Kultur

Wikimedia-Vorstand äussert sich zur laufenden Diskussion über Relevanzkriterien

Der Vorstand des Wikimedia e.V. hat sich nun zur laufenden Debatte rund um Relevanzkriterien in der Wikipedia geäussert. Dabei wurde auch ein Angebot formuliert:


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

Wir möchten die Rahmenbedingungen für weitere Diskussionen aller offenen Punkte schaffen und dabei möglichst viele Ansätze und Meinungen berücksichtigen.

Eine FAQ wird kurzfristig viele der aufgeworfenen Fragen zum Verein und der Verwendung der Spendeneinnahmen aufgreifen und beantworten.
Wir werden die organisatorischen Zusammenhänge zwischen Wikimedia-Foundation, Wikimedia Deutschland und den anderen Chaptern wie Wikimedia Österreich und Wikimedia CH und den Wikimedia-Projekten darstellen und erläutern.
Wir denken, dass eine persönliche Diskussion ein vielversprechender Weg für den Austausch ist und werden eine weitere Podiumsdiskussion vorbereiten. Sie könnte als Diskussionsbasis Kristian Köhntopps Blogeiträge Communitygift und Communityfix heranziehen, in deren Ansatz, Strukturen in der Community zu ändern, wir viel Potential für die Weiterentwicklung der Wikipedia sehen. Und ja, wir haben die Kritik nach der letzten Podiumsdiskussion gehört und sie wird uns helfen, weitere Veranstaltungen dieser Art besser zu machen.
Weitere Möglichkeiten und Plattformen, mit denen wir als Verein persönliche Gespräche und Diskussionen online wie offline unterstützen können, prüfen wir gerade.
In den verstreuten Beiträgen zum Thema finden sich viele kreative und ansprechende Ideen und Konzepte. Wir werden versuchen, diese zu sammeln und an einer Stelle für die weitere Diskussion zur Verfügung zu stellen.

Es würde mich freuen, wenn aus der notwendigen Diskussion eine Menge Emotionen und Aggressivität herausgenommen würde, damit alle geminsam Lösungsvorschläge diskutieren können. Die letzten Wochen war mir teilweise zuviel Aggressivität (teilweise auf beiden Seiten) im Spiel, was einem konstruktiven Lösungsansatz im Weg steht. Und ich glaube, alle wollen eigentlich eine gemeinsame zukunftsfähige Lösung, wie man die Wikipedia gemeinsam verbessern kann.

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13 Kommentare
  1. Ich verstehe nicht, warum bei der deutschsprachigen Wikipedia „relevanz“ so wichtig ist. Relevanz ist ein Kriterium, dass ich brauche, wenn ich beschränkte Ressourcen habe.

    Papier ist nicht unendlich, deswegen beschränken sich Zeitungsartikel auf das (was aus Reporter/Redakteur-Sicht) was wichtig ist.

    Pixel oder Festplattenspeicherplätze sind meiner Einschätzung nach nicht knapp, also kann man das ausnutzen und alles in die Wikipedia einnehmen, was einer reinschreibt.

    Zumal irrelevantes im Internet erst dann auffällt, wenn man es sucht. Ich sehe ja nicht, wie voll die Speicher mit (für mich) unnützem Zeugs sind – beim legendären Brockhaus wäre das was anderes. Hätte man alles reingepackt, hätte die gedruckte Ausgabe eine Bücherwand mit über 100 Bänden gefüllt. Das hätte keiner gewollt – und kaum einer gekauft. Aber wie gesagt, bei Bits und Bytes ist die Lage anderes.

  2. Marc: „Relevanz“ ist ein irreführender Begriff – es geht in erster Linie darum, ob Artikel bei Wikipedia wartbar sind.

    Und das ist die knappe Ressource: ein paar Hundert Leute opfern in Deutschland ihre Freizeit, um Belege nachzutragen, die Sprache zu verbessern, emotionale politische Debatten auf ihren Faktenkern zurückzuführen, etc pp. Nachdem ein Neuling ein paar Sätze hinterlassen hat, fängt die Arbeit erst an. Und jeden einzelnen Tag sind 400 bis 500 neue Artikel da – netto.

    Eine konstruktive Vorbereitung der Debatte wäre ein Wettbewerb: ein Team vom CCC gegen einen beliebigen Wikimedia-Vorstand: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Bearbeitungsbausteine/Wettbewerb

  3. @Torsten: Die paar Hunder Leute haben eine Menge dazu beigetragen, Tausende von Interessierten an der Tür abzuweisen. Das Gejammer jetzt ist also unehrlich.

  4. @Torsten Ich habe die Löschdiskussionen der letzte Woche mal verfolgt, und mir auch mal ein paar dieser Diskussionen aus der Vergangenheit angeschaut. Und ehrlich gesagt überzeugt mich jetzt das Argument der Wartbarkeit noch weniger. Die Energie, mit der da, teilweise auch in herablassender Form, um die Relevanz/inhaltliche Mängel gestritten wird, hätte 1000 mal gereicht, den jeweiligen Artikel zu verbessern und enzykoplädietauglich zu machen.
    Auch meine persönlichen Erfahrungen (ich verbessere und ergänze öfter mal was, oder stelle es auf der Diskussionseite zur Debatte) mit dem Umgangston, der einem dort bisweilen entgegenschlägt, motivieren immer weniger, mich dort weiter zu beteiligen.

  5. Zugegeben ich habe nur einige Post oder Kommentare gelesen sowie den Chaosradio Podcast gehört, dennoch habe ich den Eindruck des unerschütterlichen, in Stein gemeißelten Relevanzkriteriums das von den Anministratoren gehütet und verteidigt wird bekommen.
    Auf der anderen Seite sind (wahrscheinlich in der Mehrheit) viele verschiedene Positionen vertreten – viele liefern Lösungsvorschläge, Ideen etc.
    Doch Das Relevanzkriterium trotz. Geschichten von zu unrecht gelöschten Artikeln werden mit, „schade dass er gelöscht wurde, er war wohl nicht gut genug“ quittiert und ich habe aus dem bisherig gelesenen nicht den Eindruck erhalten, dass die Admins offen für anderes wären.

    Mal schaun was moch kommt,

    seb

  6. @Ex-Wikipediker, julian

    Schaut Euch einfach mal an, welche Artikel tagtäglich in die Wikipedia eingestellt werden. Wenn ihr Euch die Arbeit machen wollt, Müll von potenzilell tollen Artikeln zu trennen, seid ihr wahrscheinlich die nöchsten bösen Lösch-Admins.

    http://twitter.com/wp_de

  7. Leider ist durch die drastische Ausgrenzung „irrelevanter“ Inhalte durch elitäre Admins das Klima bei der Wikipedia total vergiftet. Das vernünftige Anliegen, nicht jeden Quatsch in ein Nachschlagewerk aufzunehmen, ist so völlig in den Hintergrund getreten.
    Falls überhaupt noch jemand für sachliche Argumente offen ist, möchte ich folgende Lösung vorschlagen:
    – keine binäre Entscheidung über relevant oder irrelevant
    – abgestufte Kriterien für Qualität und Wichtigkeit
    – unreife Inhalte könnten in eine an die Wikipedia angehängte Materialsammlung aufgenommen werden
    – Leser sollten mit Bewertungen von einem bis fünf Sternchen über Qualität abstimmen können
    – besser bewertete Artikel sollten in Suchergebnissen früher erscheinen wie z.B. bei amazon

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