Die Nutzerdatenbank des Berliner Anbieters Frogster, der unter anderem die Online-Spiele Bounty Bay, Runes of Magic, und Throne of Fire betreibt, wurde offenbar von einem Hacker angegriffen, der nun versucht, die Firma mit der Veröffentlichung der Datensätze unter Druck zu setzen.
Zweitausend Login-Datensätze – anscheinend aber veraltete – hat er veröffentlich, und behauptet darüber hinaus im Besitz von insgesamt 3.5 Millionen Datensätzen zu sein. Diese will er in zwei Wochen veröffentlichen, wenn Frogster nicht seiner Forderung nach „Respekt vor Bürgerrechten, Menschlichkeit und [einer] sozialen Einstellung“ sowie besserem Support für das Spiel nachkomme, wie er in einem YouTube-Video verlautbaren lässt.
Offentsichtlich geht es um das Löschen von Kommentaren im Frogster-eigenen Forum zu Runes of Magic, sowie vermeintliche Versuche von Frogster, andere Foren unter Druck zu setzen, wenn dort Kritik an Frogster geübt werde. Frogster reagierte mit einem Statement, in dem auf die transparenten Forenregeln verwiesen wird. Außerdem wird natürlich zum Ändern der Passworte – auch bei Drittanbietern, sofern gleiche Passwörter verwendet wurden, aufgerufen.
Ein Community-Manager stellt weiterhin fest:
Wir haben umgehend eine Task Force eingerichtet und arbeiten selbstverständlich mit Hochdruck an der Aufklärung der Ereignisse. […]
Der Vorfall ist für uns alle sehr bedauerlich. Er richtet sich nicht nur gegen Frogster als Unternehmen, sondern auch gegen Runes of Magic als lebendige Spielwelt und gegen euch als Spieler. Wir sind jederzeit für konstruktive Vorschläge offen. Seiner Meinung über illegale Methoden Nachdruck zu verschaffen, ist aber sicherlich nicht der richtige Weg.
(Hier noch ein Update zu diesem Statement von heute)
Wegen der Erpressungsversuche hat Frogster das Landeskriminalamt eingeschaltet und Anzeige erstattet. Hoffentlich weiß der ‚Hacker’, dass Frogster durchaus gute Chancen hat, das auch zum Erfolg zu führen. Derart viele Daten zu veröffentlichen, wäre für das Unternehmen durchaus mit substanziellen finanziellen Verlusten wegen Ausfalls und mit enormem Imageschaden verbunden.
Ob dies eine angemessene Reaktion auf die Löschung von Kommentaren in einem Online-Rollenspiel-Forum ist, sei mal da hingestellt. Ich würde mich viel mehr fragen, wie nach besagten 2 Wochen geprüft werden bzw. nach welchen Maßstäben beurteilt werden soll, ob und wie Frogster der Forderung nach „Respekt vor Bürgerrechten, Menschlichkeit und [einer] sozialen Einstellung“ nachgekommen ist – und wie seine Mitspieler die Aktion unter diesen Gesichtspunkten bewerten.
Auf mich macht das alles einen sehr wirren Eindruck.