Kultur

Peter Kruse: Ist die Nutzung des Internets eine Glaubensfrage?

Der Vortrag von Peter Kruse über „What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren“ war heute sicher einer der Höhepunkte des ersten Tages auf der re:publica. Unsere Video-Dokumentation dauert noch an, aber wir sind froh, dass der Vortrag von Ulrike Reinhard aufgezeichnet wurde. Hier ist er:Und hier sind die Folien:

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31 Kommentare
  1. Die wichtigen Fragen für mich sind:

    Wie bekomme ich meine Eltern zum aktiv werden überzeugt?
    Sie nutzen beide seit 10 Jahren privat und beruflich das Netz sind über 60. Die bidirektionale Kommunikation im Internet beschränkt sich bei ihnen privat wie beruflich auf die Email.

    Und wohin soll ich sie führen? Twitter? Ein Forum zu einem Hobby? In die Welt der Blogs?

    Facebook und Co sind für mich keine Alternativen.

  2. Richtig guter Vortrag, der auch mir hilft, das ganze besser zu verstehen, und vielleicht bei Diskussionen darauf einzugehen. Danke für den Upload.

    @Thomas
    Vielleicht musst du sie direkt nirgendwo hinführen. Vielleicht reicht es schon, sie ein wenig neugierig zu machen darauf, was es im Netz gibt. Nur: ich kenne auch einige Leute, die ähnlich sind, wie deine Eltern und ich hatte nie den Gedanken, denen Twitter und Co. nahezubringen. Das wäre nichts für sie und ich kann damit Leben. Ich denke viel wichtiger ist es, Verständnis zu schaffen.

  3. Interessanter Vortrag, allerdings meiner Ansicht nach ein zu starker Schwerpunkt auf der Teilung der Gruppe der erfahrenen Internetnutzer. Das ist ein sekundäres Problem. Primär gibt es eine weit ernsthaftere Spaltung zwischen den Internetnutzern und den „anderen“. Während die erfahrenen Internetnutzer sich laut Kruse auf die Fakten einigen könnten, aber dennoch unterschiedlich bewerten, besteht in der Gesamtgesellschaft ja nicht einmal Konsens bzgl. der Fakten.

  4. @Gunther
    Ja, darüber habe ich auch nachgedacht. Für Verständnis werben und Aufklärung betreiben erscheint mir ebenfalls sinnvoll. Ich habe mich heute einfach mal mit meiner Mutter darüber unterhalten. Als ich ihr erklärte, dass das Internet nicht nur aus spiegel.de, buecher.de und google besteht, war sie sichtlich überrascht. Sie wisse ja gar nicht, dass im Internet auch viele Menschen auch über ihr Hobby schreiben (in ihrem Fall der eigene Garten), sagte sie mir.

    Auf die Frage wie sie sich denn in Zukunft dort einbringen möchte und ob sie es überhaupt will, sagte sie mir, dass es ihr zu kompliziert sei. Die häufig verlangte Registrierung auf den Seite und die ständige Reizüberflutung im Internet, haben sie bisher davon abgehalten, selbst vom digital visitor (für mich zählen sie dazu, weil sie das Netz zwar nutzt und kennt, aber eben nicht aktiv ist) auf die Seite der digital residents zu wechseln.

    Mein Problem ist, dass ich mich selbst auch nicht so gut im web2.0 auskenne. Ein Medienvergleich innerhalb des Internets würde mir und ihr wahrscheinlich helfen, die für sie passende Ausdrucksform zu finden (Blog, Forum, private Webseite, Chat, usw.)

    Ich bin voll bei dir, wenn du sagst, dass man für Verständnis sorgen muss. Aber wie geht es danach weiter? Wenn das Verständnis und der Wille da ist, aber man den Weg nicht kennt?

    Ein ausprobieren aller Möglichkeiten ist meiner Meinung nach am Sinnvollsten, aber ich glaube nicht, dass ich sie überzeugt bekomme in einem Forum aktiv zu werden, wenn es vorher in der Bloggercommunity nicht funktioniert hat.

    Daher meine Fragen und die bitte um Hilfe. Ich glaube, dass ich mit diesen Fragestellungen nicht alleine bin, deswegen schreibe ich sie hier.

