Kultur

Studie zu Internetsucht

Die Futurezone berichtet über neue Studien-Ergebnisse der Berliner Humboldt-Universität zum Thema Internetsucht unter Jugendlichen. Demnach sind nur vier von hundert Jugendlichen internetsüchtig.

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Von echter Internet-Sucht könne nur bei 1,4 Prozent der 12- bis 19-Jährigen gesprochen werden, sagte Sabine Meixner vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie am Mittwoch auf einem Symposion bei Schwerin. Damit würden frühere Untersuchungen relativiert, nach denen in Deutschland etwa 17 Prozent der Jugendlichen krankhaft auffällige PC-Nutzer sein sollen. Die Studie der Humboldt-Uni basiert auf einer Befragung von 5.200 Schülern in Hamburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zwischen 2005 und 2009.

Etwas irritiert bin ich aber immer noch von der Definition von Internetsucht. Darunter fällt man, wenn man mehr als 35 Stunden die Woche „exzessiv“ das Netz nutzt. Ab 28 Stunden ist man gefährdet. Das ist nicht viel.

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26 Kommentare
  1. Es gibt also eine Definition dafür. Nur für 12-19jährige. Mir kommt die Festlegung ziemlich willkürlich vor. Das muß sie ja auch sein. Denn eigentlich zeigt sich doch eine Sucht über bestimmte Symptome. Und die treten sicher von Person zu Person bei einem sehr unterschiedlichem Konsum auf. Mir ist nicht ganz klar, worauf die Studie hinaus möchte.

  2. Oh… ich bin zwar über das Alter raus, aber ich nutze das Netz bis zu 12h am Tag und wenn ich nach Hause komme bin ich auch permanent online. Oh nein, wo ist die nächste Therapiestelle? :(

  3. Da wird wieder „das Internet“ über einen Kamm geschert. Man muss da schon differenzieren. Wer 12 Stunden am Tag WoW im Netz spielt, mag spielesüchtig sein, aber Internetsüchtig ist er in dem Sinne finde ich nicht.

    Wer 12 Stunden am Tag twittert mag eine „Kommunikationssucht“ oder so haben (soll es ja auch mit Telefonieren geben), aber ob das nun eine Internetsucht ist?

    Das Internet erleichtert wahrscheinlich bei vielen das Abhängigwerden.. aber ich weiß nicht, Internetsucht.. Wovon ist man da abhängig? Vom „im Internet sein“? Es sind doch konkrete Dinge, die man da den ganzen Tag tut…

  4. momentan angezeigter catpcha-code:

    „Netloss fatality“

    da weiß der Captcha direkt, was beim dem gedünkten Junkie beim Internet-entzug droht :>

  5. Ich seh das ähnlich.
    Hört sich etwas merkwürdig an. Finde auch 28h in der Woche nicht sonderlich viel. Das sind im Durchschnitt 4h am Tag.
    Wenn man mit dem Internet arbeitet kommt man schnell auf 4h.
    Wenn man natürlich jeden Tag 4, 5h am Stück chattet oder bei youtube sich von einem Video zum nächsten hangelt würde ich schon eher von einer Sucht sprechen.
    Das Umfeld ist auch wichtig. Wenn man sein normales, geregeltes Leben deshalb außer Acht lässt und vernachlässigt ist man wohl auch eher süchtig.

  6. Ich lese vor allem Texte im Internet, aber wenn ich 4 oder 5 Stunden am Tag Zeitung/Bücher lesen würde, würde man mich ja auch nicht als lesesüchtig oder sowas einstufen, oder?

  7. So ist das, wenn „Internetausdrucker“ eine Studie entwerfen…
    1. „exzessiv“ nutzen ist… was? CS zocken, weil das „intensiv“ ist? Downloaden, weil da die Leitung brennt? Chatten, weil es Kommunikation ist? Einfach beim IM der Wahl online sein, weil man so „abrufbar“ ist?

    2. Ob süchtig oder nicht, darüber entscheidet wohl kaum der Grad der Nutzung. Sicher, die Gefährdung steigt durch eine intensive Nutzung. Aber dafür ist „das Internet“ einfach ein zu schwammiges „Suchtmittel“

  8. Nee, printsüchtig biste wennde den ganzen Tag vor’m Drucker sitzt und wartest bis er die nächste Webseite mit den Twitterupdates ausspuckt^^ Sprich, die Sekretärinnen der Internetausdrucker sind printsüchtig ;)

  9. Es ist immer zu unterscheiden zwischen sinnvollem Nutzen des Internets oder halt so Rumgammelei bei StudiVZ und Konsorten, also wenn quasi die Kommunikation und Freizeit vollkommen ins Internet verlegt wird.

    Aber das zu definieren .. sicherlich nicht einfach.

  10. man muss das in einem klassischen zusammenhang sehen, internet wird immer noch als ein medium wie TV verstanden.

    für die zielgruppe gehen wir mal von anständigen qualifizierten schülern aus, die ihr abitur machen wollen.

    wenn man das dann zweckförmig hochrechnet, hat ein schüler (abzüglich standardisierten aber unrealistischen 8std schlaf) 5*16 std in der woche, die er mit tätigkeiten füllt.

    auf diese 80 stunden muss man nun den anständigen schüler rechnen, der 40 stunden in der schule sitzt, und nochmal locker 15 std für hausarbeiten/lernen benötigt.

    nun sind wir bei 25 zeitstunden, die ein junger mensch natürlich entsprechend gesellschaftlichen meinungen verbringen muss. freizeitaktivitäten wie vereine, freunde usw gehen da mit rein.

    wenn da einer dann anstatt meiner angenommen 25 freizeitstunden für ganz ganz viel „sinnvolles“ im klassischen denken plötzlich ~28 std aufwärts das medium internet benutzt, das ist dann so gerechnet nicht normal.

    geht mir hier nur um die verstehbarkeit, ausdifferenziert ist das natürlich nicht, aber dazu dient diese studie auch nicht.

