Kultur

Das Empire schlägt zurück – Assange und die verratene Freiheit

Die Radiosendung hr2-Der Tag hat gestern eine Stunde lang über Wikileaks berichtet und mich auch dazu interviewt: Das Empire schlägt zurück – Assange und die verratene Freiheit.

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Man darf in den USA Nazipropaganda verbreiten. Man darf den Koran verbrennen oder auch die Bibel. Man darf den Präsidenten mit dem Leibhaftigen vergleichen – oder auch mit Adolf Hitler. Wer allerdings den banalen Schriftverkehr des Außenministeriums veröffentlicht, der wird zum Staatsfeind Nummer 2, direkt nach Osama bin Laden. Wenn es an die geheimen Akten geht, versteht der Staat die eigene Verfassung nicht mehr. Meinungs- und Informationsfreiheit – so what? Die Macht wehrt sich gegen die Aufdeckung ihrer Strategien und Strukturen – und ihrer Machenschaften. Sie wehrt sich mit allen Mitteln. Wir sind jetzt schon gespannt auf die Veröffentlichung der Geheimakte Julian Assange – auf einer der vielen Internetplattformen, die Wikileaks beerben werden.

Hier ist die MP3 dazu.

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21 Kommentare
  1. „Ich glaube nicht dass die Meinungsfreiheit auch für einen Australier gilt – einen mutmaßlichen Vergewaltiger, dessen Ziel es ist Amerika zu zerstören.“

    Wahnsinn, diese gehaltvolle Aussage. Was genau nimmt Assange jetzt die Meinungsfreiheit? Dass er Australier ist? Ist das so? Haben Ausländer in den USA keine Meinungsfreiheit?
    Oder der Vergewaltigungsvorwurf? Wenn jemand der Kongressabgeordneten Candice Miller eine Vergewaltigung vorwirft, hat sie dann auch keine Meinungsfreiheit mehr?
    Oder ist es Assanges Ziel Amerika zu zerstören, das ihm seine Meinungsfreiheit entzieht? Moment, wo hat er eigentlich gesagt oder deutlich gemacht, dass er das möchte? Möchte er nicht nur Missstände und Korruption aufdecken? Oder definieren die US-Politiker ihr Land mit Korruption und Missständen?

    Sehr merkwürdig alles..

  2. Die Wikinger natürlich, die kommen ratz fatz vorbei, brennen alles nieder und nehmen die Mädels mit! Und übrigens hatten Wikinger keine Hörner am Helm, die wurden nur mit ihren Trinkhörnern bestattet.

    Das Argument oben ist Mist, dass man so restriktiv ist in Deutschland ist eben unser Ausdruck einer minderen Meinungsfreiheit und einer konsensualen Angst vor zu viel Freiheit. Für alle, die das immer schon ändern wollen, drückt sich im Verhalten der USA nur ein riesiger Ansehensverlust aus, denn die waren mal Speerspitze eines freien Netzes, während bei uns über all die feinen Dinge nachgedacht wurde, wobei wir grad entsetzt eine Art Renaissance des Jahres 1995 erleben.

  3. Hat die Dame bei Minute 20 den Unterschied zwischen Wikileaks und Wikipedia nicht bemerkt? Nicht das es noch zu noch mehr Rücktritten bei Wikimedia Deutschland führt…

    Anonnsten ganz nett anzuhören :-)

  4. Müller-Maguhn CCC-Sprecher faßte zusammen:

    „“Der Kampf um Wikileaks ist eine wichtige Auseinandersetzung um die Zukunft der Meinungs-und Informationsfreiheit im Netz.
    Wir rufen daher dazu auf, Wikileaks alle technische Unterstützung zukommen zu lassen, um diese Schlacht zu gewinnen.
    Wir müssen den Regierungen verdeutlichen, daß sie mit undemokratischen Methoden der Informationsunterdrückung nicht durchkommen werden“.“

    dazu denke ich:

    Die Regierungen sprechen vom „Cyberwar“,
    sollen Sie doch in den Krieg ziehen…

    Das Internet wurde von einem Hacker gegründet
    ( nach Hackerethik, es gab ein Problem und dieses wurde gelöst )

    Wer weis ob nicht jetzt die Regierungen und Geheimdieste sich zu einem Problem machen welches es zu lösen gibt …

    Problemlöser (Hacker) gibt es viele…

  5. Die Sendung fand ich im Großen und Ganzen recht gut gelungen, und Deinen Beitrag im Besonderen – auch weil Du darauf verzichtet hast, mit markigen Sprüchen und fragwürdigen Thesen rhetorisch auf die Pauke zu hauen ;)

  6. @markus du hast angefangen zu erzaehlen das wikileaks nicht die erste Plattform war die ein leak Konzept verfolgte aber bevor du den Namen nennst bist du ploetzlich bei OpenLeaks. Wen meintest du da eigentlich? cryptome?

  7. Toller Beitrag; sowohl Markus‘ Teil daran als auch der gesamte \Tag\ von HR2. Ist ohnehin ein toller Podcast, der i.d.R. sehr fair mit kontroversen Themen umgeht.

  8. @ Kaspar: Ich habe auch gedacht, ich verhör mich grad. ;-)

    Hier nochmal ganz deutlich:
    Wikileaks != Wikipedia

    Wer zu der Wikileaks-Sache sein Meinung sagen will, der sollte auch korrekt die Begriffe benutzen können.

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