als Student Project für 200€ holen müssen. Und dann gibt es Hersteller wie Siemens, die glauben ein gutes Angebot zu machen wenn sie für ihr CAD-Programm 320€ verlangen, natürlich auch nur nutzbar bis zum Ende des Studiums.

  14. Nun, so schlecht haben wir es in Deutschland mit Microsoft als Partner für Unis doch gar nicht getroffen. Bedenklicher finde ich es da schon, wenn man zu Beginn seines Studiums von der Uni einen gmail-acc bekommt und diesen für sämtliche Kommunikation/Login mit der Uni benötigt.
    http://portal.leeds-art.ac.uk/student-email

    MS und Google sind halt alternativlos, also in den Augen der Entscheider ;)

  15. Darauf angesprochen, dass die Software langfristig aufgrund des Lock-In-Effekts gar nicht kostenlos ist, kam von „Conny“ übrigens das hier zurück:

    naja, langfristig ist gar nix kostenlos (there is no such thing as a free lunch sagen die Amis. Und da haben sie recht) :-)

    Schön :)

    1. @Tim: der Verweis auf den „Geier“ ist oben im Artikel (sogar mit Permalink!) doch drin. ;)

      An dieser Stelle vielen Dank von der Geier-Redaxion dafür. In der Download-Statistik schlägt sich das recht eindeutig nieder.

  16. Die Unverschämtheit ist eine ganz andere, nämlich daß die Fakultäten für diese Microsoft Werbeaktionen nicht nur bezahlen, sondern auch noch Server und den gesamten Organisationsaufwand selbst tragen müssen.

    Eigentlich müßte Microsoft dafür bezahlen an den Unis Werbung machen zu dürfen, so wie sie für ihrer Werbung in Zeitschriften und Fernsehen auch bezahlen.

  17. Durch Aktionen wie diese schafft Microsoft Nachfrage für die Aktion und sorgt so dafür, dass möglichst viele Einrichtungen mit dem Vertrag Werbung machen.

    Ich habe keinen Bedarf Windows oder ein Produkt für dieses Betriebssystem auf einem meiner Geräte zu installieren.

  18. Das Microsoft seit Jahren die Unis sehr aktiv bewirbt ist nichts neues. Und es ist auch nicht ungewöhnlich; die wollen Geld verdienen und Lockangebote wie MSDNAA gehören mit zur Marketingstrategie. Die meisten Bonding-Angebote an Unis machen es ähnlich, haben aber nicht so ein großer Potential im Hintergrund wie dieser Konzern.

    Der Erfolg von MSDNAA liegt aber auch stark daran, daß die vorhandene Konkurrenz einfach im Vergleich unsichtbar ist. Bspw. Oracle und vorher Sun hat es nie verstanden für Star/OpenOffice eine vernünftige Werbung zu machen oder es entsprechend aufzubauen.
    Die einzige Alternative zu Officeprodukten von MS ist doch derzeit nur noch das Angebot von Google…

  19. Auf meinem PC zum zocken läuft Windows. Auf meinem Laptop fürs Studium Ubuntu.

    Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Windows ganz klar Kundenservice, Treiberunterstützung und DirectX, Ubuntu ist kostenlos und bietet bessere Programmier- und Officeumgebungen.

    Von ideologischen Grabenkämpfen halte ich wenig (es sei den es geht um Apple) ich wgehe ausschließlich nach meine Anforderungen.

  20. das msdnaast wird doch sicher nicht das einzige team sein, das sich für microsoft um universitäten kümmert, oder? das ist doch eine große, recht erfolgreiche firma.

    und außerdem klingt „support team“ für mich auch mehr nach support team, und nicht marketing.

    den am ende des beitrags zitierten satz mag ich daher sogar glauben. und unterstelle mal, dass der urheber ihn mit bedacht und gebührendem anstand formuliert hat.

    .~.

  21. Wir haben da 3 Gruppen.

    Die die wirklich Ahnung haben: Ubuntu/Linux/Mac
    Die karrieregeilen feschen: Mac
    Die durchschnittlichen: MSDNAA was??? omg das versteh ich wieder nicht, wie dieses Java das ich installieren sollte. Hilfe!

  22. Kann ich auch nicht bestätigen. Bei uns gibt es auch MSDNAA und es wird rege benutzt.
    Daran das die meisten andere Produkte ausser Windows nicht benutzt werden ist Microsoft selbst mitschuld.
    Wenn Sie die Seite ordentlich gestalten würden und es zu jedem Produkt eine Beschreibung geben würde, vielleicht sogar mit einem Link zu Büchern, würde man da auch mehr stöber und eventuell neue Programme entdecken.

  23. Hier in Rostock gibt es auch MSDN AA und ich muss sagen, dass ich es auch schon mal ausprobiert habe. Aber irgendwie laufen die Programme nicht bei mir. Ich benutze zur Zeit Ubuntu 10.10 und obwohl dort bei vielen Sachen keine Einschränkungen zum Betriebssystem stehen, kann ich sie nicht installieren.