  11. >> Darunter fällt man, wenn man mehr als 35 Stunden die Woche “exzessiv” das Netz nutzt. Ab 28 Stunden ist man gefährdet. Das ist nicht viel.

    Naja also ich finde das kommt sehr auf den kontext an. Wer Internet Beruflich nutzt bzw. Benutzen muss fällt da sowieso nicht drunter, aber für 12 Jahre alte Kinder sind 28h/Woche schon viel, das sind schließlich 4h/Tag neben neben der Schule…
    ist halt die Frage ob das dann noch als gesund angesehen werden kann.
    Die gleiche Frage der Suchtgefährdung stellt sich natürlich auch wenn diese 4h statt mit im Internet vor der Glotze oder mit nem anderen „Hobby“ zugebracht werden…

  12. „nur 4 von 100“ ?

    wenn man herausgefunden haben will, dass 4 von 100 süchtig sind, finde ich das doch nicht wenig… mal fernab aller definitionsstreitigkeiten.

  13. ich würd mal ganz spontan behaupten, internetsüchtig ist man dann, wenn man seine pflichten und anderweitiges privatleben fürs internet, bzw fürs reine, zwecklose rumgammeln vernachlässigt und es nicht großenteils zu unterschiedlichen klar definierbaren zwecken nutzt.

  14. Gewiss, wenn ich @home bin, ist mein Rechner an. Und wenn er an ist, ist er auch gleich on. Mein Rechner versorgt mich mit Musik, mein Rechner hat mein Telefon fast überflüssig gemacht. Eine wesentliche Informationsquelle… ja, das ist das Internet für mich. Meine Freundin meint, dass ich ein halbes wandelndes Lexikon sei. Nicht weil ich so viele Bücher zuhause habe – nein – wenn mir ein Begriff in den Sinn kommt, dann recherchiere ich. Warum leuchten Katzenaugen? Wer war Störtebeker? Was ist der Union Jack?
    Die Musik die ich jetzt hauptsächlich höre, habe ich durch das Internet kennen gelernt. Da sie im Mainstream-Bereich wie Radio nicht gespielt wird. Und ich erfreue mich mitterweile seit Jahren daran.
    Wenn ich etwas kaufen will… grade um etwas zu basteln… oder auch Möbel (ich mag alte Möbel), dann schau ich ins Internet. Da der lokale Einzelhandel zunehmend zu enttäuschen versteht. Vielleicht habe ich auch einfach zu ’spezielle‘ Ideen. Was weiß ich.
    Ich verbringe einige Zeit auch in Communities. Ich habe einige Zeit MMORP-Games gespielt. Verdammt, wo hatte ich nur die Zeit dafür her.
    Natürlich verwende ich auch Messenger, und Email. Oh je, wenn ich in den Briefkasten schaue, dann ist da bestenfalls Werbung drin, ansonsten Rechnungen und sowas. Halt Dinge von Leuten aus der analogen Welt.

    Ja, ich nutze das Internet – für viele unterschiedliche Dinge. Und ja, da geht einiges an Zeit bei drauf.

    …..aber bevor ich wieder 1,5 Stunden verbringe um zum sog. Kreativmarkt zu fahren, schau ich gleich online nach. So erspare ich mir die nächste (sichere) Enttäuschung.

    UND…. mittlerweile hat mich das Internet auch politisiert. Klar, intensiv durch die jüngsten Ereignisse. Aber es ist klasse, fast berauschend zu sehen, wie sich mit mal etwas bewegt. Ob es in ‚diesem‘ Fall erfolgreich sein wird, das wird sich noch zeigen müssen. Aber selbst wenn nicht, so hoffe ich dass dieses Schiff, welches jetzt Fahrt aufnimmt, weitere in seinen Bann zieht. Gegen die sog. ‚Politikverdrossenheit der Jugend‘. Das wir keine Freaks sind, sondern mündige Bürger, mündige Wähler.

    In diesem Sinne.

  15. Laut Basisdaten der Media Perspektiven lag 2008 die DURCHSCHNITTLICHE Fernsehnutzung bei 220 Minuten pro Tag, das macht pro Woche pro Nase etwa 26 Stunden.
    Zieht man 28 Stunden/ Woche heran, die Internetnutzer schon als „gefährdet“ erscheinen lassen, sind die 82 Millionen durchschnittlichen Deutschen mit ihrem durchschnittlichen TV-Konsum grade noch so davon gekommen.

    Ich kenne die genaue Verteilung nicht, aber da es Bevölkerungsgruppen gibt, die wenig und sehr wenig ferngucken, gibt es analog dazu auch einen relevanten Anteil an Leuten, die definitiv mehr als 35 Stunden pro Woche fernschauen. (Und dieser Anteil der „Problem-Konsumenten“ liegt sicherlich um Einiges höher als beim Internetkonsum).

    Liebe Pädagogen, liebe interessierte Fachöffentlichkeit. Wo bitte schön bleibt der Aufschrei über die Millionen von FERNSEH-SÜCHTIGEN?

  16. Guten Morgen :D

    Ich habe seit ca 10 Jahren gar keinen Fernseher mehr. Darf ich dann die ‚eingesparten‘ ca. 26 Stunden Fernsehkonsum beim Internetkonsum draufrechnen? Sozusagen als ‚Bonusmeilen‘?

    Ne ne… ich habe quasi den Fernseher durch den PC substituiert. Der PC ist einfach interaktiver. Beim Fernseher kann ich lediglich entscheiden, wovon ich mich berieseln lasse.

    In diesem Sinne.

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