11 Kommentare
  1. @Simon
    Der #Spectrial war wie ich gehört habe eine Mischung aus Zivil und Strafprozess. Da war ein Staatsanwalt und Anwälte der Geschädigten Teil der Anklage.

    1. Der Prozess war ein Strafprozess, in dem es Nebenkläger gab. Der Großteil der Schadensersatzansprüche wäre im Nachhinein in Zivilprozessen eingeklagt worden bzw wird eingaklagt werden.

  2. @ Christian Sommer
    Ja den Artikel habe ich ja auch oben verlinkt. In einem der Kommentare dazu steht auch, dass es irre wäre anzunehmen, die TPB-Betreiber würden ihren Pathos im Prozess wiederholen. Da heißt es, den Ball flachhalten und nicht die Kläger beschimpfen. Aber ich fand den Artikel auch gut, weil er aufzeigt, dass genau das das war, was TPB von anderen Torrent-Sites unterschieden hat. Das heißt der Artikel trifft die globale Wahrnehmung von TPB. Man stelle sich vor, Che würde in einem Gericht stehen und behaupten, er wäre für die globale Ausbreitung des Kommunismus nicht verantwortlich. Ihm würde nur die Herausforderung reizen, eine Guerilla-Mannschaft zu leiten. Naja, aber irgendwie bin ich immer froh, wenn Menschen keine Märtyrer sein wollen.

  3. Was mich an der ganzen Diskussion um Bit Torrent oder konkret um Pirate Bay nervt ist, dass man immer wieder das Argument hört, dass man darüber ja seine Linux-Distribution runterladen kann. Als wenn „da draußen“ nur legale Inhalte per Bit Torrent verteilt werden.
    Klar. Es stimmt: PirateBay tracket ne Menge legalen Zeugs. Aber, sind wir doch mal ehrlich: Ohne Filme etc. wäre Pirate Bay und auch Bit Torrent bei weitem nicht so bekannt.

    Soviel hat dieser Prozess also erreicht: eine gute Technologie bekam viel Werbung. :-)

  4. „Was hier auch eine Rolle spielt, ist, dass die Anklage nicht versuchte, die Tätern zu verfolgen, sondern ausschließlich die „Beihelfer“. Das ist etwas, was normalerweise nicht vorkommt und dem Prozess eine weitere exotische Note gibt.“ – Das ist in Ländern mit Störerhaftung – wie Deutschland – völlig üblich. Spielt höchstens bei der Gesetzgebung eine Rolle, nämlich wenn solch Vorgehen ausgeschlossen oder erlaubt wird, aber im konkreten Rechtsstreit ist das völlig egal. Wie im vorliegenden Fall sind ja oft die eigentlichen Täter nicht greifbar.

  5. @Marcel Auch wenns dich nervt – es ist nunmal so und die Frage, die sich daraus ableitet ist schlicht: Muss eine Plattform (oder ein Protokoll) verboten werden, weil man damit AUCH etwas Illegales tun kann? Das eigentliche Problem liegt hier doch bei der Medienindustrie, die einen Spagat versucht, den man in einer freien Informationsgesellschaft kaum bzw gar nicht hinkriegen kann. Sie wollen Informationen, an welchen Millionen Leute ein oftmals maketinginduziertes, starkes Interesse haben, gleichzeitig Veroeffentlichen UND deren unkontrollierte Ausbreitung verhindern. Man kann aber unter den gegebenen Umstaenden effektiv nur immer eins von beiden: entweder Veroeffentlichen ODER verhindern, dass sich die Informationen ausbreiten. Bei letzterem sind die Fragen bzgl. Datenschutz- und -sicherheit von essentieller Bedeutung.

    Man kann zwar an den guten Willen der Menschen appellieren, doch bitte die Urheberrechte zu respektieren und davon Abstand zu nehmen, die omnipraesente Kopiertechnik in jedem Haushalt zum eigenen Vorteil zu nutzen – ueberzeugen wird das allerdings nur wenige. Da hilft es auch nicht gross weiter, wenn man den potenziellen Kunden die Kaufentscheidung mittels DRM, ueberteuerten Preisvorstellungen, unzeitgemaessen Formaten, diffamierenden Trailern vor dem bezahlten Filmgenuss etc so schwer wie moeglich macht…

  6. Die Analogie mit dem Küchenmesser gefällt mir in Bezug auf den Prozess nicht wirklich – ich halte sie für untauglich. Ein Rechner wäre in einer korrekten Analogie ein Messer mit dem man etwas böses machen kann. Physisch, greifbar ist das – die Analogie suggeriert unbewusst gleiches.

    Tracker und Links stellen jedoch *Wissen* dar. Aus Sicht der Kläger (und wohl manch Innenministern) also das Wissen darum *wo* man in der Welt „böses“ erreichen kann. Hinweisschilder, Notizbücher sind es – üblen Inhaltes möchten manche sagen. Die Verbreitung solchen Wissens soll verwerflich sein und Beihilfe zu Schandtaten an sich.

    Nun – was *moralisch* aus mancherlei Sicht plausibel klingen mag ist juristisch oder sagen wir besser aus gesellschaftlicher Sicht ein Spagat. Konkludent weiter gedacht und durchgeführt bleibt nicht viel Spielraum wenn man gefühlte Moral als einziges „Motiv“ für die juristisch/gesellschaftliche Entscheidung hernehmen will. Dann wird es u.U. zu (r)einer Willkür. Und diesmal mag es mehr als ein kleiner Beigeschmack sein der davon übrig bleibt.

    Grüße
    ALOA

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