Australien drohen 3-strikes

In Australien werden langsam die Weichen für eine 3-strikes-Regelung gestellt. Es läuft nach dem altbekannten Muster ab:

Federführend ist eine Lobby-Organisation der Rechteinhaber, natürlich werden auch ISPs an den Tisch zitiert, und natürlich ist keine bürgerrechtsnahe Gruppe eingeladen, die Kritik an der geplanten Strafabschaltung des Internetanschlusses oder den gesellschaftlichen Folgen für die Betroffenen üben könnte.

Wenn es nach den australischen Rechteinhaber-Organisation AFACT geht, soll die Strafabschaltung natürlich auch ohne größere Hürden wie zum Beispiel einem Richterbeschluss durchgesetzt werden.

Zuletzt wurden 3-strikes in Neuseeland im Schnellverfahren beschlossen und Anfang August eingeführt.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

Eine Ergänzung

  1. Als zeitweiliger Bewohner dieses eigentlich wunderschönen Landes überrascht mich das leider nicht wirklich. Australien ist auch bei (Ki)Po – Netzfiltern ganz vorne dabei und das ganze wird auch in den etablierten Medien nocheinmal deutlich unkritischer betrachtet als ohnehin schon in Deutschland…

    Allg. macht sich in den letzten Jahren in Australien geradezu eine Sicherheitshysterie breit, die sich nicht nur auf die Einstellung zum Internet auswirkt sonder auch immer mehr Gesetze, Verordnungen und „Kampagnen“ zur Folge hat langsam aber sicher immer weiter in den Alltag eingreifen und diesen durchaus bereits einschränken! (Ernährung, Rauchen, Trinken, Autofahren, Kameraüberwachung, Helmpflicht auf dem Fahrrad und in der Sonne bräunen sind da nur die prominentesten Beispiele… die Liste ist lang!)

    Fast jedes Argument das versucht auf die Verhältnismäßigkeit oder Eigenverantwortung hinzwuweisen wird reflexartig (und erfolgreich) mit „Wenn wir nur ein Leben/Kind/Tier/whatever retten können, dann…“ niedergebügelt.

    Wann das in diesem Tempo weiter fortschreitet geht in 5 Jahren kein Australier mehr ohne neon-leucht-schuhe aus dem Haus damit er ja nicht über die eigene Füße stolpert…

    cheers

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.