  5. Erst mal vielen Dank an alle, die tweeten, podcasten, bloggen, transkripten, filmen, hochladen oder wie auch immer für die Daheimgebliebenen ein bißchen ‚dabei sein‘ ermöglichen.

    ob peter kruse nun der neue guru ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. jedenfalls ist er in wort und ton ein guter erklärer und lange nicht so egomanisch und auf kontroverse aus wie jeff jarvis (der trotzdem gelegentlich brillant ist).

    @thomas
    wenn ihr fragen habt, schickt mir über mein blog eine mail, vielleicht kann ich euch ein bißchen anschubsen ,)

  6. Transsibirien? (SCNR)

    Was mich beim ersten Teil stark wundert, ist, dass ich, wenn ich von den Einstellungen der beiden Gruppen ein Eigenklassifizierung vornehmen sollte nur ein Visitor sein würde. Das ist zumindest „bemerkenswert“.
    Im zweiten Teil fällt mir auf, dass das Jack Wolfskin -Beispiel wohl wegen fehlender Belastbarkeit entfallen ist.
    Für eine fundierte Gegenrede fehlt mir die Ausbildung und Zeit, aber ich halte Kruse mehr für einen begeisterten Evangelisten, als einen nüchternen Analysierer. Bei der RePublica fällt er natürlich durch die Verschiebung der Norm gar nicht auf.

    Falk D.

  7. Ich habe den Vortrag gehört und wundere mich doch etwas, wie durch etwas semi-wissenschaftliche Methoden alter Wein in neuen Schläuchen verkauft werden kann.

    “Heavy User”, also einfach nur Leute, die das Internet oft nutzen, wie und warum auch immer… Dass nur durch die Nutzung polarisierende Werte möglich sind und gerade bei “Neuem” noch sehr schwarz/weiß und undifferenziert (Befürworter/Ablehner), ist doch kein wirkliches Wunder. Heavy user nutzen ja auch in dem Sinne nicht das Internet, sondern die Dienste darin (von Info über Entertainment bis Kommunikation). Und die sind eben so unterschiedlich wie das Leben an sich. Was ist dabei die Erkenntnis?

    War für mich Schaumschlägerei…aber sein “innovatives” Nextpractice Verfahren hat er gut eingebracht. Gleiches gilt am Schluss für die Nachfrager/Anbieter Thesen und der sich daraus ergebenen Macht. So alt wie das Internet an sich…

  8. Kruse ist der Hyper-Schwobler des Internets, vergleichbar nur mit Franz Beckenbauer im Fußball oder mit Peter Sloterdijk im Literaturbetrieb. Mit seiner Brachialrhetorik, seiner enorm schnellen Sprechgeschwindigkeit, welche dem Zuhörer keine Chance zu einem klaren Gedanken lässt, vermittelt er die Illusion, er hätte unglaublich Bedeutendes und Wegweisendes mitzuteilen.

    Seine Endloskette an Fachbegriffen aus allen Disziplinen lässt ihn unendlich überlegen wirken und gleichzeitig alle potenziellen Kritiker verstummen, falls diese zufälligerweise mal zu Wort kommen dürfen. Wer wollte schon zugeben, dass er von diesem Wortschwall kaum etwas verstanden hat?

    Dass auch dieser Kaiser nackt ist, kann man problemlos feststellen, wenn man das Ganze einmal schriftlich nachliest, zum Beispiel hier:

    http://carta.info/24656/schwimmen-nicht-filtern-peter-kruse-im-interview/

    Hat man kurz Zeit zum Reflektieren, erkennt man sofort, dass sein Trick es ist, Trivialitäten rhetorisch aufzublasen, um dadurch zu beeindrucken. Der Erkenntniswert seiner Aussagen geht allerdings gegen Null, wie beim richtigen Beckenbauer halt auch. Hauptsache man ist wirtschaftlich erfolgreich…

  9. Erst mal danke auch von mir für’s Hochladen. Gibt es den Vortrag eigtl. irgendwo mit Untertiteln? Für mich (und andere Schwerhörige, Gehörlose etc.) wäre das sehr hilfreich.

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