Die Sicherheitslücken bei Dropbox nehmen ja kein Ende. Vor ein paar Tagen waren dort für 4 Stunden alle Accounts offen: Sie akzeptierten jedes Passwort. Das Versprechen, dass die Dateien verschlüsselt gespeichert würden, ist für den denkenden Menschen schon dadurch widerlegt, dass von jedem Rechner der Welt Zugriff über eine Weboberfläche besteht, Dropbox also so oder so Zugriff auf die Dateien der Nutzer hat – und diesen auch den US-Behörden einräumt. Dann gab es noch das Dropship, mit dem man Dateien aus anderen Accounts hijacken konnte – was als wahlweise als Sicherheitslücke oder als Filesharing-Feature gewertet werden kann.
Ich hatte ja schon vor einiger Zeit empfohlen, ein encFS oder von mir aus auch einen Truecrypt-Container in die Dropbox zu werfen. Das ist natürlich mit etwas Umstand verbunden, der Dropbox-Nutzern wohl kaum zuzumuten ist, nutzen Sie den Service doch der Einfachheit wegen. Da kann man nicht verlangen, noch umständlich jedes Mal einen Crypto-Container zu mounten.
Für alle, die trotz allem gezwungenermaßen oder aus Überzeugung bei Dropbox bleiben wollen, gibt es jetzt mit Secretsync einen kleinen daemon/wrapper, der neben der Dropbox einen zweiten Ordner bereitstellt, der verschlüsselt über die Dropbox synchronisiert wird.
Dabei gibt es mit WUALA eine vollverschlüsselte Dropbox-Alternative, deren Synchronisierungsgeschwindigkeit aber leider zu wünschen übrig lässt. Auch Tarsnap wurde von unseren Lesern empfohlen. Dann gibt es noch AeroFS, das vollständig auf einen Server verzichtet, verschlüsselt überträgt, und auch flott synct.
Von der Nutzung von AeroFS muss ich im momentanen Alpha-Zustand aber noch abraten, weil andauernd unverschlüsselte UDP-Pakete den Nutzer, und die Personen, mit denen Dateien geteilt werden, anhand ihrer Email-Adressen identifizieren. Ich debattiere gerade mit den Entwicklern, wann sie diese Privacy-Lücke denn wohl mal zu fixen gedenken.