Paypal erklärt sich (irgendwie)

Techcrunch berichtet, dass Paypal erklärt hat, warum man Wikileaks den Geldhahn zugedreht habe. Es gab wohl einen Brief des State Department an Wikileaks, dass die Veröffentlichung der US-Depeschen illegal seien. Das erklärt aber immer noch nicht, warum man das Paypal-Konto der deutschen gemeinnützigen Wau Holland Stiftung gesperrt hat.

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Bedier made it seem like PayPal complied with governmental request,”We have an acceptable use policy and their job is making sure that our customers are protected, that we comply with regulations around the world, and that we protect our brand.”

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8 Kommentare
  1. ich wollte gegenüber Wikileaks meine Solidarität zur Geltung bringen und demzufolge mein, zwar selten genutztes, aber dennoch vorhandenes PayPal- Konto schließen.
    Eine Frage vorweg: Hat schon mal jemand sein PayPal- Konto problemlos geschlossen?
    Leider stellt sich das nicht wirklich leicht dar, denn ich sollte nun gleich 2 Sicherheitsfragen beantworten:

    Welches Fabrikat und welche Farbe hatte Ihr erstes Auto ?
    Wo haben Sie als Kind Ihren besten Urlaub verbracht?

    Das war zwar schon Jahre her, dass ich mein PayPal- Konto eröffnete, doch kann ich mich absolut nicht an diese Sicherheitsfragen erinnern. Üblicherweise kann man sich aus einer vorgegebenen Liste eine Frage aussuchen, die man jederzeit korrekt und eindeutig zu beantworten weiß. Diese beiden Fragen hätte ich zu diesem Zweck nie gewählt, da sie in meinem Fall nicht eindeutig sind. Meine Versuche sind daher auch allesamt gescheitert und die Möglichkeiten sind bei 3 verschiedenen separaten Eingabemöglichkeiten durchaus vielseitig. „Separat“ ist auch nicht ganz korrekt, weil das Autofabrikat und die Farbe in das gleiche Feld eingetragen werden sollen: http://www.oberthal-online.de/forum/paypal_kuendigung.jpg

    Muss man nun schreiben: „VW rot“ oder „VW, rot“ oder „roter VW“ oder sogar mit Typbezeichnung und deutlicherem Farbwert: „VW Käfer, orange-rot“ – ich habe keinen blassen Schimmer mehr, was ich dort damals eingetragen haben soll bzw. ob es dergleichen überhaupt gab.

    Da ich als Kind nie „einen besten Urlaub“ verbracht hatte, hätte ich demnach den wenigsten schlechten gewählt. Hätte zur Auswahl gestanden, „Wer war das Idol während Ihrer Kindheit?“ , was eigentlich immer bei solchen Sicherheitsfragen zur Verfügung steht, hätte ich ohne Zögern die Frage beantworten können.

    Nun bietet PayPal doch sicher eine Möglichkeit an, trotzdem den Vorgang ausführen zu können. Diese Möglichkeit sieht so aus:

    http://www.oberthal-online.de/forum/paypal_kuendigung2.jpg

    Nun habe ich allerdings nicht mein Passwort vergessen und kann mich problemlos anmelden, sondern lediglich die merkwürdigen Sicherheitsfragen bzw. vielmehr die Antworten dazu.

    Diese Auswahl stellt PayPal in solchen Fällen zur Verfügung:

    • Wie ändere ich mein Passwort und die Sicherheitsfragen?
    • Was mache ich, wenn ich mein Passwort vergessen habe?
    • Ich habe mein Passwort vergessen.
    • Was mache ich, wenn ich meine Sicherheitsfragen und mein Passwort vergessen habe?
    • Ich habe die Antworten meiner Sicherheitsfragen vergessen.

    Wie ich es drehe oder wende, ich gelange immer wieder zum Verweis, kostenpflichtig bei PayPal anrufen zu müssen.

    Versuche ich im Benutzerprofil die Daten online ändern zu wollen, scheitere ich so:

    http://www.oberthal-online.de/forum/paypal_kuendigung3.jpg

    Klingt zunächst vielversprechend, doch endet diese Aktion dann blöderweise hier:

    http://www.oberthal-online.de/forum/paypal_kuendigung4.jpg

    Es ist mir somit unmöglich, mein PayPal- Konto ohne Kosten zu schließen.

    Gruß,
    J.D.

  2. Vom Guardian (dt. Medien liefern ja quasi keine Berichterstattung über die Depechen, sondern nur über Assange und DoS Angriffe):

    The latest leaked provides interesting context to MasterCard and Visa touchiness over WikiLeaks.

    The US lobbied Russia this year on behalf of Visa and MasterCard in an attempt to ensure the payment companies were not „adversely affected“ by new legislation, according to American diplomats in Moscow.

  3. wen wundert’s…

    War doch klar daß die USA jetzt mit solchen Maßnahmen arbeiten.

    Dabei werden sie sich was ihr Ansehen in der Welt angeht nur noch tiefer reinreiten, aber das scheint keinen dort zu kümmern.

    Meine Prophezeiung wie’s am Ende ausgeht: Schweden wird Assange überstellt bekommen, und egal wie das mit den Vergewaltigungs-Vorwürfen ausgeht, sie werden ihn nicht freilassen sondern ohne mit der Wimper zu zucken nach USA ausliefern wo er 20 Jahre ins Gefängnis wandert. Die EU wird das Vorgehen Schwedens aufs schärfste verurteilen, aber es wird nix nützen. Und es wird einen Haufen neuer Gesetze geben, eine Lex Wikileaks, die in Zukunft Nachahmer einschüchtern sollen. Und man wird Druck ausüben auf die EU, damit auch in Europa entsprechende Gesetze erlassen werden.

    Damit wäre der Ruf der USA dann endgültig ruiniert, aber bei der grenzenlosen Arroganz des amerikanischen Staates ist nix anderes zu erwarten als daß es so kommen wird. Zugleich wäre es die ultimative Kriegserklärung an alle denen Freiheit und Demokratie wichtig sind.

  4. @Andreas „Damit wäre der Ruf der USA dann endgültig ruiniert…“ – Das ist doch Quark. Dementsprechend wäre der Ruf der Franzosen 1815 und jener der Deutschen 1945 endgültig ruiniert gewesen.

    Es geht immer weiter, es muss immer weiter gehen. Also von daher jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten als Wähler + Konsument. Seinen MdEP/MdB mit seiner Meinung höflich konfrontieren und Konsumverweigerung bei jenen Unternehmen betreiben, mit denen man ein Händerl zu rupfen hat. Aber keinen Defätismus betreiben bitte…

  5. ..zumal das State Department überhaupt nicht beurteilen kann was illegal ist. Das hat alleine Justitia zu entscheiden…

    von daher – eindeutig Klopapier.

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