Nacktscanner heißen jetzt nicht mehr Nacktscanner. Sie heißen jetzt Körperscanner, weil sie mit einer Software ausgeliefert werden, die das technisch generierte Nacktbild auf Strichmännchen-Niveau verfremden, Sprengstoff und Waffen automatisch erkennen und dann rot markieren soll, so dass das freundliche Bodenpersonal sie entgegennehmen kann. Wichtig ist , dass dies eine Software macht, weil diese das bestimmt sehr viel besser kann, als ein Mensch. Das zeigen uns nicht zuletzt CAPTCHAs, eine der letzten (noch!) verbliebenen Bastionen der Menschen gegen die Maschinen.
Obwohl nun also gar keine Nacktbilder generiert werden, ist Innenminister de Mazière auch der zweiten zentralen Forderung der Datenschützer entgegengekommen und weiß zu berichten dass die Bilder auch nicht gespeichert würden. So lassen sich Verhältnisse wie in den USA verhindern, wo 2.000 Bilder die mit „speicherunfähigen“ Geräten aufgenommen wurden auf mysteriöse Weise auftauchten. Eine technische Garantie für die Speicherunfähigkeit übernimmt de Mazière nicht, und das wäre auch dumm von ihm:
In Hamburg sollen diese Geräte nun getestet werden, weil die Software zur automatischen Erkennung der Waffen und Sprengstoffe noch nicht so richtig funktioniert. Eine anschließende Verbesserung der Erkennung sollte sich sehr schwierig gestalten, wenn man auf eine Speicherung der (na sicher!) Rohdaten zur anschließenden Optimierung der Software verzichtet.
Das gleiche gilt dann nach erfolgreicher Einführung dieser Geräte übrigens auch für fortlaufende Optimierung, gerichtlich verwertbare Beweise und die Rekonstruktion von Katastrophen: Das Bodenpersonal wird sich im äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass jemand eine Waffe in ein Flugzeug schmuggelt, nicht vorhalten lassen wollen, es habe nicht richtig hingeschaut. Rechtssicherheit wird man das nennen.
Update: Wer sich verdächtig machen will, darf auf die Freiwilligkeit in der Testphase pochen.