Kultur

NDR-Zapp über Depublizieren

Das Medienmagazin NDR-ZAPP hat gestern Abend über die neue Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen Sender berichtet, ältere Inhalte zu depublizieren: Das Löschen von Internet-Archiven. Gibt es auch auf Youtube:


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Ich wurde für den Beitrag auch interviewt und das volle Interview mit mir, ebenso wie zwei andere Interviews mit befragten Experten, wurde von Zapp jeweils unter einer CC-BY-NC-ND-Lizenz online gestellt. Hier ist das volle Interview mit mir zum depublizieren:

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42 Kommentare
      1. hm … stimmt da hast du recht …

        aber „Depulbizieren“ scheint mir auch falsch, ich tippe eher auf „Depublizieren“

        und jetzt kommt mir auch so langsam eine Idee auf warum das Wort falsch geschrieben wurde

  1. Ich kaufe ein ‚l‘ …:-)

    Was mir ein bisschen im Interview fehlt, ist die komplette Sinnlosigkeit des Unterfangens, digitale Inhalte „nur für eine zeitlang“ ins Web zu stellen. Bald wird es eben alle möglichen „Archive“ für die Inhalte geben, nur nicht mehr bei ZDF oder ARD.

  2. Die Verleger möchten auch mit ihrem Archiv Geld verdienen. Daher möchte man die frei zugängliche Quelle ÖR austrocknen. Warum sollte ich denn auch einen Spiegel von vor 5 Jahren ordern wenn es auch die kostenlose Alternative bei den ÖR gibt? Exklusive Geschichten werden sich kaum auf eine Zeitung begrenzen.

  3. Wie ich aufm schorschblog auch schon gesagt hab, ist das ganze Thema ein ganz großes Problem ist, von dem viel zu wenige Menschen wissen, weil Sie nicht verstehen um was es eigentlich geht. Es sollte hier viel mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Blogger aufgemerkt!

  4. Bei welchen politischen Stelle kann man sich denn nun beschweren?

    Diese Berichterstattng nützt nichts wenn nicht viele Steuerzahler wütende Briefe an die Verantwortlichen schreiben.

    Es wäre schön wenn jemand das in einer gemeinsamen Aktion organisieren würde. Mit eigener Website, Grafik und einem Musterschreiben…

  5. Mal wieder ein üblicher Bericht der ÖR Propagandaabteilung(Wo sitzt die eigentlich?)!

    Mal wieder wird es so dargestellt als würden alle Menschen in diesem Land den ÖRR verehren,und nur die böse Private Lobby mach den Spielverderber.

    Wei seriös die ÖR sidn sieht man ja immer wieder adarn das ein gewisser Blogger da immer auftaucht.

    Öhm,oder hab ich einfach den GEZ zahler übersehen der das nicht online lassen befürwortet, und gegen die GEZ ist?

    Und wo war eiegntlich der Hinweis darauf das die ÖRR sowas wie einen Mitschnitservice haben?

    Na,mal gucken ob der text ducrhegeht,oder ob der nicht wieder zensiert wird.

    1. Das hat doch nichts mit Propaganda zu tun, es geht darum, ob ÖR-Content zeitgeschichtlich relevant ist. Ob man z.B. später einmal nachvollziehen kann, was da angeblich alles für Atombomben im Irak rumliegen, auch nachdem die Amtszeit vom Texas Rancher abgelaufen ist.

      Sowas schaut sich doch kein Mensch mehr an, wenn in Zukunft nur noch platte RTL-Reportagen als Payment-Content verfügbar sind.

      PS. Wegen Zensur brauchen sie sich keine Sorgen zu machen, wenn ihr Beitrag gegen die Netiquette verstossen sollte, wird er sicher nicht zensiert, höchstens nach einer begrenzten Zeitspanne depubliziert ;)

  6. „Was mir ein bisschen im Interview fehlt, ist die komplette Sinnlosigkeit des Unterfangens, digitale Inhalte “nur für eine zeitlang” ins Web zu stellen. Bald wird es eben alle möglichen “Archive” für die Inhalte geben, nur nicht mehr bei ZDF oder ARD.“

    exakt (solange diese anderen archive nicht auch plötzlich depubilzierlt werden. kürzlich zum beispiel verschwand ein beitrag von paul wrusch (zur fsa2009 demo) für eine zeitlang aus dem google-netz, war nur über das interne archiv der taz zugänglich, schon komisch (er ist wieder da, wieder zu ergoogeln, aber generell seltsame erscheinung.

    das ding mit dem löschen ist eine extrem schwache idee. manchmal gelingt es z.b. dradio überraschend, ein paar zeilen text ins netz (als nachricht) zu stellen, mit denen sich andere wiederum schwerer tun, man verlinkt zu denen und monate später tauchen dann nervöse informationen in dashboards divers auf – leser, die etliche male hintereinander klicken. dann weiß man, dass wieder mal ein link das zeitliche gesegnet hat.

    mag keine links, die ohne eigenes zutun später plötzlich inaktiv werden.

