Britische Regierung startet Daten-API

In Großbritannien startet im Dezember eine von Tim Berners-Lee und Professor Nigel Shadbolt entwickelte Daten-API in die Beta-Phase, berichtet die BBC. Data.gov.uk lehnt sich an die amerikanische Seite Data.gov an. Diese stellt seit Mai sowohl Rohdaten als auch Werkzeuge zur Erstellung von Diagrammen und Karten zur Verfügung.

Data.gov.uk wird wie das amerikanische Vorbild anonymisierte öffentliche Daten enthalten. Als Beispiele für Informationen, die zugänglich gemacht werden sollen, nennt Professor Shadbolt Zensus-Daten und Grundbucheinträge.

Shadbolt und Berners-Lee unterstellen Regierungen eine grundsätzliche „data hugging mentality“, die sie dazu verleite, keine Rohdaten, sondern nur aufbereitete Informationen zu veröffentlichen. Berners-Lee gibt daher die Parole „Rohdaten jetzt!“ aus:

I would like to suggest: sure, make a beautiful website, but first, give us – all of us – the unadulterated data. We have to ask for raw data now.

Die Macher gehen davon aus, dass Bürger die zur Verfügung gestellten Informationen nutzen werden, um damit eigene MashUps zu erstellen. Shadbolt sieht den großen Vorteil der frei zugänglichen Daten darin, dass man „nach Mustern suchen“ könne.

Die große Frage bleibt nun, wie viele Behörden ihre Daten tatsächlich in die API einspeisen werden. Zwar hat Premierminister Gordon Brown bereits sein Wohlwollen bekundet, in den USA hat sich die Haltung der Behörden allerdings als Hürde erwiesen.

In Deutschland hat sich im übrigen gestern das OpenData Network gegründet, dass sich ähnliches auf die Fahnen geschrieben hat:

Ziel des Netzwerkes ist es den freien und ungehinderten Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu allen Daten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft zu ermöglichen und zu fördern.

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