    Wenn es ISO-Dateien sind, kann ich sie ja einfach als Laufwerk mittels zwei Klicks einbinden (Ich glaube ab Ubuntu 10.04 ging das schon), aber trotzdem funktioniert nichts.

    *Bevor sich jetzt irgendwelche Leute beschweren: Meistens steht in der Tabelle „Platform: Windows“. Aber ich denke, dass es selbst mit älteren Windowsversionen nicht funktioniert.

  24. Ähm. Es ist jetzt vielleicht ein bisschen off-topic, aber kommt es nur mir komisch vor, das nach den Stürmen der Entrüstung über versuchte oder vergurkte Vorratsdatenspeicherung oder der Implikation der unveräusserbaren IPv6 Adresse, hier völlig selbstverständlich unliebsame Meinungen per IP Adresse differenziert (Entschuldigung: diskriminiert) werden?

    Oder gilt mal wieder: Der Zweck heiligt die Mittel?

  25. @40: Was hat das mit Vorratsdaten zu tun? Wenn ich einen Brief verschicke und meinen Absender drauf schreibe kann natürlich vom Empfänger „zurückverfolgt“ werden, wo ich wohne…
    VDS heißt, dass der Staat (also jemand den es nichts angeht mit wem ich Kontakt habe) im Nachhinein, ohne der legitime Empfänger zu sein, herausfinden kann, wer wem schreibt.

  26. @Simon: Soweit ich verstanden habe, wurde eine Partei via e-mail angeschrieben. Eine e-mail enthält idR eine e-mail Adresse, die zum Antowrten zB da ist. Darüberhinaus wurde hier aber nachgesehen wem die IP Adresse registriert ist. In der Diskussion über die Vorratsspeicherung finden sich immer wieder Beträge, die das Rückverfolgen einer IP zu einem Namen nicht zulassen wollen.

    1. Wie man hier wieder einmal sieht, ist die Balance zwischen Privatsphäre und Transparenz eine heikle. In diesem Fall wurde aber eben nicht die IP-Adresse auf den ultimativen Halter aufgelöst, oder gar (ePerso lässt grüssen) auf den Absender der Nachricht.

      Auch im realen Leben kann man Menschen z.B. anhand ihrer Kleidung grob einordnen, und wenn jemand in „Microsoft-Uniform“ den unbeeinflussten Studenten mimte, und dies auffiele, dann wäre das auch keine Forderung nach einer allgemeinen Ausweispflicht.

  27. @Philip: Es wurde auch nicht auf einen Namen aufgelöst, sondern auf die DNS-Einträge des Subnetzes. nslookup ist ein Standardtool und wahrscheinlich ungefähr genau so alt wie DNS (zumindest so alt, dass ich das „Alter“ mit 1min-check nicht gefunden habe).
    Zu IPv6/VDS: Hätten wir feste IPs, wäre damit die Personen/Computer-Identifizierung möglich – aber nicht unbedingt für uns – und das hätte darüber hinaus wiederum nichts mit nslookup zu tun.

  28. Ich finde bei wikipedia auch zu One Note keinen Artikel – inzwischen auch wegen relevanz gelöscht?
    Rednotebook kann ich auch empfehlen. Bei mir wird beim Einfügen da die Webadresse aber nicht angezeigt – ist mir aber auch egal. Außerdem kann man über das Forum Einfluss auf die Entwicklung nehmen – ich glaube da tun sich große Firmen wie M$ deutlich schwerer.

  29. Na ja, keine Ahnung, ob die hier in Göttingen auch msdnaa bekommen haben, aber wirklich notwendig ist es wohl nicht. Die ganzen GWDG-Spezialexperten im Rechenzentrum geben sich alle Mühe, Microsoft zu benutzen und das System für andere inkompatibel zu gestalten. Kann ich auch ein bisschen verstehen, wenn man im Studium nur Produkte und Broschüren von Microsoft kennen lernt.

  30. Mal ganz abgesehen von der Frage, ob man MS Produkte für irgendetwas wirklich braucht, und ob MS da mit seltsamen Mitteln versucht Aufmerksamkeit zu erzeugen, beschäftigt mich eher die Frage, warum die Universitäten und meine Kollegen Hochschullehrer MS so sehr dabei helfen, seine Monopol-Stellung zu festigen.

    Meiner Meinung nach sollte es verboten werden an Universitäten Excel/Word/etc-Kurse (o.ä.) anzubieten, proprietäre Software für Firmen zu „vertreiben“ bzw. in der Lehre kostenpflichtige Software zu verwenden, so es freie Alternativen gibt. Das ist eine sehr grundlegende Sache, für die ich aber keinerlei Sensibilität feststellen kann. Man kann ja anderer Meinung sein, aber in den allermeisten Fällen gibt es nicht einmal eine Meinung. Wir betreiben ja eine Art Subvention bestimmter Unternehmen mit öffentlichen Mitteln ohne erkennbaren Mehrwert für die Gesellschaft.

