Kultur

Machen Meme Politik?

Die Sendung Breitband bei Deutschlandradio-Kultur hat am Wochenende einen Beitrag über „Machen Meme Politik? Oder: Der Kampf der Meme um unsere Aufmerksamkeit“ gesendet . Dazu wurde Christian Heller aka @plomlompom interviewt. Hier ist die MP3. Und darum ging es genau:


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Wer hätte gedacht, dass das Internet ein so gutes Gedächtnis hat, so penibel ist und so renitent? Nicht nur Horst Köhler machte letztlich die Rückkopplung, Selbstverstärkung, Aufschaukelung und Resonanz der Netzkommunikation zu schaffen. Auch, als Ursula von der Leyen als Nachfolgerin Köhlers ins Gespräch gebracht wurde, machte die Netzgemeinde schnell deutlich: es ist nichts vergessen. Der Name “Zensursula” (ein Mem) war prompt wieder präsent, Twitter, Facebook und Co. wieder so voll davon, dass es auch die anderen Medien erreicht hat.

Ursula von der Leyen wird nun nicht Bundespräsidentin – doch ist das wirklich ursächlich aufs Internet zurückzuführen, auf das Mem “Zensursula”, das sich rasend schnell verbreitete? Wieso ging das überhaupt so schnell? Wann, wie und warum schaffen Meme, die im Internet kursieren, den Sprung in die Mainstreammedien? Und welche Meme schaffen es überhaupt? (Schließlich ist die Forderung nach einem Rücktritt Guido Westerwelles bislang ohne Reaktionen verhallt.)

Darüber reden wir mit dem Publizisten Christian Heller, der uns erst mal erklärt, was ein Mem überhaupt ist. Nach der Theorie von Richard Dawkins sind Meme grundlegende Informationseinheiten, die nichts anderes im Kopf haben und in die Köpfe der von ihnen Befallenen bringen, als sich gleichfalls zu reproduzieren und zu verbreiten. Aha. Aber wie funktioniert´s genau?

18 Kommentare
  1. Ehrlich gesagt, ich glaube, der Effekt des Internets wird überschätzt. Im Internet melden sich in der Regel nur die Nörgler und nicht die Unterstützer – d.h. Umfragen und ähnliches im Internet sind nicht unbedingt repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

  2. So langsam dürfte es sich doch herumgesprochen haben: Ursula von der Leyen hatte nie eine Chance. Ihre angebliche Favoriten-Rolle war eine Zeitungsente – ob lanciert oder nicht.

    Das Netz hätte eine „We love Uschi“-Kampagne fahren können – Wulff war zuerst dran.

  3. @kiri

    nicht ganz richtig, es gibt in Deutschland und global viele Websites, die das Engagment von Menschen konzentrieren, verstärken und so wieder in die anderen Ebenen der Realität hineinwirken lassen.

    Das Nörglen anscheinend einfacher ist als gestalten (mitgestalten oder eine neue Gegenkultur gestalten) ist eine Erkenntnis, die schon pre-digital auf dem Tisch lag.

    Die Frage muss also lauten, kann Online-Kommunikation gepaart mit einer echten Medienkompetenz und diskurs/ergebnis-orientiert angelegten Websites zu einer neuen, einfacheren, schlag/aussagekräftigeren Öffentlichkeit führen?

    Und was sollte getan werden, um diese digitale (Bürger)Öffentlichkeit zu hegen und zu pflegen?

    Das Analysieren des Mem-Phänomens läuft in diesem Zusammenhang für mich unter „Grundlagen-Forschung“.

  4. Den Einfluss des Internets wird man wohl eh erst in 20/30 Jahren beurteilen können, wenn irgendwelche Historiker einen Blick in die Archive werfen können.

    Dann werden manche Dinge überraschen und manche Mythen sich in Luft auflösen.

  5. Wie ich das sehe, sind Internet und veröffentlichte Meinung noch weitgehend voneinander abgekoppelt. In Blogs und so weiter werden eher Themen aus den Tagesmedien aufgegriffen, umgekeht ist es eher selten der Fall. Das ändert sich erst allmählich mit „Wir in NRW“ und ähnlichem, es bleibt aber die Schwachstelle, das die meisten Blogs nicht gut genug vernetzt und nicht professionell genug sind, um eine große Rolle zu spielen.

  6. Außerhalb des Internets war doch überhaupt keine Rede davon daß die hochverehrte Frau vdL auf gar keinen Fall als Bundespräsidentin ertragbar wäre; im Gegenteil, überall war doch zu lesen was für eine beliebte und kompetente (!) Politikerin sie sei…

  7. Ihr solltet euch freuen. In nur 10 Jahren ist die Menschheit wie auswgewechselt. Die Bush Jahre und das letzte Aufbaeumen der Geheimen Maechte (CIA, 911, Banken) haben uns, das volk, in einem crashkurs auf den (lange bekannten) korrekten Weg in die Zukunft aufmerksam gemacht: Humanismus.

    Jeder Tag ist ein neuer Tag an dem das ‚Weltgewissen‘ weiterkommt, (Jahrestage sind wichtig***), an dem die Menschheit dazulernt. Es geht selten Rueckwaerts, fast immer vorwaerts. Und das Internet SPEICHERT die Lernkurve.

    Natuerlich haben die Propagandisten perfide Mittel uns zu verstoeren. Seit 1915 wird das sogar wissenschaftlich betrieben (creel commission, bernaise, goebbels) und ist weit, weit gediehen (PR, Sentient World Simulation). Aber wir bekommen langsam die ‚interlektuellen Selbstverteidungskurse‘ im Fernsehen. Da kommt noch mehr. Da koennen wir alle mithelfen.

    Memes, Schmemes.

  8. Im Pentagon laeuft eine Simulation in der alle NACHRICHTEN und Statistiken der Welt in ein ‚was wäre wenn‘ Szenario eingespielt werden und den ‚Strategen‘ (den Lügnern der psychologischen Kriegsführung, pro business, contra Arbeiter) Werkzeuge in die Hand geben, mit denen diese Wahnsinnigen die „gefährlichste Waffe der Welt“, die öffentliche Meinung, nicht nur beeinflussen, sondern steuern. ((google SENTIENT WORLD SIMULATION WIKI … Mighty Wurlitzer).

    In 10 Jahren werden künstliche, intelligente Agenten (mit den Daten von Facebook) unglaubliche Betrügereien veranstalten.Diese Datenbanken müssen durch das Recht auf Anonymität (Recht auf Trollsein) kaputt gemacht werden. Staatliche (hoheitliche) Datenbanken müssen extrem geschützt werden, was IMO genau dasselbe Verschluesselungsproblem wie ‚freie Wahlen‘ hat. Auch sollte man widerrufbare Stimmen einfuehren. Hierfür wird ein php programmierer gesucht um bei voteagain.de *** ein Abstimmungsentwicklunglabor zu haben)

  9. Keine Ahnung ob Meme Politik machen… aber daß jede Menge Memmen Politik machen dürfte unbestritten sein ;)…

    Kann man ja jeden Tag am ‚entschlossenen‘ Handeln unserer ‚Spitzenpolitiker‘ und ihrer ‚großen‘ Bereitschaft auch unpouläre aber richtige Entscheidungen zu treffen sehen…

  10. Keine Ahnung ob Meme Politik machen… aber daß jede Menge Memmen Politik machen dürfte unbestritten sein ;)…

    qft.
    Geniales Wortspiel :D

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