    übrigens neulich was lustiges. mir fällt auf, bei bestimmten themen muss man sogar bei spiegel-links nachklopfen (links, die die red. selbst twittert, btw.), bis er in der datenbank so zugänglich wird, wie er eigentlich von selbst und sofort sein sollte. ist ja bereits getwittert, wenn man den klickt. trotzdem muss man gelegentlich nachklopfen und rumtwittern, dass es wieder einen spiegel-artikel erwischt hat, bis der beitrag aufgeht. (vorher erhält man: nicht in der datenbank… ohne witz)

    schon komisch, solche sachen.

    oder?

    (ps einladung – übrigens läuft gerade auf – google: „wikinews030“ – eine diskussion zu einem lustigen piratenspruch (flaschenpost): „wir lassen uns das vögeln mit schwedinnen nicht verbieten, weder in- noch außerhalb schwedens!“ – jemand lust, mitzulabern? wikinews030 eintippen, seite aufmachen, das dort derzeit aktuelle blatt anklicken, dann unter kommentare/ergänzungen weiter unten. geht darum, wie man den piraten helfen könnte, ihre gegenkampagne zur brotherhood-lachfarce zu starten…

  7. # Jaquento
    Sep 9th, 2010 @ 16:45

    Erst werde ich gezwongen für ein angebot geld auszugeben und darf ich es nicht nutzen. WTF?!

    Und du intelligenzbolzen regst dich dann nicht darüber auf das du gezwungen wirst?

    Das ist wie wenn ne 6 jährige sagt erst werde ich vergewaltigt,und dann bekomme ich nicht mal nen Orgasmus.

    Und bei ne 6 jährigen würde ich es verstehen,aber ich denke du bist über 18.
    daher Beileid,für wie dumm man dich verkaufen kann.

  8. … was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr …

    Die Zwangslöschung ist meiner Meinung nach völliger Blödsinn. Stimme Markus uneingeschränkt zu. Wenn die Archive der Verleger-Lobby mit ausreichend guter Qualität gefüllt sind, dann findet sich auch mit einem ‚kostenlosen‘ ÖRR-Archiv jemand, der Inhalte dort kostenpflichtig erwerben möchte. ÖRR-Regulierung schön und gut, aber sicher nicht an dieser Stelle, in dieser Art. Schon gar nicht, wenn zukünftig alle Haushalte zwangsverpflichtet diese Inhalte mitfinanzieren müssen.

  9. Alle schimpfen, keiner tut was. Typisch deutsch. *g* Dann will ich hier mal etwas Konstruktivität einbringen. Ein Vorschlag um dem ganzen Problem zu begegnen:

    WIR haben die Inhalte bezahlt, welche der STAATLICHE RUNDFUNK produziert. Nach meinem Verständnis sind sie damit also ohnehin Allgemeingut.
    Sollen die Öffentlich Rechtlichen doch eine sogenannte Community-Schnittstelle einrichten (das Wort trifft es zwar nicht ganz) und die Web-Gemeinde kann dann die Inhalte in Eigenregie auslagern und selbständig irgendwo anders „archivieren“ (ähnlich WikiMedia). Damit sind die ÖR´s aus der Pflicht, aber die Inhalte sind nicht aus dem Netz. Im übrigen kann man in so einem Archiv dann auch alle anderen Medien zusammenfassen.

    Eine Diskussion „Wer soll das machen/bezahlen?“ brauchts nicht. Mir ist bekannt, dass das kostet und aufwändig ist. Ich programmiere selber. Aber das Gedankenspiel sollte erlaubt sein.

    Gruß an alle

  10. „Sollen die Öffentlich Rechtlichen doch eine sogenannte Community-Schnittstelle einrichten“

    Äh…du meinst Youtube? ^^ Das Problem, was ich bei nem zentralisierten Angebot sehe: Das lässt sich leicht wieder dichtmachen. Ausserdem werden die ÖR sicher nicht mittelbar ein solches Portal unterstützen, das ihnen selbst rechtlich nicht gestattet ist. Ich fände eher so ne Art Filesharing-Client interressant, der wie ein Online-Videorecorder funzt. Man könnte dazu zB Programme wie diese Mediathek-Downloader um ein paar Funktionen erweitern.

  11. @Mark(24): Die sollen ihre Inhalte gleich als Podcast anbieten, das ich abonnieren, und später in aller Ruhe entscheiden kann welche Inhalte ich konsumieren möchte. Das nach 7 Tagen die alten Podcast-Folgen nicht mehr dort erreichbar wären, stört nicht, da man seinen Podcast-Client so einstellen kann, das er täglich das Abo checkt.

  12. Zum einen haben die Intendanten in vielen Fällen nicht einmal die maximale Verweildauer für ihre Angebote beantragt und den Rundfunkräten mitgeteilt, dass sie über den Antrag nicht hinausgehen, also längere Verweildauern beschließen können. Warum? Weil es im Hintergrund Absprachen gab? Leider hat ZAPP das nicht dargestellt und hinterfragt.
    Zum anderen ist es schon lange nicht mehr so, dass ARD und ZDF alle Produktionen zu 100% bezahlen. Sie zahlen nur einen Anteil der Kosten und verzichten dann auch verschiedene „Verwertungsrechte“. Die liegen dann beim Produzenten. Es ist also nicht alle zu 100% bezahlt, was im Fernehen oder 7 Tage in der Mediathek zu sehen ist.

