Wissen

Till Kreutzer: „Das Urheberrecht ist veraltet“

Der Medienrechtsanwalt Till Kreutzer erklärt in einem Interview mit dem Goethe-Institut, warum das deutsche Urheberrecht den Herausforderungen des digitalen Zeitalters nicht gewachsen ist:

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Früher war das Urheberrecht ein Recht für Profis, also für Autoren und Manager von Buch- und Plattenverlagen oder für die Filmindustrie. Heute kommen auch juristische Laien im Internet – etwa als Nutzer des Web 2.0 – fast jeden Tag mit Urheberrechtsfragen in Kontakt. Damit ist das Urheberrecht zu einem allgemeinen Verhaltensrecht für die Gesellschaft geworden. Doch dafür ist es viel zu komplex und wegen seiner veralteten Konzeption nur schwierig anzuwenden.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
13 Kommentare
  1. Die Summary läßt vermuten Herr Kreutzer hat den Vortrag von Lawrence Lessig gesehen. Sind so ziemlich genau Lessigs Worte ins deutsche übersetzt :)

    1. Wieso fühle ich da so eine leichte Kritik? Muss man denn schon an jeden Kommentar einen Disclaimer anhängen?

      Ich werfe ihm ja keinen Plagiarismus vor. Im Gegenteil. Lessig ist genial überzeugend. Im Grunde könnte Herr Kreutzer Lessigs Vortrag 1:1 übersetzen damit es in der Bild-Zeitung auf Seite-1 abgedruckt wird.

  2. hmmmmmm….also das urheberrecht ist schwierig durchzusetzen…..hmmmmmmm.

    also weg mit dem internet….

    die ganzen debatten der letzten 2 jahre lassen den rückschluss zu, dass den volldeppeninternetausdruckerpolitdilettanten das am liebsten wäre….auch wenn das bruttoinlandsprodukt schlagartig auf -15 wachsen würde, es gibt ja konjunkturprogramme…..würg…

    es macht einfach nur traurig.

  3. immerhin mal jemand, der auch einen guten Vorschlag hat.

    Die Verallgemeinerungen à la Urheber werden von großen Firmen ausgenutzt hätte er sich sparen können. Für Majorcompanies und Castingkandidaten mag er Recht haben, aber nicht für viele kleine Indie-Unternehmen, die eng mit ihren Künstlern zusammenarbeiten und gemeinsam am Erfolg arbeiten.

    Ein Künstler, der gut beraten ist, entledigt sich niemals aller seiner Rechte, sondern profitiert davon.

  4. @Ralf: Nur ein kleiner Hinweis: Ich habe den Vortrag von Lessig nicht gehört, sondern mich jahrelang im Rahmen meiner Dissertation mit dem Thema auseinandergesetzt. Die im Interview gemachten Aussagen sind eine vereinfachte Kurzfassung meiner Thesen.

  5. Das unser Urheberrecht veraltet ist, dem würde ich vollkommen zustimmen. Man sollte bei Erneuerung/Veränderung des Urheberrechtes vor allen Dingen auch berücksichtigen, das im digitalen Zeitalter so ziemlich alles, sehr leicht zu kopieren ist. Ich würde mich sehr wundern, wenn man illegale Kopien mit Gesetzen verhindern kann. Meiner Meinung nach sollten Industrie und Künstler nach neuen Einnahmemöglichkeiten suchen. Wer etwas besonders tolles zu bieten hat, wird das auch verkaufen können. Beispielsweise sind nach wie vor Livekonzerte sehr beliebt und eine gute Alternative, wenn sich Tonträger nicht gut genug verkaufen lassen. Die Filmindustrie könnte wieder bevorzugt das Kino vermarkten, was durchaus einen grossen Mehrwert gegenüber der DVD am recht kleinen TV-Bildschirm hat. Das ist alles nur eine Frage der richtigen Vermarktung. Ein Urheberrecht, das Kopien verbietet bringt vermutlich nicht viel. Und meiner Meinung nach sollte sich das Urheberrecht darauf beschränken, das der Urheber bei Bedarf die Möglichkeit hat folgendes durchzusetzen: 1. Beteiligung an den Einnahmen, sofern das betroffene Werk kommerziel verwertet wird und 2. das Entfernen der Werke oder Kopien davon, von einem Ort oder einer Webseite, wenn damit Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Das könnte z.B. sein wenn ein Künstler sein Werk auf einer Schmuddelseite wiederfindet mit der Er nicht in Verbindung gebracht werden will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.