  31. Einfachmal MSDNAA $UNI-NAME eingeben. Im Prinzip ist jede Uni dabei. Kostet das eigentlich etwas? (IFG Anfrage?)

    Aber es klappt wohl mit der Nachfrage der Anfix Software nicht so.

    Ich persönlich finde Apple schlimmer: Die Software fixt die Leute durch die Funktion an und versteckt die Abhängigkeit von Apple dann dahinter. Die Studenten mit Apple tun mir mehr leid.

  32. Ich habe mal nach Preisen gesucht. Wenn ich es richtige verstehe so um die 500-1000 €/a. Dies finde ich noch relativ moderat, wenn man bedenkt, was Unis so für Plagiatssoftware und Blackboard-Zeugs zahlen.

    Hier die Links:
    http://www.microsoft.com/netherlands/onderwijs/ict/msdnaa.aspx
    http://www.fsmath.uni-bonn.de/?q=node/178

    In Bonn wird es wohl aus Studiengebühren gezahlt. Wie es wo anders ist, lässt sich bestimmt herausbekommen.

    Wer fragt kann auch gleich mal nach der Art und Höhe der Bezahlung für die anderen Programme (Plagiatesoftware, etc.) fragen …

  33. Ich bin Student an einer TU. Wir haben MSDNAA und ich habe es genutzt, aber nur für WIN7 (was bei mir aber auch nur nebenher drauf ist – normal läuft Ubuntu) Ich kenne auch sonst niemanden, der außer Win7 noch was von dem Zeugs dort nutzt, ist für die meisten einfach irrelevant.

    Dass es angeboten wird, finde ich prinzipiell in Ordnung, da für viele Sache LEIDER immer noch Windoof gebraucht wird. Ich würde mir auch bei anderen unfreier Software wünschen, dass sie für uns Studenten kostenlos zur Verfügung steht, wie etwa MathCAD. Dazu gibt es einfach noch keine freie, gleichwertige Alternative (zumindest hab ich noch keine finden können). So blieb uns beim letzten Beleg nichts anderes, wie der Griff zu Sicherheitskopien ;P Wir haben ein paar PCs mit Linux in der Uni, aber das hält sich in Grenzen. Leider läuft halt beispielsweise ProEngineer nur unter Windoof.

    Gleichzeitig sollten die Unis aber eben gerade auch sanften Druck in Richtung Freier Software ausüben, indem sie vielleicht auch mal auf Alternativen wie LibreOffice hinweisen und freie Formate nutzen.

  34. Da mußte ich ja schon aus Interesse mal nachschauen, was meine Alma Mater zu MSDNAA sagt. In Berührung gekommen sind sie damit wohl schon allerdings:

    http://wiki.fernuni-hagen.de/helpdesk/index.php/MSDN_Academic_Alliance

    Zur Zeit wird aus datenschutzrechtlichen Bedenken nicht teilgenommen. Und jetzt werte Gemeinde ist mein Interesse erst richtig geweckt: Welche Daten werden denn da so ausgetauscht, die unsere Freunde vom Help Desk in Hagen gerade (hoffentlich) kratzend, spuckend und beißend verteidigen? Hat jemand eine Idee?

  35. Warum benutzen die Leute solche propietären Lösungen und nicht freie Alternativen, wie die Tomboy Notizsoftware oder das Zim Desktop Wiki?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zim_%28Software%29
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tomboy_%28Software%29

    Besonders Zim ist ein super Programm. Es läuft bei mir auf dem Ubuntu-Laptop., Netbook und Maemo-Handy. Die Notizen werden im menschen-lesbaren Textformat gespeichert, und können mit den gängigen verteilten Versionskontrollsystemen – etwas, was es bei Microsoft noch gar nicht gibt, so weit sind die einfach noch nicht – also Programen wie Mercurial, Bazaar oder git mühelos verwaltet werden. Ich benutze git, und das heißt, ich kann meine Notizen problemlos zwischen Handy, Desktop und Netbook synchronisieren. Und da es ein Textformat ist, kann ich mühelos einen Artikelentwurf weiter formatieren in ein Prüfungsamt-reifes oder in einem englischen Journal publikationsfähiges LaTeX-Dokument.

    Tomboy ist in dem Punkt noch einfacher, es syncronisiert sich automatisch über Ubuntu One. Ich persönlich behalte meine Daten allerdings lieber selber. Für bibliographische Angaben benutze ich Jabref, auch das ist den kommerziellen Angeboten um Längen voraus.

    Und meine immer wieder neue Erfahrung – nicht zuletzt durch einen Job, wo ich zwangsweise zwei Jahre mit MS-Produkten wie Visual Studio, Team Server und dergleichen arbeiten mußte: Microsoft-Produkte sind am Anfang manchmal einfacher zu bedienen. Aber sobald man versucht, was qualitativ richtig gutes zu machen, ist der Zeitvorteil dahin und der Frust wird groß.

    Da sollte man sich doch die Zeit nehmen, gleich was Richtiges zu lernen, wie LaTeX und Jabref. Für Nicht-Informatiker ist das vielleicht ungewohnt, aber ich kann bloß sagen es lohnt sich.

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