  13. Ich vermisse hier doch ein nötiges Maß an Empörung über einen Vorgang, der weitestgehend unbeobachtet von klientelabhängigen Volksvertretern beschlossen wurde.
    Aber es ist auch ein Stück aus dem Lehrbuch, wie bestimmte Interessenverbände versuchen, Macht auszuüben und den freien Zugang zu Informatinen im Netz zu beschneiden, indem sie die selben inhalte dann kostenpflichtig anbieten. Wie perfide ist das denn.
    Wie üblich wird das darauf hinauslaufen, das diese ÖR Inhalte demnächst unter anderer Adresse zu finden sind. Und das ist auch gut so.

  14. Welch unglaublich verlogener Beitrag! Und das von einer Sendung, die den Anspruch erhebt, hinter die Geschichten zu sehen und Zusammenhänge aufzudecken. Aber bitte nicht, wenn es um sie selbst geht. Da hört die Aufklärung auf.

    Worum geht es hier?
    Die ÖR erheben einen Zwangsbeitrag und finanzieren damit die Inhalte. Aber gerechtfertigt ist das nur, um eine Grundversorgung(!) sicherzustellen. Ob hier noch eine Grundversorgung oder gar eine Dominanz der Inhalte vorliegt, ist fraglich. Der Finanzierungsbedarf der ÖR darf auch nicht ausufern. Hier ist man mit Macht vorgeprescht und wird nun halbherzig zurückgestutzt.
    Also von einem ausgewogenen Beitrag war dieser weit entfernt. Für mich Zak- wie weg damit!

  15. Unter welchen Voraussetzungen dürfen die ÖR denn von ihnen produzierte Contents als CC herausgeben?

    Könnten alle Contents CC sein, gäbe es ja keim Problem. Man könnte legalerweise komplett alles zu Youtube oder anderen Plattformen mirroren und so permanent verfügbar machen. Anscheinend ist dem aber nicht so.

    Das Interview mit dir, Markus, konnte ZAPP aber als Commons zur Verfügung stellen.. Wie ist da die Regelung bezüglich der Lizenzen?

    1. @Sebastian: Ich hab keine Ahnung, warum nicht auch der komplette Zapp-Beitrag unter einer CC-Lizenz veröffentlicht wurde. Wahlweise hatt eman keine Lust, es vergessen oder es gab GEMA-Musik im Hintergrund zu hören. Von mir aus könnten viel mehr Inhalte der ÖR-Sender unter einer CC-Lizenz veröffentlicht werden, rechtlich möglich wäre dies bei allen Inhalten, wo man die Rechte hat (Eigenprodutkionen, etc.) und keine GEMA-Musik verwendet.

  16. Traurig traurig aber wahr :-(
    Leider gab es 2008 keine großartigen Aufschreie, oder doch? Und jetzt ist praktisch alles zu spät :-(

    Es sei denn die Inhalte werden irgendwann mal wieder Republiziert ;-)

  17. #Hans Sep 9th, 2010 @ 17:08

    „Und du intelligenzbolzen regst dich dann nicht darüber auf das du gezwungen wirst?“

    ahem, ich frage mich schon, wer hier der „intelligenzbolzen“ ist. jemand, der nicht weiss, wie toll etwa das podcastangebot des ÖR ist und daß es sinnvoller ist, sich täglich _dort_ sein infos zu holen, oder jemand, der weiss, daß das geld, daß er jeden monat für die GEZ ausgibt, sinnvoll investiert ist – wenn man es denn richtig nutzt.

    nur ausgesprochene dösbacken fallen auf das gejohle der rpivatmedien rein und plärren was von „vergewaltigung“.

    ich persönlich möchte weder „hr2 der tag“, peter zudeicks satirischen wochenrückblick oder die podcasts des swr oder des deutschlandfunks verzichten. dafür zahle ich mit freuden meine monatliche gebühr.

    wer allerdings denkt, _sehen_ sei der richtige weg und dann seineinfos bei youDupe holt, dem ist halt nicht zu helfen.

    ich mach eigentlich nur ungern reklame für meinen blog, aber hier findest du täglich eine zusammenstellung der (aus meiner sicht) hörenswerten beiträge des ÖR

    http://www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

  18. Diese Regelung ist vollkommen absurd. Dem Netz durch eine gesetzliche Regelung die Funktionslogik des Rundfunks überzustülpen (flüchtiges senden) wirkt bizarr. Zmal die Verleger ja noch selbst keine Ahnung haben wie sie im Netz Geld verdienen können.

    Unerträglich ist, das die Regierung auch noch dabei behilflich ist wenn eine handvoll Verlagslobbyisten versuchen das Rad der Zeit zurückzudrehen.

    Die Lösung das über eine CC-Lizenz zu umgehen hört sich spannend an. Dann würde ein Teil der Inhalte durch die Cloud wandern.

    Hätte eine Petition in dieser Frage Aussicht auf Erfolg?

    Ich finde das Argument im Zapp Beitrag

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