Twitter unter dem Mikroskop

Bei FirstMonday findet sich ein interessantes Papier, was Twitter & Co von wissenschaftlicher Seite untersucht hat: Social networks that matter: Twitter under the microscope.

Aus dem Abstract:

Scholars, advertisers and political activists see massive online social networks as a representation of social interactions that can be used to study the propagation of ideas, social bond dynamics and viral marketing, among others. But the linked structures of social networks do not reveal actual interactions among people. Scarcity of attention and the daily rhythms of life and work makes people default to interacting with those few that matter and that reciprocate their attention. A study of social interactions within Twitter reveals that the driver of usage is a sparse and hidden network of connections underlying the “declared” set of friends and followers.

Bei Heise findet sich ein Artikel dazu: Twitter unter der Lupe.

In der statistischen Analyse der Daten konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Anzahl der Twitter-Nachrichten mit der Zahl der Follower und Freunde korreliert, dass jedoch ab etwa 400 Followern kaum noch ein Zuwachs am Nachrichten-Output erfolgt. Hingegen bleibt der Anstieg der Nachrichten beim Anstieg der Freunde konstant. Daraus leiten die Wissenschaftler die Ansicht ab, dass die kostbare, weil knappe Ressource Aufmerksamkeit unter Freunden und nicht unter Followern geteilt wird. Entsprechend warnen sie vor voreiligen Schlussfolgerungen, allein aus der Zahl der Follower oder der Anzahl von Twitter-Nachrichten zu einem Thema die Popularität eines Themas zu ermitteln. Wer soziale Netzwerke analysiere und daraus haltbare Schlussfolgerungen ziehen wolle, müsse die heimlichen Beziehungen aufdecken, in denen Menschen einander beim Nachrichtenaustausch vertrauten.

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2 Ergänzungen

  1. „Wer soziale Netzwerke analysieren und daraus haltbare Schlussfolgerungen ziehen wolle, müsse die heimlichen Beziehungen aufdecken, in denen Menschen einander beim Nachrichtenaustausch vertrauten…“

    Somit bleibt die Frage, wie man jene heimlichen Beziehungen sichtbar machen könnte? Wie wäre es mit einer Twitter-Funktion, die es den Nutzern ermöglicht, zwischen Freunden und Bekannten zu unterscheiden. Damit könnte man zwischen weak ties und die strong ties unterscheiden! Oder wir warten einfach auf das semantische Web…

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